Eppinger Ortschaftsräte debattieren über Plätze für Windkraft

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In Mühlbach und Kleingartach debattieren die Ortschaftsräte, wo genau Windkraftanlagen im Hardwald platziert werden sollen. Das sind die Argumente.

 Foto: Kühl, Jörg

Die Ortschaftsräte in Mühlbach und in Kleingartach haben sich von Mitarbeitern der Eppinger Stadtverwaltung über die Planungen in Sachen Windkraft im Hardwald auf den neuesten Stand bringen lassen. Auf dem Höhenzug ist innerhalb des kommunalen Forstes geplant, sechs Anlagen zu platzieren. Um die genauen Standorte gibt es in beiden Gremien gegensätzliche Meinungen.

Die Mühlbacher wollen, dass mindestens zwei der Anlagen weiter nordöstlich, also in Richtung Kleingartach, geplant werden. Die Kleingartacher wünschen sich, dass zwei der Anlagen weiter südwestlich, als in Richtung Mühlbach, entstehen. Das Stimmungsbild der Ortschaftsräte soll nun in eine Stellungnahme einfließen, dass der Eppinger Gemeinderat in der kommenden Sitzung am 2. Juli beschließen soll. Das Statement wiederum muss vor der nächsten Sitzung der Regionalversammlung Heilbronn-Franken am 19. Juli vorliegen.  

Welcher Anbieter jetzt die Rotoren im Eppinger Stadtwald plant

Quasi "ganz nebenbei" machte die Verwaltung bekannt, dass die Projektierer gewechselt haben. In der letzten Gemeinderatssitzung war die Firma RWE als Gewinnerin eines Interessenbekundungsverfahrens gekürt worden. Nun wurde bekannt, dass es die Wörrstadter Firma Juwi geworden ist. Hintergrund sei, dass bei der Ausarbeitung des Vertragstextes unterschiedliche Interpretationen aufgetreten seien, was das Thema "Wertschöpfung vor Ort" angeht. Wie Sönke Brenner von der Stabsstelle des Oberbürgermeistes erläutert, sei eine Neubewertung zwingend durchzuführen gewesen, um die Chancengleichheit der Interessenten wiederherzustellen. Dabei ist die bis dato zweitplatzierte Firma Juwi auf die Poleposition gerückt. 

In welchem Bogen die sechs Windräder platziert werden sollen

Auch bei der vorläufigen Standortwahl gibt es eine Änderung. Bisher war vorgesehen, die sechs Anlagen in einer annähernden Geraden entlang des Richtwegs zu installieren. Da die Flächen jedoch laut dem städtischen Stadtplaner Maximilian von Versen innerhalb eines Fauna-Flora-Habitats (FFH) lägen, musste die "Gebietskulisse" etwas verschoben werden. Jetzt folgen die Anlagen einem Bogen, der sich in westlicher Richtung auswölbt. Nördlich ist die Chartaque zwischen Kleingartach und dem Ottilienberg Ausgangspunkt des Bogens, südlich eine Stelle unweit des Mühlbacher Steinbruchs.

Was der Kleingartacher Ortsvorsteher zu den Windkraftplänen sagt

In ihren Statements haben die Mitglieder der Ortschaftsräte durch die Bank ihre grundsätzliche Zustimmung zum Ausbau der Windkraft genannt, aber auch Bedenken geäußert. Wie der Kleingartacher Ortsvorsteher Andreas Oechsner berichtet, würde sich die Kleingartacher über Schattenschlag und die Veränderung des Landschaftsbildes sorgen. Mit Blick auf parallel laufende Planungen von Windanlagen auf dem Heuchelberg und in angrenzenden Kommunen sagte Oechsner: "Kleingartach wird komplett eingekesselt." Ortschaftsrat Christian Joos, war der erste, der forderte, zwei Anlagen "nach unten" zu stellen.  Für Ortschaftsrat Nico Weissert sind die bisherigen Planungen okay: "Die nächst gelegene Anlage ist 1,8 Kilometer weit weg."

In Mühlbach machte Ortschaftsratsmitglied Jürgen Hetzler darauf aufmerksam, dass das erste Windrad des geplanten Bogens zu dicht am Steinbruch liege. Der Mühlbacher fragte auch, warum keine Windräder auf landwirtschaftlichen Flächen geplant werden. 

Warum Eppingen auf Einnahmen aus der Windkraft nicht verzichten kann

Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke, der in beiden Sitzungen für die Windkraftpläne im Stadtwald warb, erinnerte an kostspielige Aufgaben, die die Stadt in der kommenden Zeit zu bewältigen habe. In Mühlbach sei "ein Millionenbetrag" für den Ausbau des kirchlichen Kindergartens nach Übernahme in städtische Trägerschaft aufzuwenden. In Eppingen sei mit dem faktischen Neubau der Kläranlage ein zweistelliger Millionenbetrag zu stemmen. "Das sind alles Pflichtaufgaben", so der OB. Auch eine Kommune wie Eppingen habe das Recht, aus ihrem Anlagevermögen Einkünfte zu generieren. 

Bis sich die ersten Windräder im Hardwald drehen, vergehen noch mehrere Jahre. Die ersten Überlegungen, den Ausbau der Windkraft in Eppingen koordiniert zu planen, stammen aus dem Frühjahr 2023. Am 16. April besichtigte der Gemeinderat den Windpark Harthäuser Wald nördlich von Heilbronn. Im September 2023 machte sich der Arbeitskreis Interessenbekundungsverfahren Windenergie fraktionsübergreifend an die Arbeit. Im Oktober 2023 stellte die Stadtverwaltung die erste Flächenkulisse im Rahmen von Einwohnerversammlungen vor.

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