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Auf Sommerreifen wechseln: Worauf Autofahrer achten müssen

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Im Frühjahr steht für viele Autofahrer wieder ein Reifenwechsel an. Dabei gibt es einiges zu beachten: vom richtigen Zeitpunkt bis hin zu möglichen Kostenfallen.

von dpa und unserer Redaktion
Ohne einen Termin in der Werkstatt kann sich der Reifenwechsel verzögern.
Ohne einen Termin in der Werkstatt kann sich der Reifenwechsel verzögern.  Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Wer ein Auto besitzt, kennt die jährliche Routine: im Frühjahr werden die Sommerreifen aufgezogen, im Herbst dann die Winterreifen. Doch wann ist dafür der richtige Zeitpunkt – und welche Anforderungen müssen Autoreifen erfüllen? Marcel Mühlich, Fachmann beim Auto Club Europa (ACE) erklärt, was Sie dabei beachten müssen.

Wann genau Autoreifen gewechselt werden müssen, hängt von der Reifenart, der Jahreszeit, dem Alter des Reifens und der Profiltiefe ab. Dabei gibt es folgende gängige Reifenarten:

  • Sommerreifen
  • Winterreifen
  • Ganzjahresreifen oder Allwetterreifen

Reifenwechsel im Frühjahr: Vorteile von Ganzjahresreifen

Das Gute an Ganzjahresreifen: Sie können sich das Wechseln der Reifen im Frühling und Herbst sparen. Allerdings sind Ganzjahresreifen laut Stiftung Warentest in der Anschaffung teurer, verbrauchen mehr Sprit, halten nicht so lange und sind nicht so sicher wie Winterreifen.

Langfristig gesehen werden die Mehrkosten für Ganzjahresreifen aber durch die anfallenden Kosten für die häufigeren Reifenwechsel in einer Werkstatt locker wieder ausgeglichen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel?

Die alte Faustregel für den Reifenwechsel lautet "O bis O" – an Ostern die Winterreifen runter und im Oktober wieder rauf. Doch das gilt nur noch ganz grob.

"Das war vor den Zeiten des Klimawandels", sagt Mühlich. Zudem liege Ostern jedes Jahr anders – manchmal so früh im Jahr, dass es noch sehr winterlich sein kann. "Dann sollten die Winterreifen drauf bleiben."

Auf Temperaturen achten: Wechsel auf Sommerreifen

Auch regional kann es Temperaturunterschiede oder Schwankungen beim Wetter geben: "Ein plötzlicher Wintereinbruch ist im Herbst und im Frühjahr denkbar", sagt Mühlich. Deshalb ist es schwierig, einen genauen Zeitpunkt für den Wechsel zu nennen.

Winterreifen haben eine weichere Gummimischung, da mehr Kautschuk beigefügt wird. "Somit bleiben sie auch bei kälteren Temperaturen geschmeidig und haften besser auf der Fahrbahn", erklärt Mühlich.

Was kostet der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen?

Ein Wechsel der vier Räder in der Werkstatt ist schon ab 20 Euro möglich. Zum Teil können Kosten für das Material sowie das Auswuchten der Räder hinzukommen – etwa 20 bis 35 Euro für vier Räder. 

Hinzu kommen Kosten für das Einlagern der Räder, wenn sie selbst keinen Platz dafür haben. Die Preise dafür sind unterschiedlich, weshalb am besten direkt vor Ort nachgefragt werden sollte.

Richtigen Zeitpunkt erwischen: Wann sind neue Reifen bei einem Auto fällig?

Das kann ganz einfach an zwei Punkten erkannt werden, nämlich am Reifenalter und der Profiltiefe. Beim Reifenalter gilt:

  • Sechs Jahre: Ab sechs Jahren sollten Autofahrer Sommer- und Winterreifen jährlich überprüfen lassen, rät Mühlich vom ACE.
  • Acht Jahre: Winterreifen sollten laut ADAC nicht älter als acht Jahre sein.
  • Acht bis zehn Jahre: Der Kauf neuer Sommerreifen ist nach acht bis zehn Jahren nötig. Sollte die Überprüfung aber bereits nach sechs Jahren zeigen, dass die Reifen spröde sind, müssen Sie diese aber früher austauschen, so Mühlich.
  • Zehn Jahre und älter: "Sind Reifen älter als zehn Jahre, ist Schluss", sagt der ACE-Fachmann. Der Grund: Das Material eines Reifens kann mit der Zeit aushärten. Dadurch können sich der Grip und die Bremseigenschaften verschlechtern.

Das Alter des Reifens erkennen Sie an der DOT-Nummer. Die finden Sie am Reifen selbst.

Vorgeschriebene Profiltiefe bei Autoreifen: Das gilt

Mit einer 1-Euro-Münze lässt sich das Reifenprofil ganz einfach kontrollieren. Der goldene Rand sollte unten nicht aus dem Profil herausragen.
Mit einer 1-Euro-Münze lässt sich das Reifenprofil ganz einfach kontrollieren. Der goldene Rand sollte unten nicht aus dem Profil herausragen.  Foto: Daniel Karmann/dpa

In Deutschland ist ein Restprofil von mindestens 1,6 Millimetern vorgeschrieben. Weniger ist gesetzlich nicht erlaubt. Allerdings sind die empfohlenen Werte aus Sicherheitsgründen höher.

Reifen sollten eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern haben – insbesondere bei winterlichen Verhältnissen. "Bei starkem Regen können sie bei unter drei Millimetern ins Aquaplaning geraten", so Mühlich.

Tricks beim Reifenwechsel: Profiltiefe einfach bestimmen

Die Autoreifen können mit einem einfachen Trick gemessen werden – und zwar mit einer Ein-Euro-Münze. Der Goldrand der Münze ist genau drei Millimeter breit.

Verschwindet er im Profil, reicht dieses noch aus. Ist der Goldrand sichtbar, sollten Sie den Reifen austauschen. Noch genauer wird es mit einem Reifenprofil-Messer - einfach in mehrere Rillen bis auf den Grund stecken und dann Werte ablesen.

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