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Fahrbericht
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Erfrischend anders: Unterwegs mit dem Renault Clio

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Wer sich für einen Kleinwagen interessiert, hat immer weniger Auswahl. Renault verkauft den Clio bereits in der fünften Generation. Wir sind mit dem 91 PS starken Dreizylinder-Benziner zu Testfahrten gestartet.

Optisch hat sich beim Facelift für den Renault Clio einiges getan – das zeigen zum Beispiel die geänderte Frontpartie mit einem Grill wie ein Schachbrett und die LED-Tagfahrlichter.
Optisch hat sich beim Facelift für den Renault Clio einiges getan – das zeigen zum Beispiel die geänderte Frontpartie mit einem Grill wie ein Schachbrett und die LED-Tagfahrlichter.  Foto: Renault

Eines muss man den Designern von Renault lassen: Über Jahrzehnte hinweg haben sie den Modelle der Marke aus Frankreich stete ein außergewöhnliches und moderne Optik mit auf den Weg gegeben. Da macht der aktuelle Clio (ab 19.350 Euro) erst recht nach der Modellpflege im vergangenen Jahr keine Ausnahme. Der nach wie vor 4,05 Meter lange Kleinwagen weist den Weg in die Zukunft: Die geänderte Frontpartie mit einem Grill, der wie ein Schachbrett daherkommt, und Tagfahrleuchten in LED-Technik sowie ein der Länge nach halbierter Renault-Rhombus sollen zur neuen Signatur der Marke werden. Schritt für Schritt wollen die Franzosen diese Formensprache auf die gesamte Modellpalette übertragen. Dazu gibt es ein deutlich deutlich knackigeres Heck mit neuen Lufteinlässen, die die Breite des Clio betonen.

Zum neuen Auftritt gibt es ein deutlich deutlich knackigeres Heck mit neuen Lufteinlässen, die die Breite des Clio betonen.
Zum neuen Auftritt gibt es ein deutlich deutlich knackigeres Heck mit neuen Lufteinlässen, die die Breite des Clio betonen.  Foto: Renault

Renault Clio: Überraschend hohe Qualität und Anmutung im Innenraum

Aber nicht nur die Optik ist wesentlich frischer als bisher. Kein Stein auf dem anderen blieb im Innenraum. Seit Luca de Meo - einst Vertriebsvorstand von Audi und CEO von Seat - den Chefposten bei Renault übernommen hat, setzt der Autobauer auf deutlich mehr Feinschliff im Innenraum. Die Materialqualität ist für einen Kleinwagen auffällig gut, es gibt angenehm softe Oberflächen. „Unsere Kundinnen und Kunden können den Unterschied sehen und erfühlen“, sagt de Meo. Leder hat Renault aus dem Kleinwagen verbannt, dafür werden die Recycling-Materialien eingesetzt. In jedem Clio gibt es in der Mitte einen Bildschirm - je nach Ausstattungslinie mit sieben oder 9,3 Zoll im Hochformat. Er lässt sich wie ein Tablet bedienen, die Darstellung ist ordentlich.

Die Materialqualität ist für einen Kleinwagen auffällig gut, es gibt angenehm softe Oberflächen.  In der Mitte gibt es einen hochkant stehenden Bildschirm.
Die Materialqualität ist für einen Kleinwagen auffällig gut, es gibt angenehm softe Oberflächen. In der Mitte gibt es einen hochkant stehenden Bildschirm.  Foto: Renault

Renault Clio: Ausreichend Platz auf etwas mehr als vier Metern Länge

Lobenswert ist es, dass es für die Klimaanlage noch klassische Schalter und Drehregler gibt. Überhaupt verdient der Clio Lob beim Thema Ergonomie: Das Lenkrad lässt sich in Höhe und Weite verstellen, der Getriebewählhebel ist etwas höher angebracht und ist dadurch gut bedienbar. Und auch das Platzangebot auf etwas mehr als vier Metern Länge ist besser, als man das zunächst erwarten würde. Für die Fondpassagiere gibt es fast drei Zentimeter mehr Knieraum als beim Vorgänger. Aber klar: Menschen über 1,85 Meter tun sich dann doch etwas schwer auf der Rückbank. Aber für kleinere Personen und Kinder reicht der Platz allemal. Die Heckklappe schwingt weit nach oben auf und gibt den Blick auf den Kofferraum frei, der mindestens 340 Liter Volumen bietet. Wer die Rückbank umlegt, kann das Fassungsvermögen auf fast 1100 Liter vergrößern.

