VW ID.7: Elektro-Limousine mit 700 Kilometern Reichweite
Volkswagen feiert die Weltpremiere seines neuen Elektroautos ID.7: Der Fünf-Meter-Wagen kommt im Herbst mit zwei unterschiedlichen Batteriegrößen auf den Markt. Die Preise sollen unter 60.000 Euro starten.

Wie ernst es Europas größter Autobauer mit der Elektromobilität meint, lässt sich an einigen Zahlen eindrucksvoll ablesen. Bis 2026 wird Volkswagen rund 18 Milliarden Euro in Elektromobilität, Hybridisierung und Digitalisierung investieren. Bis 2026 bringt das Unternehmen zehn neue E-Autos auf den Markt, bis 2030 sollen die lokal emissionsfreien Stromer in Europa 70 Prozent des Absatzes ausmachen. In den besonders wichtigen Märkten USA und China soll der Anteil dann 50 Prozent ausmachen.
Elektrisches Flaggschiff der Marke
Erst vor wenigen Wochen haben die Wolfsburger mit dem ID.2 ein vollelektrisches Einstiegsmodell für unter 25.000 Euro vorgestellt. Nun rundet VW die ID-Familie nach oben ab. An diesem Montag (17.4.) feierte der ID.7 zeitgleich auf drei Kontinenten seine Weltpremiere, unter anderem in der deutschen Hauptstadt Berlin. Mit fast fünf Metern Länge und Preisen von etwas unter 60.000 Euro ist die Limousine das neue elektrische Flaggschiff der Marke. Gebaut wird der ID.7 unteranderem im deutschen Werk Emden und soll im Herbst in Europa sowie in China starten, die Markteinführung in den USA ist für 2024 geplant.
Ein Auto für den Weltmarkt
Zusammen mit dem ID.4 ist der neue ID.7 ein sogenanntes Weltauto für den Konzern, es soll in möglichst vielen Regionen rund um den Globus Käufer finden. Vor allem auf den wichtigsten Märkten China, Europa und den USA. Neben SUVs ist das Segment der Limousinen von großer Bedeutung für VW. Vor allem Flottenbetreiber für Miet- und Dienstwagen haben die Wolfsburger als Kundschaft im Visier.
Die 4,97 Meter lange Limousine soll bisherige Passat-Fahrer zum Umsteigen aufs Elektroauto bewegen. Darum wird es nach Informationen aus Unternehmenskreisen auch eine Kombi-Version des ID.7 geben, sie kommt im nächsten Jahr auf den Markt. „Wir schnüren hier ein Paket zu einem attraktiven Preis", sagt Markenchef Thomas Schäfer. „Bereits 2026 werden wir in Europa das breiteste Portfolio an E-Autos aller Hersteller anbieten.“
Windschnittige Karosserieform

Während zuletzt nur noch die Rede von SUVs war, zeigt VW mit dem ID.7 nun eindrucksvoll, dass die klassische Fließhecklimousine längst nicht auf dem Abstellgleis steht. Der Wagen sieht schnittig aus mit seiner abfallenden Seitenlinie, die an ein Coupé erinnert. Windschnittig ist die Form auf jeden Fall, das kommt auch der Effizienz zugute. Hier haben die Ingenieure im Windkanal viel Feinarbeit geleistet. Innen bietet die Reiselimousine viel Platz für die Passagiere, sowohl vorne als auch in der zweiten Reihe. In den Kofferraum passen mindestens üppige 532 Liter. Das macht den neuen ID.7 zur Reiselimousine.
Akkus mit 77 kWh und 86 kWh Kapazität
Apropos reisen. Reichweitenangst soll es im ID.7 nicht geben. Zur Wahl stehen zwei verschiedene Akkus mit 77 kWh oder 86 kWh Kapazität. Selbst die kleinere Batterie soll nach Angaben von VW für mehr als 600 Kilometer gut sein. Mit dem größeren Akku soll die Limousine sogar an der Marke von 700 Kilometern kratzen. Das kennt man bisher nur von Autos mit deutlich größeren Batterien. Wer dann doch mal an die Ladesäule muss, braucht nicht all zu viel Geduld. Denn erstmals kann der Kunde einen Stromer von VW mit bis zu 200 kW laden.
Elektromotor mit 210 kW/286 PS Leistung
Dass der ID.7 die Spitze der E-Autos bei den Wolfsburgern markiert, zeigt sich auch beim Antrieb. Wo bisher etwa beim kompakten ID.3 bei 150 kW/204 PS Schluss war, kommt der Elektromotor im Fronttriebler nun auf 210 kW/286 PS. Aus dem Umfeld der Technischen Entwicklung ist zu hören, dass noch stärkere Versionen und Allradantrieb in Planung sind.
Digitales Cockpit mit großem Bildschirm
Dem Anspruch als Flaggschiff entsprechend ist der Innenraum sehr hochwertig gestaltet. Das merkt man nicht nur an den Materialien. Denn daazu gehören auch zahlreiche technische Finessen. Serienmäßig an Bord ist zum Beispiel ein Head-Up-Display mit Augmented Reality (erweiterte Realität). Dabei werden in die reale Welt digitale Elemente eingefügt. Zudem an Bord ist ein 15 Zoll großer Touchscreen, der wie ein Tablet vor der Mittelkonsole schwebt. Dazu gibt es eine neuartige Klimaanlage mit einer smarten Steuerung, die auf Wunsch eine weitgehend zugfreie Belüftung ermöglicht.
Darüber hinaus bietet VW für den ID.7 ein Panoramadach an, das sich auf Fingerzeig die Tönung ändert und so die Sonneneinstrahlung angenehm reguliert. Und wer die richtigen Kreuze in der Aufpreisliste setzt, kann auch klimatisierte Sitze mit Massagefunktion dazubuchen. Für Komfort und Sicherheit soll eine ganze Armada an Assistenzsystemen sorgen.
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