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Fahrbericht

Dacia Sandero im Test: Unterwegs in Deutschlands günstigstem Neuwagen

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Viel Auto für wenig Geld: Das ist das Motto beim Dacia Sandero. Wir haben eine Variante getestet, die mit Benzin und Autogas betrieben werden kann. Damit sind Reichweiten von über 1000 Kilometern möglich.


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Als die Renault-Tochter Dacia im Jahr 2005 mit dem Modell Logan auf dem deutschen Markt startete, hatte kaum jemand zuvor von der Marke gehört. Und der Logan? Eine schmucklose Kiste ohne Servolenkung. Die Konkurrenz belächelte Dacia. 20 Jahre später jedoch sind die Rumänen gefürchtet. Weltweit hat sich der Absatz in den vergangenen Jahren vervielfacht. Auch in Deutschland hat sich Dacia eine große Fangemeinde erarbeitet.

Dacia Sandero: Bereits ab 12.490 Euro geht es los

Und der Preis ist einfach eine Ansage: 12.490 Euro. Kein neues Fahrzeug in Deutschland ist günstiger als der Dacia Sandero. Dafür erhalten die Kunden einen 4,09 Meter langen und 1,49 Meter hohen Kleinwagen, der in der aktuellen Generation ein recht modernes, frisches Design aufweist. Dazu trägt unter anderem die auffällige Lichtsignatur bei, LED-Tagfahrlichter hat jeder Sandero serienmäßig ab Werk. Am Heck machen je zwei Leuchten links und rechts in Form eines liegenden Y die aktuelle Generation des Sandero unverwechselbar.

Der Dacia Sandero: Für 12.490 Euro erhalten die Kunden einen 4,09 Meter langen und 1,49 Meter hohen Kleinwagen, der in der aktuellen Generation ein recht modernes, frisches Design aufweist.
Der Dacia Sandero: Für 12.490 Euro erhalten die Kunden einen 4,09 Meter langen und 1,49 Meter hohen Kleinwagen, der in der aktuellen Generation ein recht modernes, frisches Design aufweist.  Foto: Dacia

Ebenfalls erfreulich ist, dass die Verarbeitung im Gegensatz zu den Modellen vor fünf, sechs Jahren deutlich besser ist. Freilich spürt man bei den Materialien den Spardruck, um den Preis niedrig zu halten, aber der Innenraum ist deutlich wohnlicher als bisher. Und es gibt einen Tot-Winkel-Assistenten und Notfall-Bremsassistenten serienmäßig.

Dacia Sandero bietet ausreichend Platz für Passagiere und Gepäck

Vorne sitzen die beiden Passagiere sehr bequem, allerdings könnten die weichen Stoffsitze etwas mehr Seitenhalt vertragen. Hinten wird es schon deutlich enger, aber kleinere Personen halten es hier ebenfalls aus, der Platz in der Mitte reicht hingegen allenfalls für kürzere Strecken aus. In den Kofferraum des Sandero passen 328 Liter. Wer die Rückbank umlegt, hat ein Volumen von 1108 Liter zur Verfügung. Das reicht dann auch mal für größere Transportaufgaben. Beim Getränkekisten einladen ist allerdings einiges an Muskelkraft gefragt, denn die Ladekante befindet sich relativ weit oben. Das vierspeichige Multifunktionslenkrad ist in Höhe und Weite verstellbar, dahinter verbaut Dacia analoge Rundinstrumente.

Hinten wird es schon deutlich enger, aber kleinere Personen halten es hier ebenfalls aus, der Platz in der Mitte reicht hingegen allenfalls für kürzere Strecken aus.
Hinten wird es schon deutlich enger, aber kleinere Personen halten es hier ebenfalls aus, der Platz in der Mitte reicht hingegen allenfalls für kürzere Strecken aus.  Foto: Dacia

Neuer Dacia Sandero: Ausstattungslinie Journey mit einigen Annehmlichkeiten

Gut investiert sind die 400 Euro extra fürs Multimediasystem mit 8-Zoll-Bildschirm in der Mitte des Cockpits und integrierter Navigationsfunktion. Wer es im Winter kuschelig haben möchte, muss weitere 250 Euro für die Sitzheizung investieren. Eine Metallic-Lackierung schlägt mit 650 Euro zu Buche. Im Ausstattungsniveau Journey aus unserem Testwagen sind unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallräder, Einparkhilfe vorne, eine Klimaautomatik und Rückfahrkamera serienmäßig an Bord. Die Ausstattungslinie ist ab dem zweitstärksten Motor erhältlich, die Preise starten dann ab 15.690 Euro. Zwar einiges mehr als der Basispreis, dafür hat man dann aber auch einige Annehmlichkeiten an Bord.

Dacia Sandero: Mehr als 1000 Kilometer Reichweite

Apropos Motoren. Angeboten wird der Dacia Sandero ausschließlich mit einem 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner. Die Basis fährt mit 49 kW/67 PS zum Kunden, darüber rangiert eine Version mit 67 kW/91 PS. Die von uns getestete Topversion leistet 74 kW/101 PS – Preise ab 13.290 Euro, in der Linie Journey ab 16.490 Euro. Der stärkste Motor lässt sich mit Benzin und mit Autogas (LPG) betreiben. Außer einem 40-Liter-Gastank in der Ersatzradmulde hat er einen 50-Liter-Benzintank an Bord. Nutzt man beide Treibstoffe, ergeben sich dieseltypische Reichweiten von 1000 Kilometern und mehr. Wir notierten im Testbetrieb einen Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern, der CO2-Austoß liegt bei 145 Gramm pro Kilometer.

Gut investiert sind die 400 Euro extra fürs Multimediasystem mit 8-Zoll-Bildschirm in der Mitte des Cockpits und integrierter Navigationsfunktion.
Gut investiert sind die 400 Euro extra fürs Multimediasystem mit 8-Zoll-Bildschirm in der Mitte des Cockpits und integrierter Navigationsfunktion.  Foto: Dacia

Das LPG-Tankstellennetz ist stärker ausgebaut als das Erdgas-Netz (CNG), Autogas ist aktuell viel billiger als Benzin und kostet derzeit etwas über einen Euro pro Liter. Ein wenig umständlicher ist der Tankvorgang, weil der Schlauch der Zapfsäule dicht mit dem Gastank verbunden werden muss – zeitlich gibt es keinen Unterschied. Sinnvollerweise fährt man im bivalenten Dacia Sandero so viel wie möglich mit Gas, was man durch Druck auf einen Schalter links unter dem Lenkrad in Gang setzt, worauf ein grünes Licht aufleuchtet und an den Armaturen die Tankanzeige wechselt.

Ein mit Autogas betriebener Motor stößt kaum Partikel aus

Bleibt die Umweltfrage: Ein mit Autogas betriebener Motor stößt kaum Partikel aus und ist Diesel und Benzin auch in Sachen Stickoxid überlegen. Beim CO2 liegt dieses Gas um gut zehn Prozent besser als Benzin. Aber weil Autogas ein Nebenprodukt der Erdölraffinerie ist, können seine Nutzer kein wirklich reines Umweltgewissen haben: Klimaneutral ist dieser Kraftstoff nun mal leider auch nicht.

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