Warm und sicher: Gut vorbereitet für den Winterstau
Was tun, wenn Stau bei Schnee und Eis länger dauert? Warum Snacks, Decken und ein voller Tank jetzt wichtig sind – und wie lange E-Autos bei Kälte wirklich warm bleiben.

Ein Stau ist immer nervig, klar. Doch was ist, wenn der Stillstand plötzlich immer länger dauert – und das bei klirrender Kälte, Schnee und Eis? Was sollte ich im Auto besser nun immer dabeihaben - speziell, wenn längere Reisen anstehen? Und wie lange bleibt es im Auto eigentlich warm?
Vor allem, wer auf längere Touren gehen will, sollte neben der normalen Winterausrüstung jetzt auch etwas geeignetes Proviant für alle an Bord mitnehmen. Es eignen sich haltbare Snacks und heißer Tee in einer Isolierkanne. Auch der Wasservorrat sollte nicht zu knapp sein. Decken und Jacken bleiben besser auch griffbereit. Das kann laut ADAC auch schon ohne Staus und auf kürzeren Fahrten sinnvoll sein, wenn man im Fall einer Panne auf der Autobahn hinter der Leitplanke Schutz suchen muss.
Nicht vergessen sollte man ein Ladekabel oder eine Powerbank für das Handy und andere Geräte. Darauf achten, dass für Personen, die regelmäßig Medikamente brauchen, diese auch entsprechend vorrätig sind und nach Plan auch unterwegs eingenommen werden können.
Auf dem Laufenden bleiben und bei Bedarf Hilfe holen
Dauert ein Stau lang, scannt man den Verkehrsfunk im Radio oder auf Handy-Apps nach Infos für den betreffenden Abschnitt. Es kann auch sein, dass dann Helfer geschickt werden, die beispielsweise Getränke oder Decken verteilen.
Geht der Kraftstoff oder die Energie zur Neige oder falls medizinische Hilfe benötigt wird, wählt man am besten den Notruf 112 oder macht sich bei Nachbarautos im Stau bemerkbar, rät der ADAC.
Wie lange können E-Autos oder konventionelle Verbrenner laufen?
Eine Horrorvorstellung: Nach längeren Standzeiten geht der Saft im E-Auto aus oder der Tank neigt sich dem Ende zu – keine Heizung mehr, kein Licht. Wie realistisch sind solche Szenarien? Und müssen sich speziell Fahrer von E-Autos bei längeren Zeiten im Stau größere Sorgen machen - denn hier bekommt die Heizung ihre Energie aus dem Akku und nicht aus der Motorabwärme wie bei einem Verbrenner?
Der ADAC gibt Entwarnung und verweist auf eigene Tests. Demnach verbrauchen E-Autos rund 1,5 bis 2 Kilowattstunden (kWh), um den Innenraum im Stand bei minus 10 Grad Außentemperatur eine Stunde lang konstant auf 20 Grad zu erwärmen.
Genug Energie für stundenlange Wärme
Im Extrembeispiel eines zehnstündigen Staus wäre so mit einem Stromverbrauch von 15 bis 20 kWh zu rechnen. Aber die meisten Elektroautos verfügen heute über Akkus mit deutlicher größerer Kapazität. Das reicht demnach auch in einer staureichen Winternacht ohne Sparmaßnahmen dafür, das Auto mehrere Stunden auf Wohlfühltemperatur zu halten.
Ganz entscheidend aber dabei ist: Der Akku muss ausreichend voll sein. Daher nie auf den letzten Drücker nachladen. Denn E-Autos verbrauchen im Winter im Schnitt beim Fahren rund 20 bis 30 Prozent mehr Energie - die Reichweite sinkt.
Auf der Kurzstrecke kann sie sich nach ADAC-Angaben im Extremfall um die Hälfte reduzieren, da Stromer ja keine Motorabwärme für das Heizen des Innenraums nutzen können. Auch der Antriebsakku muss auf Betriebstemperatur gebracht werden - all das kostet Energie.
Rechtzeitig nachtanken und mit gut gefülltem Tank starten
Allerdings benötigen auch Autos mit Verbrenner nun mehr Energie. Sie verbrauchen im Winter dementsprechend mehr Kraftstoff - Benziner im Schnitt um plus 15 Prozent, Diesel plus 24 Prozent, so der Autoclub.
Daher gilt auch hier: Rechtzeitig deutlich vor Erreichen der Reserve tanken. Hier liegt der Verbrauch im Stand bei etwa 1 bis 1,5 Liter pro Stunde. Also reicht der Vorrat im Tank in der Regel für viele Stunden.
Wichtige Winterutensilien, die an Bord eines Autos sein sollten:
Zunächst sollte die übliche Winterausrüstung an Bord sein. Dazu gehören:
- Eiskratzer
- Handfeger
- Handschuhe - etwa um sie beim Freikratzen der Scheiben zu tragen
- Scheibenfrostschutz
- Starthilfekabel oder Starthilfe-Booster
- Taschenlampe - kann bei Außenarbeiten im Dunkeln nützlich sein
Besonders für Strecken mit möglichem starkem Schneefall sinnvoll:
- Schaufel
- etwas Streusplitt oder Sand
- Abschleppseil
- Bei Reisen in den Skiurlaub Schneekettenpflicht am Zielort oder unterwegs prüfen
Stimme.de
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