Rabatt-Aktion für Bahntickets? Vorschlag wegen hoher Spritpreise
Gibt es eine finanzielle Entlastung durch Rabatte bei der Bahn? Das kann sich angesichts der hohen Spritpreise zumindest der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bahn vorstellen.
Die Spritpreise in Deutschland sind aktuell aufgrund des Iran-Kriegs sehr hoch. Seit 1. April gibt es eine neue Tankregel: Die Preise für Benzin und Diesel dürfen nur noch einmal am Tag erhöht werden. Das sorgt vor allem für Preissprünge um 12 Uhr. Von einer Entlastung war in den vergangenen Tagen an den Tankstellen hingegen noch nichts zu spüren. Die Spritpreise haben an Heilbronner Tankstellen sogar Rekordwerte erreicht.
Für einige könnte es sich lohnen, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Noch attraktiver wäre ein Umstieg, wenn die Ticketpreise günstiger wären. Könnte es für Bürger bald eine Entlastung bei Bahnfahrten geben? Martin Burkert, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn, hat zumindest Rabatte für das Deutschlandticket und den Fernverkehr ins Spiel gebracht.
„Schnelle und wirksame Entlastung“: Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bahn bringt Rabatte ins Spiel
„Anstatt sich von den Öl-Konzernen an der Nase herumführen zu lassen, muss die Politik neben einer Übergewinnsteuer das Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen“, sagte Martin Burkert gegenüber der Bild am Sonntag. „Ein befristeter Rabatt von 30 Prozent auf das Deutschlandticket und Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50 Prozent wären eine schnelle und wirksame Entlastung.“

Rabatt aufs Deutschlandticket? So würden sich 30 Prozent auswirken
Das Deutschlandticket kostet derzeit 63 Euro im Monat. Mit einem Rabatt von 30 Prozent würden die etwa 14 Millionen Ticketinhaber also monatlich fast 20 Euro sparen. Das Deutschlandticket wird von Bund und Ländern sowie mit den Einnahmen aus dem Verkauf finanziert.
Sollten sich Bund und Länder entscheiden, einen Rabatt zu gewähren, dürfte erneut eine Debatte über die Finanzierung des Tickets entstehen. Zuletzt waren weder der Bund noch die Länder bereit, mehr Geld für das Ticket bereitzustellen – dadurch ist der Preis des Tickets seit seiner Einführung im Mai 2023 schrittweise um 14 Euro gestiegen. Bund und Länder geben pro Jahr jeweils 1,5 Milliarden Euro für das Deutschlandticket.
Rabatte im Fernverkehr dürften Ticket-Nachfrage bei der Deutschen Bahn ankurbeln
Die Tickets im Fernverkehr der Bahn kosten je nach Buchungszeitpunkt und Verbindung sehr unterschiedlich. Damit wären auch die Ersparnisse bei einem Rabatt von 50 Prozent sehr unterschiedlich. Günstigere Tickets dürften aber die Nachfrage nach Bahnfahrten deutlich ankurbeln.
Offen wäre, wie ein solcher Fernverkehrs-Rabatt finanziert werden könnte. Die Bahn selbst dürfte abwinken: Der Konzern verzeichnete 2025 einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro – rund 0,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Die Fernverkehrssparte verzeichnete zwar einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 45 Millionen Euro, blieb damit aber hinter den Erwartungen zurück. Bahnchefin Evelyn Palla stellte für den Fernverkehr ein Sanierungsprogramm in Aussicht.
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