Der Dacia Spring: Unterwegs mit Deutschlands günstigstem E-Auto
Licht und Schatten: Den Dacia Spring Electric gibt es bereits zu Preisen ab 12.750 Euro. Wir haben maximal 166 Kilometer Reichweite im Test geschafft mit vollem Akku.

Zu viert im Dacia Spring unterwegs sein? Ja, das geht. Aber dann wird es schon ziemlich kuschelig im günstigsten Elektroauto Deutschlands. Nach dem Wegfall der stattlichen Förderung gewährt die rumänische Renault-Tochter satte 10 000 Euro Nachlass, sodass der Wagen, der nun auch das neue Markengesicht mit verändertem Logo trägt, bereits ab 12 750 Euro zu haben ist. Das Mini-SUV ist nur 3,73 Meter lang und gerade einmal 1,58 Meter breit. Da sitzen Fahrer und Beifahrer eng beieinander. Auf der Rückbank ist bestenfalls für zwei Kinder genug Platz vorhanden. Dafür passen in den Kofferraum 270 Liter. Das ist ganz okay und reicht für alltägliche Besorgungen vollkommen aus.
15 Zentimeter mehr Bodenfreiheit
Apropos Alltag: Der Spring ist ein Stadtauto. Dank der kompakten Ausmaße findet man fast immer einen Parkplatz. Dank der um 15 Zentimeter erhöhten Bodenfreiheit ist der Rundumblick gut. Zumal der nahezu geräuschlose E-Motor nur ganz entfernt vor sich hinsurrt und man lokal emissionsfrei unterwegs ist.
Knapp bemessener Akku
Mit dem nur 33 kW/44 PS starken Elektromotor fährt man auch mal raus aufs Land, aber die Autobahn meidet man dann doch lieber, denn bis zur Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h braucht der Spring ganz schön Anlauf. Außerdem ist der Akku mit einer Kapazität von 27,4 kWh doch knapp bemessen. Um die von Dacia angegebenen 230 Kilometer Reichweite zu schaffen, muss schon alles zusammenpassen: Temperatur, Streckenverlauf, Beladung und so weiter. Gerade bei sehr kalten Temperaturen um den Gefrierpunkt geht der Akku schneller in die Knie. Im besten Fall notierten wir im Test eine Reichweite von 166 Kilometern. Testverbrauch: 14,6 kWh pro 100 Kilometer.
Geduld beim Ladevorgang
Ist der Akku leer, wird an der Haushaltssteckdose allerdings für einen halben Tag geladen. Oder man investiert in den 30 kW-Lader und schafft so die ersten 80 Prozent in knapp einer Stunde. 600 Euro sind allerdings auch ein Extra, das man sich bei so einem Auto erst einmal gönnen will. Zwischenlösung ist eine sogenannte Wallbox - an der fließen maximal 7,4 kW in den Spring. Dann dauert es aber immer noch knapp drei Stunden, bis die Lithium-Ionen-Batterie wieder auf einem Ladestand von 80 Prozent ist. Praktisch ist, dass sich der Ladeanschluss vorne unter dem Markenlogo befindet. So kann man immer vorwärts an die Ladesäule fahren.
Prädestiniert für den Stadtverkehr
Als Zweitwagen für die Stadt taugt der Spring, für die Fahrt in den Urlaub freilich nicht. Dazu läuft er einfach nicht gut genug. Zumal man natürlich an allen Ecken und Enden merkt, dass Dacia bei seinem ersten E-Auto sparen musste. Teuerstes Teil am Auto ist der Akku. Um den Preis für den Stromer niedrig zu halten, ist das Blech rundherum sehr dünn geraten, hier und da schaut man innen auf unverkleidete Schrauben und Ösen. Viel schlimmer ist aber noch, dass sich das Lenkrad weder in Höhe noch Länge verstellen lässt. Das Ambiente des Innenraums hat Dacia im vergangenen Jahr zum Glück etwas aufgehübscht.. Anfangs fiel der Spring hier im Vergleich zu Dacia-Modellen wie dem Sandero oder Duster deutlich ab. Aber grundsätzlich ordnen die Rumänen halt immer fast alles einem niedrigen Preis unter.
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