Fassungslosigkeit in Eppingen nach WC-Randale im Weiherpark
Der WC-Container im Eppinger Weiherpark ist seit dessen Beschädigung Mitte April verschlossen. Was Gemeinderäte und Passanten zum Ärgernis sagen.
Der Toiletten-Container im Weiherpark ist seit einer Vandalismus-Attacke Mitte April immer noch dicht. Die Stadtverwaltung hat nach der Entdeckung der massiven Beschädigungen am 16. April Anzeige erstattet, das Sanitärensemble verschlossen und die Ursache dafür per Aushang deutlich gemacht. Auf beigefügten Fotos sind unter anderem Löcher in den Innenwänden und herausgerissenes Isoliermaterial zu sehen.
Vandalismus sorgt für Kopfschütteln bei Besuchern des Eppinger Weiherparks
Die mutwillige Sachbeschädigung sorgt bei Besuchern des Weiherparks für Kopfschütteln. Auch im Gemeinderat gab es dazu engagierte Statements sowie Forderungen in Richtung Stadtverwaltung. Die Bilder der Weiherparktoilette machten ihn fassungslos, gestand Jens Mühling von den Freien Wähler, der auch Vorsitzender der Freunde des Bürgerparks ist.
Ihn erreichten viele Anfragen von Bürgern. „Warum können wir hier keine Kameras aufstellen?“, fragt der Gemeinderat.

Wie Eppingens OB Holaschke die Möglichkeit einer Kameraüberwachung einschätzt
Laut Eppingens Oberbürgermeister (OB) Klaus Holaschke ist es „außerordentlich schwer“, im öffentlichen Raum Kameras zu installieren. Und dies auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Holaschke erinnerte an die Gemeinde Ittlingen, der es erst nach intensiven Verhandlungen mit dem Datenschutz 2011 genehmigt wurde, den Friedhof per Kameras gegen Grabräuberei zu schützen. Die Beschädigungen des WC-Containers seien „für alle ein Schlag ins Gesicht“. Er habe dafür „null Verständnis“, so Holaschke.
Gemeinderat Michael Mairhofer (SPD), der in direkter Nachbarschaft zum Gartenschaugelände wohnt, zeigte sich irritiert, welche Beschädigungen allein schon am helllichten Tag möglich sind. „Was viel unangenehmer ist, ist das, was losgeht, wenn es dunkel wird.“ Er berichtete über Geräusche splitternden Holzes. Der runde Holzpavillon sei ein Treffpunkt für Saufgelage. „Irgendwann muss ein Pflock eingeschlagen sein“, so ein hörbar angekratzter Gemeinderat.

Was ein CDU-Stadtrat zur Lösung des Problems im Weiherpark vorschlägt
CDU-Gemeinderat Herbert Meixner regte an, eine Belohnung für Tippgeber auszusetzen: „Es gibt immer irgendwelche Mitwisser.“ Holaschke brachte den Einsatz von Security während der Sommermonate ins Spiel. „Man kriegt nur Ordnung rein, wenn man mehr Kontrollen macht.“ Der OB bekräftigte, dass es Handlungsbedarf gebe. Ulrike Stahl (Grüne) erinnerte an das Angebot der Polizei, jeden Vorfall umgehend zu melden.
Ortsvorsteher Jörg Fundis stimmte seiner Kollegin zu, gab aber auch zu bedenken, dass das Eppinger Polizeirevier personell unterbesetzt sei: „Die Kollegen laufen auf der letzten Rille, das muss man auch mal öffentlich feststellen.“ Er schlug vor, die örtlichen Kräfte bei Veranstaltungen mit überregionalen Einsatzkräften zu verstärken.
Verunsicherung über Verwüstungen: Manche wollen lieber anonym bleiben
Eltern von Kindern, die den Spielplatz nutzen, und Spaziergänger sind angesichts der Verwüstungen verunsichert, nicht jeder möchte in diesem Zusammenhang seinen Namen nennen. „Ich kann gar nicht verstehen, warum man so etwas macht“, meint die Mutter einer zehn und sieben Jahre alten Tochter: „Zum Glück wohnt unsere Oma gleich um die Ecke.“
Die Mutter einer dreijährigen Tochter ärgert sich insbesondere für die weiblichen Parkbesucher: „Es gibt auch Schwangere, die plötzlich mal dringend müssen. Was machen die?“ Die 35-Jährige regt an, den Weiherpark durch häufigere Streifen zu sichern. Für Martin Filsinger aus Hilsbach, der mit einer Frau gern das ehemalige Gartenschaugelände durchstreift, weist die Zerstörung öffentlicher Güter auf tiefere Mängel hin: „Es muss allgemein wieder mehr Wertschätzung in der Gesellschaft vermittelt werden.“
Beschädigungen im Weiherpark: Polizei bittet um Zeugenaussagen
Der Schaden liegt nach Einschätzung der Polizei bei 4000 Euro. Derzeit lägen keine Tätererkenntnisse vor, Zeugenhinweise seien keine eingegangen. Die Polizei schätzt die Sicherheitslage im Bereich Bahnhof/Weiherpark derzeit als unauffällig, beziehungsweise entspannt ein, es gebe keine herausragenden Vorkommnisse.
Grundsätzlich werde der Weiherpark – insbesondere in der wärmeren Jahreszeit – regelmäßig bestreift sowohl mit Fahrzeug als auch zu Fuß. Dies treffe auch in den Tagen vor der aktuellen Sachbeschädigung im Toilettenhaus zu. Zeugen, die Hinweise auf den oder die Täter geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Eppingen unter Telefon 07262 60950 zu melden.
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