Trockenheit fordert Kommunen beim Baumschnitt
Die Bauhöfe in der Region stellen sich beim Baumschnitt auf zunehmenden Trockenstress ein. Das Eschentriebsterben und Biber erschweren die Arbeit zusätzlich. Das sind die größten Herausforderungen:

Wenn es nicht gerade stark geschneit hat, wie in diesen Tagen, sind die Bauhöfe der Kommunen unter anderem mit Baumschnitt-Arbeiten beschäftigt. Am meisten fordert die Grünflächenexperten die Pflege des Altbaumbestands. Hier erweist sich die zunehmende saisonale Trockenheit als Problem. Die Stimme fragte nach, was in diesem Jahr die Schwerpunkte der Baumpflege sind.
Eppingen legt einen besonderen Fokus auf die älteren Gehölze: „Es ist zu verzeichnen, dass durch die Trockenheit vor allem der Altbaumbestand leidet. Scheinbar resistente Bäume zeigen Schäden auf – mehr Totholz ist die Folge“, so die Pressestelle der Stadt.
Wenn selbst grüne Äste unvermittelt brechen
Zudem sei zu erkennen, dass vermehrt Grünastbruch stattfindet. Hierbei sei die Gefahr, dass dieser nicht kalkulierbar passiere. Und eine dritte Veränderung stellt die Grünflächenabteilung der Fachwerkstadt fest: Jungbäume würden trotz Pflege und intensiven Gießmanagements nicht gut anwachsen.
Gefahrenstellen werden in Eppingen nach Schadensbildern und Bodeneingriffen am Standort analysiert. Dazu zählen Straßenbaumaßnahmen im Umfeld. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes sind für Einzelmaßnahmen und akute Schnittarbeiten sowie den Obstbaumschnitt zuständig. Für Schwerpunktaktionen werden externe Fachfirmen beauftragt. In diesem Jahr stehen die Friedhöfe im besonderen Fokus.
In Ittlingen haben es die Bäume mit einem besonderen Lebenwesen zu tun
Auch der Bad Rappenauer Bauhof hat sich auf Dürreperioden eingestellt: „Wir erkennen eine Zunahme an Totholz, was auf Trockenstress der Bäume hindeutet“, so die städtische Pressestelle. Große Probleme bereitet den Grünflächen-Pflegern das Eschentriebsterben, hier habe es in dieser Saison die meisten Fällungen gegeben. Bad Rappenau verwendet einen Großteil seiner Anstrengungen auf die Verkehrssicherheit. Etwa 65 Prozent der Arbeiten würden von eigenen Mitarbeitern erledigt, so die Pressestelle der Stadt.
In Ittlingen halten die Biber die Mitarbeiter des Bauhofes in Atem. So beobachtet die Gemeinde starke Baumschäden entlang der Elsenz. „Für die Mitarbeiter ist dies innerorts sehr schwierig, weil kaum Maschineneinsatz möglich ist“, erläutert Ittlingens Bauhofleiter Stefan Kompe.
Woran es den Bäumen grundsätzlich mangelt
Die Biber seien jedes Jahr „ein echtes Problem“, da sie am Baumbestand der Elsenz „sehr viel Schaden“ anrichten. Alte wertvolle Bäume würden vom Biber gefällt oder so stark geschädigt, dass gefällt werden müssten, beklagt der Ittlinger Bauhofleiter.
Herausfordernd seien aktuell die Auswirkungen des Eschentriebsterbens und Trockenheitsschäden an den Bäumen.
Die Trockenheit sei gerade im bebauten Raum ein Problem. Um die Bäume ausreichend zu bewässern, fehle der entsprechende Untergrund und das Personal, so der Ittlinger Bauhofleiter. Gefahrenstellen durch Gehölze erkennt der Bauhof durch die jährliche Baumkontrolle. „Unsere eigenen Kontrollen werden durch Hinweise von Bürgern ergänzt.“
Darauf konzentriert sich Gemmingen in diesem Jahr
Die Gemeinde Gemmingen konzentriert sich in diesem Jahr auf Pflegemaßnahmen um das Lichtraumprofil einzuhalten, so Bauamtsleiter Luis Kreiter. Gemmingen hat sowohl eigene Mitarbeiter, als auch Fremdfirmen im Einsatz, um den jährlichen Grünschnitt zu bewältigen. Baumschnitte werden in Gemmingen auf der gesamten Gemarkung durchgeführt. Schwerpunkte sind in diesem Jahr die Friedhöfe und der Park, wie Kreiter mitteilt.
Gefahrenstellen ermittelt die Kommune durch regelmäßige Baumkontrollen. Auffällige Veränderungen in längerem Rückblick seien in Gemmingen aktuell nicht zu beobachten: „Wie jedes Jahr gibt es sowohl Trockenschäden als auch Baumkrankheiten“, so der Bauamtsleiter der Gemeinde Gemmingen.
„Hinweise von Bürgern ergänzen unsereKontrollen.“Stefan Kompe

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