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Fahrbericht

Renault Rafale: Was kann das SUV-Coupé mit Vollhybridantrieb?

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Renault setzt seit einiger Zeit auch wieder auf Fahrzeuge in höheren Klassen und will damit neue Kundengruppen ansprechen. Ein gutes Beispiel dafür ist das SUV-Coupé Rafale (ab 43.800 Euro). Wir sind mit dem Wagen zu Testfahrten gestartet.

Wundschnittiges SUV-Coupé: Der Name des Renault Rafale ist angelegt an ein einmotoriges Flugzeug aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Wundschnittiges SUV-Coupé: Der Name des Renault Rafale ist angelegt an ein einmotoriges Flugzeug aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.  Foto: Renault

Luca de Meo ist ein außergewöhnlicher Manager. Der 58-Jährige war schon Marketingchef bei Volkswagen, Vertriebs- und Marketingvorstand bei Audi und CEO von Seat. Die vergangenen fünf Jahre stand der Italiener an der Spitze von Renault. Was er zusammen mit seinem Team aus dem französischen Hersteller gemacht hat, ist bemerkenswert. Vollelektrische Neuauflagen der beiden Kultautos R4 und R5 und zahlreiche SUV-Modelle sorgen dafür, dass der Autobauer schon länger wieder in der Erfolgsspur fährt. Im Zuge der Restrukturierung ist es Renault sogar gelungen, sich auch wieder etwas höher zu positionieren. Das liegt vor allem an Fahrzeugen wie dem schicken SUV-Coupé Rafale (ab 43.800 Euro).

Renault Rafale: Was es mit dem Namen des SUV-Coupés auf sich hat

Rafale? Das Auto soll Renault „Flügel verleihen“, wie es vom Hersteller heißt. Daher ist der Name ganz bewusst gewählt. Bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten die Namen Renault und Rafale ihren festen Platz in der Aeronautik, denn eine einmotorige Maschine mit dieser Bezeichnung verhalf der Flugpionierin Hélène Boucher weltweit zu Ruhm und Ehre. 

Die dynamische Seitenlinie und die Heckpartie sind die Hingucker bei dem französischen SUV-Coupé.
Die dynamische Seitenlinie und die Heckpartie sind die Hingucker bei dem französischen SUV-Coupé.  Foto: Renault

Renault Rafale: Windschnittiges und dynamisches Design

Den Brückenschlag zur Aeronautik gibt es zumindest Mal beim Design des Rafale: Der 4,71 Meter lange, 1,86 Meter breite und 1,61 Meter hohe Wagen ist windschnittig gezeichnet und hebt sich wohltuend ab im Straßenbild. Selbst aus der Ferne macht der Rafale einen kraftvollen Eindruck mit seinen fließenden Linien. Vor allem die dynamische Seitenlinie ist sehenswert am Flaggschiff von Renault. Sechs Farben sind für das SUV-Coupé lieferbar. Wer es gerne etwas knallig und auffällig möchte, kann zu Gipfel Blau (890 Euro extra) greifen. In der Linie Esprit Alpine sind ein blau hinterlegter Kühlergrill und 20-Zöller serienmäßig montiert.

Lob verdient die durchweg gute Verarbeitung innen, der zentral in der Mitte angebrachte Touchscreen lässt sich wie ein Tablet bedienen.
Lob verdient die durchweg gute Verarbeitung innen, der zentral in der Mitte angebrachte Touchscreen lässt sich wie ein Tablet bedienen.  Foto: Renault

Renault Rafale: Großzügiges Platzangebot für Passagiere und Gepäck

Bei der Formgebung des Rafale könnte man meinen, dass das Raumangebot nicht sonderlich üppig ist - vor allem auf der Rückbank und im Kofferraum. Doch der Eindruck täuscht. Der Radstand, also der Abstand zwischen den beiden Achsen, beträgt üppige 2,74 Meter und schafft die Voraussetzung für ein großzügiges Platzangebot. Die Bein- und Kopffreiheit ist selbst im Fond überraschend gut bemessen. Eine Empfehlung ist das Panorama-Glasdach für 1500 Euro extra: Es sorgt für einen lichtdurchfluteten Innenraum und damit ein noch angenehmeres Ambiente. Eine Überraschung erwartet den Besitzer auch, wenn er die elektrische Heckklappe nach oben aufschwingen lässt.

Trotz der Coupé-Linie passen hier mindestens 627 Liter rein, bei umgeklappter Rückbank sind es sogar 1914 Liter. Getrübt wird das Ganze allerdings dadurch, dass keine ebene Ladefläche beim Umlegen entsteht, zudem ist die Ladekante einiges zu hoch geraten. Lob verdient hingegen die durchweg gute Verarbeitung innen, der zentral in der Mitte angebrachte Touchscreen lässt sich wie ein Tablet bedienen. 

Überraschend groß ist der Kofferraum mit 627 bis 1914 Liter Volumen. Leider entsteht aber keine ebene Ladefläche, wenn man die Rückbank umlegt.
Überraschend groß ist der Kofferraum mit 627 bis 1914 Liter Volumen. Leider entsteht aber keine ebene Ladefläche, wenn man die Rückbank umlegt.  Foto: Renault

Renault Rafale: Wendig und auf langen Strecken komfortabel

Nur die Basisversion des Rafale muss ohne die Allradlenkung auskommen, die ist ein echtes Muss, weil sie den Wagen extrem  wendig macht. Die Technik dahinter: Die Hinterräder lenken bis zu fünf Grad entgegengesetzt zu den Vorderrädern, das unterstützt merklich beim Rangieren in Parklücken und engen Stellen. Das nimmt dem Fahrer die Sorge vor der Fahrt durch enge Innenstädte. Aber auch auf der Autobahn helfen die Hinterräder leicht mit beim Lenken und sorgen für zusätzliche Stabilität. Insgesamt kann man dem SUV-Coupé einen ausgeprägten Langstreckenkomfort attestieren, aber auch die Dynamik kommt auf kurvigen Strecken nicht zu kurz. Aber insgesamt ist das Modell doch eher für gemütliche Touren gemacht.

Renault Rafale: 5,8 Liter Verbrauch mit dem Vollhybridantrieb

Klein, aber fein und vor allem effizient ist die Auswahl bei den Antrieben. Zur Wahl stehen ein Vollhybrid und ein Plug-in-Hybrid, der an der Steckdose geladen wird. Wir waren mit dem Vollhybriden unterwegs, der ein ausgeklügeltes Technikpaket aufweist und mit 147 kW/200 PS Systemleistung zu seinem Besitzer rollt. Unter dem Blech setzt Renault auf einen Dreizylinder-Benzinmotor mit 1,2 Liter Hubraum und 96 kW/130 PS Leistung. Dazu gesellt sich ein E-Motor (50 kW/70 PS). Dritter Baustein ist ein kleiner elektrischer Generator (25 kW/34 PS), der das Starten und die Gangwechsel übernimmt. In der Stadt kann man mit dem Antrieb je nach Fahrweise zwischen 60 und 80 Prozent elektrisch zurücklegen. Das macht sich beim Verbrauch bemerkbar. Unser Testverbrauch von 5,8 Litern (138 g/km) liegt zwar 1,1 Liter über der Werksangabe, ist aber für ein SUV dieser Größe vollkommen in Ordnung.

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