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Porsche Targa 4 GTS: Das Beste aus zwei Welten

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Der Porsche Targa vereint Coupé und Cabrio in einem Auto. Im Zuge der jüngsten Modellüberarbeitung haben die Ingenieure den Sechszylindermotor elektrifiziert.

Der Porsche Targa 4 GTS ist ein Auto für 365 Tage im Jahr – mal Coupé, mal Cabrio.
Der Porsche Targa 4 GTS ist ein Auto für 365 Tage im Jahr – mal Coupé, mal Cabrio.  Foto: Porsche

 m den Kult um die Marke zu verstehen, reicht ein berühmtes Zitat von Ferry Porsche: „Wir bauen Autos, die keiner braucht, aber die jeder haben will.“ Porsche ist Mythos. Porsche versprüht Magie. Porsche ist Männertraum. Spätestens als US-Schauspieler James Dean 1955 einen 550 Spyder kaufte, mit dem er tragischerweise verunglückte. Ferry Porsche hatte einst von einem Sportwagen geträumt, den es noch nicht gab. Also hat ihn der Konstrukteur selbst gebaut. Vor 75 Jahren erhielt der 356 Nr. 1 Roadster seine Betriebserlaubnis – der erste Wagen, der den Namen Porsche trug. Die Geburtsstunde der Marke.

Bis heute sind es es vor allem die klassischen Sportwagen wie der Porsche 911, die den Kult um die Marke befeuern. Wer sich nicht für ein Coupé oder ein Cabrio entscheiden kann, für den hat die VW-Tochter als Zwitter auch den Targa im Programm. 60 Jahre nach dem ersten Fahrzeug hat die Baureihe nichts von ihrer Faszination verloren. Die besondere Elfer-Version aus dem Porsche-Stammwerk Zuffenhausen gibt es auch als besonders sportliche GTS-Version (ab 192 900 Euro) mit extrabreiter Spur.

Porsche Targa: Aufwendiges Dach öffnet sich in 19 Sekunden

Für Aufsehen sorgt aber nicht nur die Optik. Man muss einfach hinschauen. Wenn der Targa 4 GTS beginnt, sich per Knopfdruck zu enthüllen, bleiben die Menschen stehen, drehen die Köpfe und staunen. Die aufwendige Technik ist aber auch ein sehenswertes und beeindruckendes Spektakel. Zuerst fährt das verglaste Heckteil nach hinten, dann legt sich das Stoffdach auf der Fläche über dem Motor ab, bevor die transparente Heckscheibe wieder bündig mit dem feststehenden Bügel abschließt. Erkennen die Abstandssensoren ein Hindernis hinter dem Fahrzeug, wird der Vorgang gestoppt. 19 Sekunden dauert das Schauspiel, bis sich der Targa wie ein Cabrio anfühlt. Die Sonne scheint dann ungehindert ins Gesicht, der Wind streichelt sanft das Haar, der kernige Sound des Sechszylinders im Heck dringt ungefiltert zu den beiden Passagieren vorne.

541 Pferdestärken, in 3,1 Sekunden auf Tempo 100 und bis zu 312 km/h schnell

Apropos Sechszylinder. Den haben sich die Ingenieure im Zuge der jüngsten Modellüberarbeitung umfassend vorgenommen. Mit dem so genannten T-Hybrid für den sportlichen Ableger GTS beginnt auch beim Elfer die Elektrifizierung. Der Hubraum des Sechszylinder-Boxermotors wurde von 3,0 auf 3,6 Liter vergrößert. Im Datenblatt stehen nun 357 kW/485 PS Leistung. Nun kommt aber der Clou: In das Getriebe ist eine klassische E-Maschine eingebaut, die über die Eingangswelle wirkt und so ab Leerlauf und über alle Gänge sowie in allen Geschwindigkeitsbereichen mit 41 kW/56 PS zusätzlicher Leistung anschieben kann. Damit verfügt der Targa 4 GTS über eine Gesamtleistung von 541 Pferdestärken und maximal 610 Newtonmeter Drehmoment. Damit stürmt der wahrscheinlich außergewöhnlichste aller Elfer in nur 3,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird bis zu 312 km/h schnell.

Besonders knackig ist die Heckpartie mit den beiden mittig angebrachten Endrohren.
Besonders knackig ist die Heckpartie mit den beiden mittig angebrachten Endrohren.  Foto: Porsche

Porsche-Ingenieure haben den Motor komplett überarbeitet

Energie für die Getriebe-E-Maschine liefert ein 1,9 kWh großer Akku unter der vorderen Haube. Eine weitere Besonderheit ist auch, dass es nur noch einen statt zwei Turbolader gibt. Im Gehäuse sitzt ein fast winziger E-Motor. Der liefert selbst bei sehr niedrigen Motordrehzahlen bereits ordentlich Ladedruck. Gleichzeitig kann der Elektroverdichter wie ein Generator Energie umwandeln und im Akku speichern. Das alles funktioniert in der Praxis unmerklich für den Fahrer. Als Durchschnittsverbrauch notierten wir 10,8 Liter (246 g/km).

Porsche Targa 4 GTS: Ein Auto für 365 Tage im Jahr

Standardmäßig sind die Targa-Modelle mit Allradantrieb ausgerüstet. Der sorgt dafür, dass die extrem breit gezogene Heckpartie nicht all zu oft zu wedeln beginnt. Schnell und präzise lässt sich der Targa durch enge Kurven zirkeln. Beim gemütlichen Cruisen über die Landschaft staunt man hingegen über den hohen Fahrkomfort, den der Porsche trotz aller Dynamik bietet. Der Targa ist ein Auto für 365 Tage im Jahr – mal Coupé, mal Cabrio.

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