Seit Anfang März hatte sich der Buckelwal viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet.
Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee: So ist die Lage am Ostersonntag
Der Buckelwal liegt weiterhin vor Wismar. Der Meeressäuger wird rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig durch Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Wasser benetzt.
Seit Dienstag (31. März) liegt der gestrandete Buckelwal nun vor Wismar. Die Lage ist am Morgen des Ostersonntags (5. April) unverändert: Der Wal atmet noch. Die Betreuung des rund zwölf Meter langen Meeressäugers läuft wie geplant weiter, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Der Wal wird rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig durch Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Wasser benetzt. „Die Positionierung der Wassersprenger muss aufgrund des Wetters gegebenenfalls angepasst werden“, sagte der Sprecher. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet heute mit starken Windböen an der Ostseeküste.
Um den Gesundheitszustand des Buckelwals besser einschätzen zu können, sollen Wasserproben untersucht werden. Das Wasser soll vor Ort auf seinen Salzgehalt überprüft werden, erklärt Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Ostersonntag. "Wir wissen, dass das wenig salzhaltige Wasser dem Tier bereits schwer geschadet hat. Wir brauchen aber verlässliche Daten und die wollen wir heute gewinnen."
Gestrandeter Buckelwal vor Wismar vermutlich durch Schiffsschraube verletzt
Der vermutlich durch eine Schiffsschraube verletzte Buckelwal war vor Wismar gestrandet. Am Mittwoch (1. April) waren die Rettungsversuche eingestellt worden. Nach Angaben von Experten vor Ort wird das Tier wohl in der Bucht sterben.
Er atme, mal alle zwei Minuten, mal alle vier bis fünf Minuten, sagte Till Backhaus am Samstag nach einem Besuch des vor der Insel Poel im flachen Wasser gestrandeten Buckelwals. Er habe auch wieder gerufen. „Aber man sieht eben auch, dass seine Aktivitäten geringer werden.“

Backhaus sagte, dass nach den Ostertagen noch einmal Fachleute den Gesundheitszustand des Tieres begutachten sollen. „Das ist für alle weiteren Planungen wichtig.“ Der Minister schloss jedoch kategorisch aus, dass der Wal getötet werde. „Das wird hier nicht stattfinden. Wir können ihn nicht einfach erlösen durch was auch immer.“
Umweltminister stellt klar: „Wir kümmern uns – bis zur letzten Minute.“
Seit Freitag benetzen Einsatzkräfte der Feuerwehr die verletzte Haut des Tieres regelmäßig mit Wasser, um die Schmerzen zu lindern. „Dort, wo er tatsächlich benetzt wird, ist die Temperatur auf der Oberfläche deutlich geringer.“ Backhaus sprach von sechs bis sieben Grad. Das zeige die Wärmebildkamera.
„Da sich die Windverhältnisse geändert haben, wurde nach eingehender Beratung entschieden, die Sprinkler so zu versetzen, dass die Befeuchtung weiter gegeben ist“, sagte Backhaus. Denn wegen des Nordwestwindes gebe es deutlich niedrigere Wasserstände. Dadurch rage das etwa 1,70 Meter hohe Tier noch weiter aus dem Wasser, obwohl es sich durch sein Eigengewicht von etwa 12 Tonnen inzwischen schon 50 Zentimeter in den Boden eingegraben habe.
Erneut wies er Kritik am Umgang mit dem Wal zurück. „Wir kümmern uns – bis zur letzten Minute.“ Hilfskräfte haben bereits Morddrohungen erhalten. Die Walwache durch die Polizei und die Mitarbeitenden sei sichergestellt. „Die Situation ist für alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverständlich. Backhaus betonte: „Wir begleiten den Wal Tag und Nacht.“
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