Eichstätt-Ingolstadt (dpa/tmn)
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Verbunden bleiben trotz Fernbeziehung - wie klappt's?

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Beide sehnen sich nacheinander, doch mehr als Texten und Telefonieren geht nicht. Gerade für junge Paare ist bedeutet eine Fernbeziehung das große Vermissen. Wie sich dann Nähe schaffen lässt.

Endlich hab' ich dich wieder! In Fernbeziehungen ist die Sehnsucht groß - genauso wie die Freude beim Wiedersehen.
Endlich hab' ich dich wieder! In Fernbeziehungen ist die Sehnsucht groß - genauso wie die Freude beim Wiedersehen.  Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Eine tröstende Umarmung nach einem miesen Tag oder gemeinsames Einschlafen: Was für zusammenlebende Paare Alltag ist, danach sehnen sich Menschen in Fernbeziehungen oft wochenlang. 

«Die Sehnsucht ist besonders groß bei Paaren, die erst ein, zwei Jahre zusammen sind», sagt Peter Wendl. Der Paar- und Familientherapeut forscht an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zu Fernbeziehungen und schreibt Bücher zum Thema.

Diese Paare seien oft noch nicht so vertraut und eingespielt wie solche, die seit Jahren in einer Fernbeziehung leben. Ihre größte Herausforderung ist es, die Sehnsucht zu bewältigen. Immerhin hat die auch etwas Gutes: «Die Sehnsucht stellt emotionale Nähe her, weil beide Partner so sehr zusammen sein wollen.»

Sich am Alltag teilhaben lassen - mit festen Absprachen

Aber wie fühlen Paare sich auch wirklich verbunden - trotz der vielen, vielen Kilometer Entfernung, die zwischen beiden liegen? 

«Das A und O ist, sich am Alltag teilhaben zu lassen», sagt Peter Wendl. Ob Telefon oder Videocall: Kommunikationsmittel gibt es dafür genug. 

«Wichtig sind erst einmal feste Absprachen», sagt der Paartherapeut, zum Beispiel: 

  • Wann sprechen wir uns und wie?
  • Wollen wir fixe Zeiten vereinbaren, zum Beispiel jeden Abend vor dem Schlafengehen?
  • Was tauschen wir dann aus? 

Wichtig: Telefonate müssen nicht immer tiefgründig sein. Vermeintliche Banalitäten wie «So war es bei der Arbeit» oder «Das habe ich sonst noch so gemacht» sind wichtig, um einen Einblick in den Alltag der oder des anderen zu bekommen. 

Welche Frage ein guter Gesprächseinstieg ist

Für den Einstieg, etwa bei einem Telefonat, empfiehlt Peter Wendl Fernbeziehungspaaren eine ganz bestimmte Frage: «Was brauchst du gerade?». 

Die Schwierigkeit ist nämlich, dass beide Partner selten in gleicher Stimmung sind. Mit diesem Opening lässt sich erst einmal ein Gefühl dafür bekommen, wie es dem oder der Liebsten eigentlich gerade geht und wonach er oder sie sich am meisten sehnt.

Denn: «Nach meinen Bedürfnissen gefragt zu werden und mich dann auch ernst genommen zu fühlen, ist zentral für jede Beziehung - in Fernbeziehungen aber besonders», sagt Peter Wendl. 

Die Frage erzeuge einen Raum, in dem man sich nah sein kann, indem man offen artikuliert: Ich möchte gerade einfach in den Arm genommen werden. Oder: Ich würde jetzt gerne mit dir etwas trinken gehen. Oder auch: Ich bräuchte mal wieder Sex. 

Dass nicht alle Wünsche dabei sofort erfüllt werden können, ist nicht schlimm. «Umso mehr kann dadurch Vorfreude aufs Wiedersehen entstehen, weil man weiß, dass dann wieder Zeit füreinander sein wird», so der Therapeut.

«Ich wünschte, du wärst hier»: Insbesondere Menschen, die nicht zusammenleben, sollten gut aufeinander eingehen - und über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse sprechen.
«Ich wünschte, du wärst hier»: Insbesondere Menschen, die nicht zusammenleben, sollten gut aufeinander eingehen - und über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse sprechen.  Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Telefonate müssen nicht immer tiefgründig sein. Auch die kleinen Einblicke in den Alltag der oder des anderen sind wichtig.
Telefonate müssen nicht immer tiefgründig sein. Auch die kleinen Einblicke in den Alltag der oder des anderen sind wichtig.  Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Das Smartphone ist für Liebende in Fernbeziehungen das wichtigste Kommunikationsmittel.
Das Smartphone ist für Liebende in Fernbeziehungen das wichtigste Kommunikationsmittel.  Foto: Hilde Kraatz/dpa-tmn
Hilfreich in einer Partnerschaft allgemein - und natürlich auch bei Fernbeziehungen: sich über Bedürfnisse und Gefühle austauschen.
Hilfreich in einer Partnerschaft allgemein - und natürlich auch bei Fernbeziehungen: sich über Bedürfnisse und Gefühle austauschen.  Foto: Silvia Marks/dpa-tmn
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