Mercedes EQE: Elektrische Business Class

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Das Team der Autostimme hat die vollelektrische Limousine getestet und kam maximal 468 Kilometer weit. In einer Viertelstunde an der Ladesäule gibt es Strom für 250 Kilometer. Auch das Platzangebot überzeugt.

Windschnittig und wie aus einem Guss steht der neue EQE satt auf der Straße. Im Vergleich zum Topmodell EQS ist die elektrische E-Klasse das deutlich fahrdynamischere Auto. Erhältlich ist der Wagen mit Heck- oder Allradantrieb.
Windschnittig und wie aus einem Guss steht der neue EQE satt auf der Straße. Im Vergleich zum Topmodell EQS ist die elektrische E-Klasse das deutlich fahrdynamischere Auto. Erhältlich ist der Wagen mit Heck- oder Allradantrieb.  Foto: Mercedes-Benz AG - Global Commun

In der deutschen Oberklasse zeigt vor allem Mercedes, wie ernst es die Marke mit dem Stern mit der Transformation meint. Die Stuttgarter beschleunigen den Eintritt ins Elektro-Zeitalter noch einmal deutlich. Nach dem Flaggschiff EQS geht nun die elektrifizierte E-Klasse an den Start: Der EQE kostet ab 66.402 Euro. Wir sind mit der vollelektrischen Limousine zu ausgiebigen Testfahrten gestartet.

Dynamik und Komfort

Windschnittig und wie aus einem Guss steht der neue EQE satt auf der Straße. Die Überhänge sind kurz gehalten, das Heck knackig mit der scharfen Abrisskante. In ihrem Segment ist die Limousine erst einmal nahezu konkurrenzlos. Denn BMW bringt seinen i5 erst im Lauf des Jahres auf den Markt, der A6 E-Tron von Audi lässt noch bis mindestens 2024 oder gar 2025 auf sich warten. Und während der große Bruder EQS eine Sänfte auf vier Rädern ist, gibt sich der EQE durchaus als das fahrdynamischere Auto. Dabei spielt es keine Rolle, ob man mit Heck- oder Allradantrieb unterwegs ist. Die elektrische E-Klasse fühlt sich auf kurvigen Touren pudelwohl, der Langstreckenkomfort kommt aber deswegen nicht zu kurz. Zumal der herrlich leise Innenraum zusätzlich entspannend wirkt.

Akku mit 90 kWh Kapazität

Unter der eleganten Hülle des EQE steckt die Electric Vehicle Architecture (EVA). "Mit dieser Plattform sind wir in eine neue Ära gestartet", erklärt Christoph Starzynski, der bei Mercedes die elektrischen Modelle verantwortet. "Die Plattform ist in Länge, Breite und Radstand beliebig skalierbar." Der Akku hat eine nutzbare Kapazität von 90 kWh, das soll in der Praxis in der Variante mit Heckantrieb für bis zu 645 Kilometer reichen - je nach Temperatur, Streckenprofil und anderen Faktoren. Bei den Testfahrten war die Autostimme im besten Fall 468 Kilometer unterwegs.

292 PS und bis zu 170 kW Ladeleistung

Die Werte variieren natürlich, je nachdem, wie gemütlich oder flott man mit dem 215 kW/292 PS starken und lokal emissionsfreien EQE 350 (ab 70 210 Euro, Stromverbrauch: 16,0 bis 18,8 kWh) unterwegs ist. Im Hinblick auf eine möglichst hohe Reichweite ist die Höchstgeschwindigkeit der Limousine sowieso auf 210 km/h begrenzt. Geladen wird - sofern es die Säule zulässt - mit bis zu 170 kW. Damit fließt im besten Fall innerhalb von einer Viertelstunde Strom für rund 250 Kilometer in den Akku. Das reicht für einen Kaffee, bevor die Fahrt im EQE weitergeht.

Üppiger Radstand sorgt für luftiges Raumgefühl

Innen erwartet die Passagiere ein üppiges Platzangebot. Von den äußeren Abmessungen her (4,95 Meter Länge und 1,51 Meter Höhe) entspricht der neue EQE etwa dem aktuellen Mercedes CLS. Platz bietet er aber deutlich mehr. Kein Wunder, schließlich beträgt der Radstand - also der Abstand zwischen den beiden Achsen - großzügige 3,12 Meter. So sitzen auch die Passagiere hinten sehr bequem und genießen jede Menge Beinfreiheit. Allein das Kofferraumvolumen des EQE fällt mit 430 Litern etwas bescheiden aus. Das ist dann aber auch einer der wenigen Punkte, bei denen die E-Klasse mit Verbrennungsmotoren die Nase etwas vorne hat.

Zehn Jahre Garantie auf den Akku

Die vergangenes Jahr am Standort Stuttgart-Hedelfingen gestartete Produktion von Batteriezellen kommt mit weniger Kobalt als bisher aus. Über das übliche Maß hinaus gewährt Mercedes eine Garantie auf den Akku von bis zu zehn Jahren oder 250.000 Kilometern.

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