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Wie Carina Menakker Erfahrungen aus aller Welt auch für Bad Rappenau nutzbar macht

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Ob im Rettungsdienst, in der Ausbildung oder im Gemeinderat: Die Bad Rappenauerin Carina Menakker engagiert sich dafür, soziale Strukturen zu verbessern. Ein Konzept soll Organisationen helfen, Menschen mit Inklusionsbedarf im Ernstfall besser zu schützen.

Für jeden Spaß zu haben: Carina Menakker möchte bei ihren Reisen auch den ersten Alltag kennenlernen. Auch wenn es dabei ums Axtwerfen in Irland geht.
Für jeden Spaß zu haben: Carina Menakker möchte bei ihren Reisen auch den ersten Alltag kennenlernen. Auch wenn es dabei ums Axtwerfen in Irland geht.  Foto: Privat

Laut offiziellen Zahlen gibt es weltweit 195 Länder. Farin Urlaub, der Sänger der Ärzte, hat bisher 117 bereist. Ob Carina Menakker das auch schafft, wird sich noch zeigen. Bisher hat die Bad Rappenauerin 28 geschafft. „Jedes Land ist anders, die Lebenssituationen sind unterschiedlich, weil die Kultur und das Umfeld anders sind“, erzählt die 36-Jährige. Bei ihren Reisen geht es ihr allerdings nicht vorwiegend um Urlaub, denn mitunter lebt sie gleich mehrere Monaten in der Ferne.

Nach dem Abi erst der Jakobsweg, dann Jerusalem

 Angefangen hat alles nach dem Abitur vor über 15 Jahren. Wie es für sie danach weitergehen sollte, habe sie damals nicht gewusst. Während andere ins Flugzeug steigen und in Australien wieder rauskommen, wanderte Carina Menakker einen Teil des spanischen Jakobswegs.  Und öffnete damit für sich selbst die Büchse der Pandora. „Damals habe ich gemerkt, dass meine Leidenschaft im Ausland liegt“, erinnert sie sich an diese Zeit zurück.

„Ich wollte weiter in die Extreme gehen.“Carina Menakker

Die Wanderstöcke legte sie dann allerdings erstmal zur Seite und bewarb sich stattdessen bei der internationalen Organisation Shekel in Jerusalem. Stark geprägt hätten sie diese acht Monate in Israel, in denen sie mit behinderten Menschen zusammengearbeitet hat und auch den Gazastreifen besuchte. „Die Mischung aus Sozialem, Medizin und Politik hat mich gereizt“, erzählt Carina Menakker.

Die Sehnsucht nach der Ferne ist immer noch da

Die Rückkehr nach Deutschland sei dann allerdings ein „krasser Kulturschock“ gewesen: „Ich wollte weiter in die Extreme gehen.“ Dieser Wunsch kanalisierte sich aber nicht etwa in exzessivem Sportarten, sondern in der Ausbildung zur Rettungsassistentin. Doch die Sehnsucht nach der Ferne blieb. Für mehrere Monate arbeitete sie als Au-pair in Spanien. Und wie sollte es anders sein: Auch diese Erfahrung war extrem, denn die Mutter der zu betreuenden Kinder war drogenabhängig. „Das wusste ich vorher aber nicht. Heute ist sie clean“, erzählt die 36-Jährige. Nach ihrer Rückkehr schloss sie die Ausbildung im Rettungsdienst erfolgreich ab.

Hier könnte die Geschichte aus erzählt sein, geht jedoch weiter. Seit 2020 ist sie Rettungsassistentin, seit 2021 arbeitet sie außerdem als Ausbilderin beim DRK Heilbronn im Bereich Erste Hilfe und als Honorardozentin an der DRK Landesschule Sinsheim und Ellwangen. Einen Bachelor-Abschluss in Bildungswissenschaften hat sie seit 2023, im gleichen Jahr startete dann der Master-Studiengang Organisationsentwicklung an der Uni Heidelberg. Im Zuge dessen war sie Dank einer Begabtenförderung ein Semester am Trinity College in Dublin. „Es war toll, an einer anderen Uni zu studieren“, erzählt sie. Während dieser Zeit blieb auch ihr Platz im Bad Rappenauer Gemeinderat frei. In dem Gremium sitzt Carina Menakker seit 2024 für die ÖDP.

Axtwerfen in Irland, Kandidatur für den Landtag

Während sie in Irland war, entdeckte die Globetrotterin das Axtwerfen für sich. „Ich möchte die echten Leute kennenlernen.“ Der Aufenthalt sei sehr prägend gewesen, auch im politischen Sinne. Deshalb kandidiert sie bei der anstehenden Landtagswahl für die ÖDP als Direktkandidatin im Wahlkreis Eppingen. „Ich mache immer gerne alles auf einmal“, erzählt Carina Menakker lachend. Sinnhaft sollte es allerdings immer sein.

„Ich möchte die echten Leute kennenlernen.“Carina Menakker

Darunter fällt auch ein von ihr entwickeltes System, das speziell für Menschen mit Inklusionsbedarf da ist. Damit sollen Organisationen im Katastrophenfall arbeiten, um dieser Personengruppe eine Überlebenschance zu bieten. „Ich möchte keine Gruppe triagieren müssen, weil man sie nicht schützen kann“, beschreibt Carina Menakker ihre Beweggründe. Mit diesem Thema wird sie sich auch in ihrer Masterarbeit befassen. An die sich eventuell auch eine Dissertation anschließen könnte.

Mit dem Partybus durch Heilbronn

„Ich würde aber auch gerne in der Politik weitermachen, um soziale Aspekte zu fördern“, erzählt sie. Die Umwelt liege ihr ebenfalls am Herzen. Genauso wie die Förderung von Frauen und Jugendlichen im politischen Bereich. Deshalb unterstützt sie auch das Gewinnspiel der ÖDP, bei dem Personen bis 27 Jahren eine Fahrt im Partybus durch Heilbronn im Januar gewinnen können – natürlich mit Carina Menakker.

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