Schlafraum oder Sauerstoff-Bar
Philipp Laage, dpadpa

Für viele Reisende sind Flughäfen faszinierende Orte, die Fernweh auslösen. Der Blick auf die Anzeigetafeln mit den unterschiedlichen Flug-Zielen beflügelt die Fantasie. Doch die Zeit kann auch ziemlich lang werden, wenn die Maschine erst in ein paar Stunden fliegt. Die Wartezeit lässt sich aber nutzen:
Schlafen: Für ein Nickerchen taugen die Sitzreihen in den Terminals eher eingeschränkt. Die bequeme Alternative sind Lounges, die nicht selten Mini-Schlafzimmer haben. Wer nicht in der Business Class fliegt, dem wird oft gegen eine einmalige Gebühr Zutritt gewährt. Außerdem gibt es Vielflieger-Angebote wie den Priority Pass, der für 249 Euro im Jahr Zutritt zu mehr als 700 Lounges verspricht.
Schlafkabinen sind vor allem an asiatischen Flughäfen weit verbreitet. Auch der Airport Helsinki hat 19 komplett abschirmbare Sleeping Pods. Die Napcaps in München bieten neben dem Bett einen Arbeitsbereich mit Internet. Die Kosten pro Stunde: nachts 15 Euro, tagsüber zehn Euro. Der Mindestpreis für die Nutzung: stolze 30 Euro. Wer einen richtig langen Stop-over einlegen muss, für den hat Laura Frommberg vom Schweizer Fachmagazin "Aerotelegraph" einen Tipp: In einem solchen Fall zahlen manche Airlines dem Kunden ein Zimmer im Transit-Hotel − wohl der erholsamste Schlafplatz.
Shoppen: Auf vielen Airports fühlt man sich wie in einem großen Shopping-Center. Allerdings müssen Urlauber darauf achten, wie viel sie maximal ausgeben. Für den Deutschen Zoll macht es bei der Einfuhr keinen Unterschied, ob die Ware am Flughafen oder außerhalb davon gekauft wurde, erklärt das Hauptzollamt Frankfurt am Main. Wer die Freimenge überschreitet, zahlt in Deutschland noch einmal drauf. Steuern und Zoll spart man dagegen im Duty-free-Shop.
Surfen: Das Angebot an kostenlosem W-Lan wird ständig ausgebaut. In Frankfurt, Köln/Bonn und München etwa ist der Zugang rund um die Uhr kostenlos, andernorts oft für eine Stunde oder eine halbe frei. Vor allem im Ausland ist das praktisch, denn beim Surfen über das Mobilfunknetz fallen hohe Roaming-Kosten an. Die Entwicklung geht aber in Richtung Gratis-W-Lan.
Wellness: Zähneputzen auf einer der öffentlichen Toiletten geht natürlich immer. Wer aber ein bisschen Geld ausgibt, kann sich an vielen Airports verwöhnen lassen. In München gibt es zum Beispiel Duschräume. Nicht ein mal ein Meter, sondern wie ein Badezimmer. Der Gast bekommt Handtuch, Shampoo und Duschgel. Der Preis: 15 Euro. Der Flughafen in San Francisco verfügt sogar über einen Yoga-Raum. Noch spezieller geht es am Flughafen Tokio-Narita in Japan: In der Oxygen-Lounge können sich Reisende mit künstlichem Sauerstoff auftanken.
Unterhaltung: In Sachen Entertainment sind die asiatischen Airports vorne mit dabei − besonders Singapur-Changi, die Nummer eins im Ranking. Der Flughafen hat einen Schmetterlingsgarten, einen Pool samt Whirlpool auf dem Terminaldach und Kinosäle. Der Hongkong International hat ein Imax-Kino. Tipp für einen längeren Stop-over: An einigen Flughäfen werden für Passagiere mit mehreren Stunden Wartezeit Stadtführungen angeboten. Doch nicht immer muss man für ein wenig künstlerische Bildung den Airport verlassen: In Amsterdam-Shipol eröffnet im Sommer 2016 nach einer Renovierung die Außenstelle des berühmten Rijksmuseums neu. Und in Seoul-Incheon kann man das Cultural Museum of Korea besuchen.
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