Bundestag erleichtert den Abschuss von Wölfen – was das für die Tiere bedeutet
Der Bundesrat muss noch zustimmen, bevor die Neuregelung in Kraft tritt: Problemwölfe sollen durch eine Änderung im Jagdrecht einfacher getötet werden können.
In Deutschlands Wäldern sind mehr als 1600 Wölfe unterwegs. Die Tiere stehen eigentlich unter Artenschutz – spätestens, wenn sie Schafe töten, soll es ihnen schneller an den Kragen gehen. Zum Schutz von Weidetieren hat der Bundestag einen erleichterten Abschuss von Wölfen beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.
Wolf wird ins Jagdrecht aufgenommen: Problemwölfe sollen einfacher getötet werden
Mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition und der AfD wurde das Tier ins Jagdrecht aufgenommen. Unter anderem können damit sogenannte Problemwölfe einfacher getötet werden – etwa wenn sie Zäune überwunden und Schafe gerissen haben. Allerdings muss nach dem Bundestag auch noch der Bundesrat zustimmen, bevor die Neuregelung in Kraft treten kann.
Die Zahl der Wölfe in Europa hat sich binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2023 sollen es 20.300 Tiere gewesen sein. Während Tierschützer diese Entwicklung begrüßen, sorgen sich Weidetierhalter um die Sicherheit ihrer Schafe, Ziegen und Kälber.
Klare Regeln für die Wolfsjagd in den Bundesländern
Bundesländer sollen die Jagd in jenen Regionen erlauben dürfen, wo sich der Wolf in einem günstigen "Erhaltungszustand" befindet, er in dem Gebiet also gute Chancen auf einen langfristigen Fortbestand hat. Als Jagdzeit ist dann der Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Oktober vorgesehen. Wenn ein Wolf Weidetiere getötet oder verletzt hat, darf er sogar unabhängig von Erhaltungszustand und Jagdzeit geschossen werden.
Darüber hinaus können die Länder Gebiete bestimmen, in denen die Jagd auf den Wolf erforderlich ist, weil Weidetiere dort schwer vor ihm zu schützen sind - etwa auf Almen oder Deichen. Für Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde soll es trotzdem weiterhin finanzielle Unterstützung vom Staat geben.
(lis/dpa)

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