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Gestopptes Bürgerbegehren: Streit um Windkraft in Eppingen geht am Ziel vorbei

  
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Das vorerst ausgestandene Bürgerbegehren gegen Windkraft im Eppinger Hardwald ist ein Signal an den Gesetzgeber, findet unser Autor.

Quo vadis, Eppinger Hardwald? Neben der Naherholung könnte bald auch die Energiegewinnung hier im Vordergrund stehen. Wie auch immer: Das Thema bewegt die Gemüter.
Quo vadis, Eppinger Hardwald? Neben der Naherholung könnte bald auch die Energiegewinnung hier im Vordergrund stehen. Wie auch immer: Das Thema bewegt die Gemüter.  Foto: Kühl, Jörg

Die Windkraft wirbelt die Eppinger Bürgerschaft ganz schön durcheinander. Die einen sind in Sorge um den Erhalt der wertvollen und für das Klima so wichtigen Naturressource Wald. Die anderen sehen sich in der Pflicht, die Kommune, die zunehmend unter den Aufgaben, die Bund und Land an sie herantragen, aber nicht vollständig gegenfinanzieren, arbeitsfähig zu halten.

Der Graben zieht sich durch das Hügelland wie die Eppinger Linien, geht aber am Ziel vorbei. Denn in Eppingen wird nicht über Sinn und Unsinn der Windkraft im Wald entschieden. In Eppingen wird auch nicht darüber befunden, ob ein Windrad nicht effizienter an der Küste arbeitet als im Hinterland.

In Eppingen wird nicht über Sinn oder Unsinn der Windkraft entschieden

Was die Stadt zu entscheiden hat, ist, an welcher Stelle auf ihrer Gemarkung sie einen Beitrag zur geforderten Windkraftquote von 1,8 Prozent der Fläche der Planungsregion Heilbronn-Franken leistet. Wenn dies nicht bis Ende September in Sack und Tüten ist, droht der unkontrollierte Ausbau. Dann kann jeder Investor überall, wo es kein hartes Ausschlusskriterium gibt, ein Windrad in die Landschaft setzen. Aus dieser Nummer kommt die Kommune nicht heraus.

Das abgelehnte Bürgerbegehren ist darum eher ein Signal an Bund und Land: Viele halten es für wenig sinnvoll, eine starre Quote für den Windkraftausbau deutschlandweit festzulegen, ohne die topografischen Unterschiede bei der Windzuverlässigkeit zu berücksichtigen.

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