Emotionaler Ausbruch im Team: Wie reagiere ich richtig?
Tränen oder Wut im Meeting? Warum Schweigen oder Beschwichtigen oft alles schlimmer macht – und was stattdessen hilft, das Team wieder zusammenzubringen.

Im Teammeeting lief gerade noch alles glatt. Dann bringt eine spitze Bemerkung eine Kollegin plötzlich zum Weinen. Alle erstarren, nach ein paar ratlosen Worten wird das Meeting beendet. Zurück bleibt ein ungutes Gefühl.
Schweigen, Beschwichtigen («Jetzt beruhig dich mal») oder Ausweichen sind in solchen Momenten keine gute Strategie. Kommt es im Team zu emotionalen Ausbrüchen, hilft vor allem offene Kommunikation, sagt Annette Auch-Schwelk. Die Coachin hat ein Buch zum Umgang mit starken Gefühlen geschrieben.
Zeigt ein Teammitglied häufiger starke Emotionen, etwa indem es schnell in Tränen ausbricht, ist Empathie gefragt. «Gerade als Führungskraft sollte man sich fragen, wie man diesen Menschen unterstützen und begleiten kann, ohne selbst zum Therapeuten zu werden», so Auch-Schwelk.
Unterbrechen, ruhig bleiben, nachhalten
Reagiert eine Person hingegen plötzlich wütend oder aufbrausend, kann es helfen, die Situation ruhig zu benennen und zu unterbrechen. «Ich empfinde das gerade als unangenehm und empfehle, wir machen eine kurze Pause», rät Auch-Schwelk. Je nach Situation könne es auch sinnvoll sein, das Gespräch zu vertagen oder den Rahmen zu verändern: «Wollen wir das im Anschluss unter vier Augen klären?»
Wichtig ist außerdem, die Situation im Nachgang noch einmal aufzugreifen: «Vorhin im Meeting war viel Spannung - wollen wir noch mal in Ruhe darüber sprechen?».
Grundsätzlich gilt laut Auch-Schwelk: Emotionen sind weder ausschließlich gut noch schlecht. «Wut kann etwas Zerstörerisches haben oder auch förderlich sein, um eigene Grenzen zu setzen.» Dieses Verständnis kann helfen, die Situation besser einzuordnen.
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