Ausfälle und Verspätungen: So unpünktlich war die Deutsche Bahn 2024
Pendler und Reisende haben es gespürt: Die Deutsche Bahn war 2024 so unpünktlich wie seit 21 Jahren nicht mehr. Was heißt das und welche Maßnahmen sind geplant?
Die Deutsche Bahn (DB) hat 2024 einen neuen Tiefpunkt in Sachen Pünktlichkeit erreicht. Laut aktuellen Zahlen war mehr als jeder dritte Fernzug verspätet. 37,5 Prozent der ICE- und IC-Halte wurden mit einer Verzögerung von mehr als sechs Minuten erreicht. Lediglich 62,5 Prozent der Züge kamen pünktlich an. Dies ist der schlechteste Wert für Pünktlichkeit seit mindestens 21 Jahren, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am mitteilte.
Pünktlichkeit der Deutschen Bahn auf historischem Tiefstand
Seit 2003 hat die Bahn keine so niedrige Pünktlichkeitsquote mehr verzeichnet. 2023 lag der Wert bei 64 Prozent, während 2022 noch 65,2 Prozent erreicht wurden. Den bisherigen Höchstwert stellte die Bahn 2004 mit 84,3 Prozent pünktlicher Fernzüge auf. 80 Prozent der Verspätungen sind laut Bahn-Sprecher auf eine veraltete, störanfällige und überlastete Infrastruktur zurückzuführen. Doch ab 2025 gilt bei der Deutschen Bahn ein neuer Fahrplan.
Regionalverkehr der Deutschen Bahn ist deutlich pünktlicher
Im Regionalverkehr ist die Lage stabiler. 90,3 Prozent der Regionalzüge erreichten 2024 ihre Halte pünktlich, wenn auch mit einem leichten Rückgang gegenüber 91 Prozent im Vorjahr. Zum Vergleich: 2020 lag die Pünktlichkeit im Regionalverkehr bei 95,6 Prozent, im Fernverkehr bei 81,8 Prozent.
Sanierungsmaßnahmen und Zukunftspläne der Deutschen Bahn
Die Bahn setze jetzt aber verstärkt auf Sanierungsmaßnahmen, um die Pünktlichkeit zu verbessern, wie die dpa berichtet. Bis 2030 sollen 41 stark befahrene Korridore umfassend erneuert werden. Der erste Abschnitt, die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim, wurde bereits 2024 saniert.
Ziel der Bahn ist es, die Pünktlichkeitsquote der Fernzüge bis 2027 auf 75 bis 80 Prozent zu steigern. Trotz der Bemühungen dämpfte Bahn-Manager Philipp Nagl jedoch die Erwartungen. Die Riedbahn-Sanierung sei zwar ein wichtiger Schritt, werde jedoch den Fernverkehr insgesamt nur geringfügig beeinflussen.
Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur der Deutschen Bahn
2024 investierte die Deutsche Bahn knapp 17 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur – der höchste Wert seit Jahren. Der Vorstandsvorsitzende der Bahn-Infrastrukturgesellschaft InfraGo betonte gegenüber der dpa, dass die Qualität des Zugverkehrs in den kommenden Jahren deutlich steigen werde.
„Wenn wir weiterhin jährlich in dieser Größenordnung investieren, wird sich die Infrastruktur spürbar verbessern und die Störanfälligkeit sinken.“
Die Verspätungen kosten die Deutsche Bahn nicht nur Image, sondern auch Geld. Bahn-Chef Richard Lutz erklärte, dass 2024 ein dreistelliger Millionenbetrag für Entschädigungen an Fahrgäste fällig wurde.
Großbaustellen und Umleitungen der Deutschen Bahn 2025
Die Bauarbeiten werden auch 2025 fortgesetzt. Besonders betroffen ist die StreckeBerlin–Hamburg, die ab August für neun Monate gesperrt wird. Umleitungen über Uelzen und Salzwedel verlängern die Fahrzeit um mindestens 45 Minuten. Generell soll es vor allem imSüdwesten etliche Bahnbaustellen in 2025 geben. Die Baustellen können erneut für Ausfälle und Verspätungen im Bahnverkehr sorgen.
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