Mercedes E-Klasse: E wie elegant und effizient
Seit Jahrzehnten ist die Mercedes E-Klasse ein Erfolgsmodell für die Marke mit dem Stern. Wir sind mit der Limousine der aktuellen Generation zu ausgiebigen Testfahrten gestartet.

Wer in der Mercedes E-Klasse Platz nimmt, fühlt sich vor allem: geborgen. Zum einen ist es dank der guten Dämmung auch bei höheren Geschwindigkeiten immer angenehm ruhig innen. Zum anderen ist das Interieur etwas fürs Auge: Verarbeitung und Qualität sind so, wie man das in dieser Klasse und vor allem von der Marke im Zeichen des Sterns erwartet. Die Techniker haben genau das richtige Material an der richtigen Stelle eingesetzt. Und wer die richtigen Extras ordert, kann sich auf den bequemen Sitzen eine Massage können. Zudem lässt sich das Gestühl je nach Jahreszeit heizen oder kühlen. Dazu noch ein satter Sound von Burmester aus 21 Lautsprechern: Lange Strecken vergehen in der Limousine jedenfalls wie im Flug.
Mercedes E-Klasse: Digitale Bildschirmlandschaft mit gestochen scharfer Darstellung
Darüber hinaus ist die E-Klasse so digital wie nie zuvor. Schalter gibt es nur noch wenige, der Großteil der Bedienung läuft über üppig dimensionierte Bildschirme samt gestochen scharfer Darstellung. Hat jemand den Superscreen bestellt, bekommt er das volle Bildschirm-Programm. Einen Monitor mit 12,3 Zoll für Tacho und Co., einen 14,4-Zoll-Monitor in der Mitte und einen weiteren 12,3-Zoll-Bildschirm direkt vor dem Beifahrer im Armaturenträger. Der Passagier auf der rechten Seite kann damit zum Beispiel während der Fahrt Filme schauen – ein spezieller Filter sorgt dafür, dass der Fahrzeuglenker nur wenig davon zu sehen bekommt. Und wenn er dann doch ganz gezielt in Richtung des Beifahrerdisplays schauen sollte, wird das von Kameras im Innenraum registriert und das Bild zusätzlich abgedunkelt, so dass nichts mehr zu erkennen ist und er nicht vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Als Beifahrer jedenfalls kann man entweder die Landschaft draußen genießen oder sich auf dem Bildschirm bespaßen lassen.

