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Bad Friedrichshall

Notaufnahme wird umgestaltet

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Im Plattenwald startet ein neues Behandlungssystem − Team der Notaufnahme kategorisiert Patienten

Von unserem Redakteur Steffen Heizereder
Notaufnahme im Klinikum am Plattenwald.
Notaufnahme im Klinikum am Plattenwald.

"Die Notaufnahme eines Krankenhauses stellt an jeden besondere Aufgaben", sagt Andreas Licht, Leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am SLK-Klinikum am Plattenwald in Bad Friedrichshall. Mehr als 21 000 Notfälle jährlich verzeichnet die zentrale Notaufnahme des Krankenhauses. Darunter sind Leichtverletzte, Schwerverletzte, Menschen, die selbst in die Notaufnahme kommen und solche, die vom Notarzt gebracht werden.

Einfühlung Das Klinikum will die Einteilung der Patienten daher zukünftig einheitlicher und transparenter gestalten. Es will in diesem Jahr das sogenannte Manchester Triage System einführen. Das Team der Notaufnahme muss in kurzer Zeit eine Einschätzung treffen, wie mit den Notfallpatienten verfahren wird. Wer muss sofort behandelt werden? Wer muss warten? Die subjektive Wahrnehmung der Patienten unterscheide sich dabei manchmal vom tatsächlichen Krankheitsbild, sagt Andreas Licht. "Es bedarf ein gewisses Einfühlungsvermögen." Beim Manchester Triage System werden die ankommenden Patienten sofort von einer Ambulanzschwester gesichtet und einer farblich markierten Kategorie zugewiesen. Patienten, die rote Markierungen erhalten, sind absolute Notfälle. "Schockraumpatienten müssen sofort behandelt werden", sagt Licht. Ein Schockraum ist ein speziell ausgestattetes Behandlungszimmer, in dem Patienten reanimiert werden können. Für alle anderen Patienten gelten streng geregelte Wartefristen. Für Patienten, die der orangefarbenen Kategorie zugeordnet sind, gilt eine maximale Wartezeit von zehn Minuten. Patienten mit leichten Verletmüssen bis zu zwei Stunden warten.

Wartezeiten "Das dient der Verbesserung der Behandlung und der Sicherheit des Patienten", sagt Licht. Vor allem soll das System für die Patienten transparenter sein. Auf einer Tafel sollen daher die Wartezeiten für die Patienten angezeigt werden. Eine Triagierung, also Sichtung, von Patienten ist indes nichts Neues. "Eigentlich macht man immer Triagierung", sagt Birgit Gabel, Ambulanzschwester und Stationsleiterin der zentralen Notaufnahme am Plattenwald. Neu bei der Einführung des Manchester Triage Systems sei die Dokumentation. Bislang komme viel auf die Erfahrung der Ambulanzschwestern an.

Der Regeldienst in der zentralen Notaufnahme am Plattenwald besteht aus dem ärztlichen Leiter, einem Allgemeinchirurgen, einem Unfallchirurgen und einem Internisten. Das Ärzteteam wird von drei Ambulanzschwestern unterstützt.

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