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Verständnis und Ärger über Wegfall der Direktverbindung Stebbach-Eppingen

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Die Buslinie von Stebbach zum Schulzentrum Eppingen ist seit Januar gestrichen. Der Landkreis Heilbronn begründet die Maßnahme mit nötigen Einsparungen. So viele Menschen haben die Petition zum Erhalt der Verbindung unterzeichnet:

Bushaltestelle in Stebbach: Von hier aus pendeln die Schulkinder zum Gemminger Bahnhof. Ziel sind oft Eppinger Schulen.
Foto: Jörg Kühl
Bushaltestelle in Stebbach: Von hier aus pendeln die Schulkinder zum Gemminger Bahnhof. Ziel sind oft Eppinger Schulen. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg

963 Nutzer haben die Online-Petition „Rettet die Buslinie Stebbach-Eppingen (Schulzentrum“ unterzeichnet. Der Landkreis Heilbronn als Besteller des Verkehrs verteidigt und erläutert die Maßnahme. Der Gemminger Schulleiter beklagt längere Wartezeiten für Schüler durch schlechtere Taktungen.

Zum Hintergrund: Mit dem Jahreswechsel sind im Landkreis Heibronn einige Buslinien gestrichen worden, die ein Zusatzangebot zu bestehenden Schienenverbindungen darstellten. Dazu zählt die Direktverbindung vom Gemminger Ortsteil Stebbach zum Eppinger Schulzentrum. 

Das steht in der Petition zum Erhalt der Direktverbindung Stebbach-Eppingen

In der Online-Petition heißt es: die Abschaffung der Buslinie sei nicht nur „eine Bedrohung für die Mobilität der Schüler, sondern auch für deren Bildungschancen und die Stabilität des ländlichen Verkehrsnetzes.“ Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt, geht es bei der Streichung der betreffenden Verbindungen darum, Doppelstrukturen und Parallelverbindungen zu vermeiden und Fahrzeuge effizienter einzusetzen: „Schüler sowie Pendler haben mit Linie 671 eine tagesdurchgängig stündliche Verbindung nach Gemmingen zur S4. Von dort bestehen Umsteigeverbindungen in Richtung Heilbronn sowie in Richtung Eppingen. Die Verbindung zum Schulzentrum Eppingen läuft daher über Linie 671 von Stebbach nach Gemmingen und mit der S4 nach Eppingen.“

So kommentieren Eppingen und Gemmingen die Streichung der Schulbuslinie

Gemmingens Bürgermeister Timo Wolf kann den Unmut der betroffenen Familien verstehen, er zeigt aber auch Verständnis für die Motive des Landratsamts Heilbronn: „Für die Eltern ist es bedauerlich, dass die Busverbindung weggefallen ist. Aber es wird von uns als Gemeinde anerkannt, dass der Landkreis die Kosten im Auge behalten muss.“

Die Eppinger Verwaltung sieht die Schülerbeförderung nach den Anpassungen der Linie 671 mit den entsprechenden Umstiegsmöglichkeiten sichergestellt. „Mit dem Wegfall der direkten Schulbusverbindung stehen alternative ÖPNV-Verbindungen zur Verfügung, die zwar mit einem gewissen Mehr an Umständen verbunden sind, aber dennoch eine zuverlässige Möglichkeit darstellen, nach Eppingen zu kommen“, so die städtische Pressestelle.

Welchen Aspekt der Gemmiger Schulleiter zur Sprache bringt

Christian Mair, Rektor der Gemminger Wolf-von-Gemmingen-Schule, zu der auch die Grundschule in Stebbach gehört, beobachtet mit dem Wegfall der Direktverbindung ein neues Problem. Schüler seien zu längeren Wartezeiten gezwungen. Morgens komme der Bus jetzt 41 Minuten vor Unterrichtsbeginn an, zuvor waren es nur 30 Minuten. Nachmittags müssten die Schulkinder jetzt statt neun Minuten satte 40 Minuten auf ihren Bus warten. „Viele Eltern haben das schon moniert“, so der Schulleiter.

Mit dem Jahreswechsel ist auch die Direktverbindung von Massenbachhausen zum Eppinger Schulzentrum gestrichen. Mehr als 1100 Eltern haben eine weitere Online-Petition zum Erhalt der Linie unterzeichnet. „Unsere Kinder stehen vor einer nervenaufreibenden Umstellung“, heißt es in der Petition.

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