Sprachbedienung funktioniert in der E-Klasse so gut wie nie zuvor
Man braucht aber gar nicht die berührungsempfindlichen Bildschirme zu nutzen, um die verschiedenen Funktionen anzusteuern. Denn mit dem eigenen Auto zu sprechen, ist bei Mercedes nun einfacher denn je. „Just talk“ heißt das Prinzip. Als Fahrer kann man einfach losreden und seine Wünsche äußern. „Navigiere mich zum Flughafen nach Stuttgart.“ „Stell die Temperatur auf 22 Grad.“ „Finde ein Hotel in der Nähe.“ Kaum gesagt, schon erfüllt das Auto den Wunsch, ohne dass Signal-Worte wie „Hey Mercedes“ vorangestellt werden müssen. Die Sprachbedienung lernt ständig dazu und funktioniert alles in allem hervorragend. Allerdings meldet sie sich mitunter auch zu Wort, wenn man sich mit Mitfahrern unterhält. Daher kann man die Funktion aber auch deaktivieren. Ein Mikrofon-Icon im Display zeigt an, ob sie aktiv ist oder nicht.
Und dann ist da noch ein anderes Gimmick, das bemerkenswert ist. Wer möchte, kann die E- Klasse mit einer Selfie-Kamera bestellen. Die sitzt auf dem Armaturenträger und macht – wie der Name schon sagt – Selfies der Insassen. Aber Selfies sind nur ein Nebenaspekt. Denn die Kamera ist eine Art Webcam, wie man sie von Laptops kennt. Mit ihr kann man auch im Auto Online-Konferenzen zum Beispiel via Zoom abhalten.
Mercedes E-Klasse: Optisch sehr elegant und wie eine kleine S-Klasse
Das ist sicher für den ein oder anderen Geschäftskunden interessant, den die Stuttgarter mit der Limousine ansprechen wollen. Mit Erfolg. Bei Mercedes sind die C- und E-Klasse fast jedes Jahr ein Garant für Stabilität. Im vergangenen Jahr legte der Absatz der beiden Baureihen weltweit um sechs Prozent auf 308.400 Fahrzeuge zu. Vor allem die E-Klasse ist in der aktuellen Generation eleganter als jemals zuvor. Die Preise für die Limousine starten aktuell ab 55.370,70 Euro.
Optisch fährt der Wagen wie eine kleine S-Klasse vor, das gilt vor allem für die markante Heckpartie. Typisch sind auch die versenkbaren Türgriffe, die ausfahren, sobald man sich dem Fahrzeug nähert. Je nach Linie gibt es vorne neben ganz vielen kleinen Sternen einen großen in der Mitte des Kühlergrills oder ganz klassisch stehend auf der Motorhaube. Platz ist innen sowohl vorne als auch hinten reichlich vorhanden. Selbst auf der Rückbank dürfen sich die Passagiere über sehr viel Beinfreiheit freuen. Der Kofferraum der E-Klasse Limousine fasst 530 Liter.

Mehr Fahrkomfort bietet in dieser Klasse kaum ein Fahrzeug
Unterwegs erweist sich die E-Klasse als Sänfte, vor allem auf langen Autobahntouren. Hier zeigt sich der hohe Komfort, vor allem mit der Luftfederung an Bord. Neu ist aber, dass die E-Klasse auf der Autobahn automatisch, ganz ohne den Fahrer, überholen kann. Das klappt einwandfrei. Ist der Abstandstempomat aktiviert, hält der Wagen das Tempo, bremst und beschleunigt von selbst und hält dabei auch die Spur. Das kannte man schon zuvor. Doch wo andere Systeme hinter einem langsameren Fahrzeug das Tempo reduzieren und einfach hinterherfahren, prüfen die radar- und kamerabasierten die Sensoren der E-Klasse die aktuelle Situation und veranlassen einen Überholvorgang.
Nicht missen möchte der Fahrer auch die Hinterachslenkung: Sie reduziert den Wendekreis um 90 Zentimeter, was sich besonders in engen Parkhäusern bemerkbar macht. Die Technik erleichtert aber auch auf der Straße das Handling sehr. Jedenfalls hatten wir kaum einmal das Gefühl in einem fast fünf Meter langen Auto unterwegs zu sein. Die E-Klasse lässt sich jedenfalls stets leichtfüßig und einfach bewegen.
367 PS starker Sechszylinder-Diesel mit unter sieben Litern Verbrauch
Für den Antrieb sorgen mehr als zehn Versionen – Benziner und Diesel, Plug-in-Hybride und bärenstarke Varianten des Haustuners AMG aus Affalterbach. Um die Effizienz zu steigern, sind die Verbrennungsmotoren allesamt elektrifiziert. Sportlich und sparsam ist der Sechszylinder-Diesel aus unserem Testwagen: Der 450d (ab 86.263,10 Euro) hat drei Liter Hubraum und eine Leistung von 270 kW/367 PS. Der Diesel stemmt maximal 750 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Da geht bei Bedarf ganz schön was vorwärts. Kraft ist jedenfalls mehr als ausreichend vorhanden, wenn man mal flotter unterwegs sein will. Wer den Allradler gemütlich gleiten lässt, kommt bei konstant 120, 130 km/h auf der Autobahn auch mal mit 6,8 Litern im Schnitt aus, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 180 Gramm pro Kilometer.
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