Täuschende Ähnlichkeit

Vorsicht beim Pflücken: So unterscheidet sich Bärlauch von giftigen Doppelgängern

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Frisch gepflückt lassen sich Bärlauch und der verwandte Wunderlauch zu leckeren Gerichten verarbeiten. Doch die Blätter haben giftige Doppelgänger. Tipps, worauf man beim Sammeln achten kann.

Von red/dpa

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Sein knoblauchartiger Geruch verrät den Bärlauch oft schon von Weitem. Und auch sein Verwandter, der Wunderlauch mit seinen schmaleren Blättern, verströmt diesen etwas scharfen Duft. Beide Kräuter bieten sich im Frühjahr in freier Natur zum Sammeln an.

Verwechslungsgefahr: Bärlauch und Wunderlauch haben giftige Doppelgänger 

Je nach Region wuchert eher die eine oder andere Pflanze. „Bärlauch braucht kalkige Böden“, sagt Martina Merz, Autorin des Kochbuchs „Wildkräuter – Bestimmen, Sammeln, Zubereiten“. Wunderlauch hingegen wächst auch dort, wo kein Kalk ist.

Sie sehen zwar harmlos aus, können jedoch zu ernsten Beschwerden führen: Maiglöckchen wirken sich auf den Herzrythmus aus und bewirken  Schwindelanfälle, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Sie sehen zwar harmlos aus, können jedoch zu ernsten Beschwerden führen: Maiglöckchen wirken sich auf den Herzrythmus aus und bewirken Schwindelanfälle, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.  Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Allerdings: die leckeren Blätter sollten nicht mit ihren giftigen Doppelgängern verwechselt werden, die parallel sprießen. Beim Bärlauch sind das Aronstab, Herbstzeitlose und Maiglöckchen. Die Blätter des Wunderlauchs wiederum ähneln denen des Blausterns.

Blattrückseite entscheidend: So unterscheidet man Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger

Der wesentlichste Punkt, woran Bärlauch und Wunderlauch zu erkennen sind, ist die Rückseite der Blätter. Beide Pflanzen haben eine scharfe Rückenrippe. „Das Blatt sieht aus wie einmal geknickt“, sagt die Wildkräuterexpertin Merz. Das findet sich bei keinem der giftigen Doppelgänger.

Dennoch kann es passieren, dass falsche Blätter mit in die Ernte geraten, gerade wenn Sammler und Sammlerinnen zu eifrig zu Werke gehen. Martina Merz rät daher: „Nicht gierig rupfen, sondern immer nur wenige oder einzelne Blätter pflücken.“ Die größte Gefahr sei dann, wenn man glaube, nicht mehr genau hinsehen zu müssen.

Schnittmenge von Bärlauch und der giftigen Herbstzeitlose

Und die Gefahr besteht weniger im Garten als vielmehr in der freien Natur. Denn dort vermehren sich die Pflanzen ungehindert. „Die Herbstzeitlose wächst auf nährstoffreichen, feuchten und wechselfeuchten Wiesen und der Bärlauch in halbschattigen Waldbereichen, oft an den Rändern. Wo beides aufeinandertrifft, besteht Verwechslungsgefahr“, sagt Merz.

Alle Pflanzenteile von Herbstzeitlosen sind giftig. Die Pflanzen sind voll von giftigen Alkaloiden. Darunter befindet sich auch Colchicin, das dem Arsen sehr ähnlich ist. Eine tödliche Vergiftung tritt bei einer Aufnahme von zehn bis 20 Milligramm dieses Stoffes ein.
Alle Pflanzenteile von Herbstzeitlosen sind giftig. Die Pflanzen sind voll von giftigen Alkaloiden. Darunter befindet sich auch Colchicin, das dem Arsen sehr ähnlich ist. Eine tödliche Vergiftung tritt bei einer Aufnahme von zehn bis 20 Milligramm dieses Stoffes ein.  Foto: IMAGO/Christian-Ditsch.de

Überhaupt vermutet Merz, dass Bärlauch am ehesten mit Herbstzeitlosen verwechselt wird. „Maiglöckchen haben sonnigere Standorte“, sagt sie. Verwechslungsgefahr mit dem Aronstab besteht eher zu Beginn des Austriebs, etwa Anfang März, wenn dessen Blätter noch spitz-oval sind. Dagegen wachsen Herbstzeitlose zeitgleich zum Hauptaustrieb des Bärlauchs. 

Wildkräuterexpertin rät: Wunderlauch nicht in Blausterngebiet sammeln

Beim Wunderlauch heißt der giftige Doppelgänger Blaustern. Die Blätter sind auch für Experten schwer zu unterscheiden. Blaustern bildet in Parks oft große Kolonien. Die Wildkräuterexpertin rät daher: „Wenn Sie im Park um die Ecke die blauen sternförmigen Blüten schon mal im Frühling gesehen haben, sammeln Sie dort am besten keinen Wunderlauch.“

Mögliche Folgen einer Vergiftung durch den Blaustern äußern sich in Symptomen wie Übelkeit, Durchfall, Hustenreiz, Brennen im Mund- und Rachenraum sowie Herzrhythmusstörungen.
Mögliche Folgen einer Vergiftung durch den Blaustern äußern sich in Symptomen wie Übelkeit, Durchfall, Hustenreiz, Brennen im Mund- und Rachenraum sowie Herzrhythmusstörungen.  Foto: IMAGO/McPHOTO/R. Mueller

Natürlich kann man die essbaren Wunder- und Bärlauch-Blätter an ihrem Geruch erkennen. „Aber wenn man inmitten eines Bärlauchfeldes pflückt, riechen die Hände nach kurzer Zeit ohnehin nach Knoblauch“, sagt Martina Merz.

Merkmale von Bärlauch

  • Kante auf der Blattrückseite. 
  • Die fischkörperförmigen Bärlauchblätter sind zudem an den langen und runden Stielen zu erkennen. „Sind die Blätter noch klein, sind sie nach hinten eingerollt“, beschreibt Merz.
  • Beim Maiglöckchen drehen sich immer zwei Blätter aus der Pflanze heraus, sie kommen aus einer rötlichen Blatthülse.
  • Die Blätter der Herbstzeitlosen haben dagegen keinen Stiel. „Sie kommen als großes Büschel ineinander geschichtet aus der Zwiebel heraus“, sagt Autorin Merz.
  • Wunderlauch und Bärlauch haben feine, zarte Blätter. Die Herbstzeitlose hat glänzende Blätter, die beim Reiben quietschen.
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