ie Heckklappe schwingt weit nach oben auf und gibt den Blick auf den Kofferraum frei, der mindestens 340 Liter Volumen bietet. Wer die Rückbank umlegt, kann das Fassungsvermögen auf fast 1100 Liter vergrößern.
ie Heckklappe schwingt weit nach oben auf und gibt den Blick auf den Kofferraum frei, der mindestens 340 Liter Volumen bietet. Wer die Rückbank umlegt, kann das Fassungsvermögen auf fast 1100 Liter vergrößern.  Foto: Renault

Kleinwagen Clio lässt sich wendig bewegen und federt komfortabel

In der Stadt fühlt sich der Clio dank seiner kompakten Ausmaße besonders wohl, er ist sehr wendig und passt auch in kleine Parklücken. Aber auch der Fahrkomfort ist für ein Auto dieser Klasse ausgesprochen hoch. Der Franzose federt hervorragend ohne es an Dynamik fehlen zu lassen. Auf schlechten Straßen klappert nichts – das fühlt sich schon fast wie ein Auto aus einem deutlich höheren Segment an. Der Clio besticht zudem durch seine ausgeprägte Fahrstabilität. Mit an Bord ist auch ein Notbremssystem samt Fußgängererkennung sowie ein Toter-Winkel- und Spurhalte-Warner. Besonders stolz sind die Verantwortlichen des französischen Autobauers aber auf die optional erhältliche 360-Grad-Kamera mit Vogelperspektiven-Blick sowie auf den Autobahn- und Stauassistenten, unter dessen Zuhilfenahme sich der schicke Flitzer auch teilautonom bewegen lässt. 

Der Dreizylinder-Benziner ist etwas brummig und etwas zu durstig

Einen Kombi gibt es nicht mehr wie früher, die Nachfrage beim Vorgängermodell war zu gering für eine Neuauflage. Der Fünftürer ist damit die einzig verfügbare Karosserievariante. Den Diesel haben die Franzosen ebenfalls aus dem Clio verbannt. Zur Wahl stehen drei Benziner mit 67, 91 und 100 PS sowie ein Vollhybriden mit 145 PS. Wir sind mit dem 67 kW/91 PS starken Ein-Liter-Dreizylinder (ab 20.250 Euro) zu Testfahrten gestartet. Die Leistung reicht für alltägliche Aufgaben aus. Kultiviert geht aber freilich anders. Der Dreizylinder ist doch etwas brummig und fällt mitunter durch unangenehme Vibrationen auf, die bis ins Cockpit durchdringen. Das kann der Vollhybrid deutlich besser, aber kostet dann auch schon mindestens 23.400 Euro. Zumal es beim Dreizylinder ein weiteres Manko gibt, das den ansonsten guten Gesamteindruck schmälert: Der Testverbrauch von 6,1 Liter (145 g/km) ist relativ hoch im Hinblick auf Größe und Leistung des Wagens. 

Die Erfolgsgeschichte des Renault Clio reicht zurück bis ins Jahr 1990

Wer an Renault denkt, dem kommen auf Anhieb meistens die beiden Modelle Twingo und Clio in den Sinn. Der Clio ist der Bestseller im Programm von Renault, denn seit seiner Markteinführung hat sich der Kleinwagen mehr als 15 Millionen Mal verkauft. Im Jahr 1990 war er erstmals als Nachfolger des kantig-rustikalen Renault 5 an den Start gegangen, für 2026 wird die sechste Generation erwartet. Und sogar den R5 gibt es mittlerweile wieder - als Elektroauto. Der Clio bleibt hingegen ein Verbrennermodell.

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