Gestopptes Bürgerbegehren: Streit um Windkraft in Eppingen geht am Ziel vorbei
Das vorerst ausgestandene Bürgerbegehren gegen Windkraft im Eppinger Hardwald ist ein Signal an den Gesetzgeber, findet unser Autor.

Die Windkraft wirbelt die Eppinger Bürgerschaft ganz schön durcheinander. Die einen sind in Sorge um den Erhalt der wertvollen und für das Klima so wichtigen Naturressource Wald. Die anderen sehen sich in der Pflicht, die Kommune, die zunehmend unter den Aufgaben, die Bund und Land an sie herantragen, aber nicht vollständig gegenfinanzieren, arbeitsfähig zu halten.
Der Graben zieht sich durch das Hügelland wie die Eppinger Linien, geht aber am Ziel vorbei. Denn in Eppingen wird nicht über Sinn und Unsinn der Windkraft im Wald entschieden. In Eppingen wird auch nicht darüber befunden, ob ein Windrad nicht effizienter an der Küste arbeitet als im Hinterland.
In Eppingen wird nicht über Sinn oder Unsinn der Windkraft entschieden
Was die Stadt zu entscheiden hat, ist, an welcher Stelle auf ihrer Gemarkung sie einen Beitrag zur geforderten Windkraftquote von 1,8 Prozent der Fläche der Planungsregion Heilbronn-Franken leistet. Wenn dies nicht bis Ende September in Sack und Tüten ist, droht der unkontrollierte Ausbau. Dann kann jeder Investor überall, wo es kein hartes Ausschlusskriterium gibt, ein Windrad in die Landschaft setzen. Aus dieser Nummer kommt die Kommune nicht heraus.
Das abgelehnte Bürgerbegehren ist darum eher ein Signal an Bund und Land: Viele halten es für wenig sinnvoll, eine starre Quote für den Windkraftausbau deutschlandweit festzulegen, ohne die topografischen Unterschiede bei der Windzuverlässigkeit zu berücksichtigen.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare
am 09.08.2025 21:02 Uhr
Es darf hier nicht um Quoten gehen sondern tatsächlich um die Sinnhaftigkeit von Windkraftanlagen an unterschiedlichen Standorten. Was überhaupt nicht geht sind zugesagte Zahlungen an die Investoren solcher Anlagen auch für nicht gelieferte Energie bei Windstille. Windkraft macht Sinn, da wo diese wirklich Energie erzeugt und auch CO ² einspart. Rendite ja, aber nicht auf Steuerzahlerkosten für nicht erzeugte Energie. Und um Waldflächen und Vogelschlag für Windkraftanlagen zu opfern ist nochmals eine ganz andere Hausnummer die unbedingt mit einfließen muss.
Jürgen Mosthaf