Eltern hoffen auf baldige Sanierung der Astrid-Lindgren-Grundschule
Das Dach ist undicht, bei Regen tropft es in Schulhefte - das Problem besteht schon länger in der Astrid-Lindgren-Grundschule in Siegelsbach. Am Dienstag war es Thema im Gemeinderat. Eltern sprachen die Missstände an.

Die Sanierung der Astrid-Lindgren-Schule in Siegelsbach soll nun in die Vorplanung gehen. Das beschloss der Siegelsbacher Gemeinderat am Dienstag in seiner Sitzung. In den Zuschauerreihen saßen Eltern von Schulkindern und Betreuungskräfte.
Vater Ulf Bauer sprach zu Beginn der Sitzung an, dass er die Situation in der vergangenen Woche als extrem und „ziemlich krass“ empfand. Es war Elternabend und zahlreiche Eimer waren aufgestellt, in denen von der Decke tropfendes Wasser aufgefangen wurde. „Die Schüler müssen sich teilweise umsetzen, weil es in die Hefte tropft“, sagte er. Über einem Bildschirm sei ein Blech angebracht, damit die Technik nicht nass wird. Deshalb, so Bauer, beschäftige ihn vor allem eine Frage: „Wann kann man damit rechnen, dass die Sanierung losgeht?“
Bürgermeister Haucap versicherte, man sei an dem Thema dran
Bürgermeister Tobias Haucap sagte, man habe in der vergangenen Woche der Grundschule zusammen mit Mitgliedern des Gemeinderats gleich einen Besuch abgestattet, als man von den Wahrnehmungen der Eltern beim Elternabend erfahren habe. „Es besteht keine Gesundheitsgefahr“, betonte er. Es gehe derzeit wirklich nur um einen rein optischen Mangel.

Bereits vor zwei Jahren war das undichte Flachdach „geflickt“ worden. Schweißnähte wurden nachgezogen. Eine Zeit war es besser. Doch dauerhaft war das Thema offenbar nicht erledigt. Es lässt sich nicht genau feststellen, wo genau das Wasser eindringt. Haucap versicherte, man sei dran. Im Zusammenhang mit Vorbereitungen der nächsten Schritte soll eventuell nochmals eine Schweißnaht nachgezogen werden.
Verwaltung geht ins Gespräch mit Anbieter für Containerlösungen
Nach Abschluss der Vorplanungen soll es eine Arbeitsgruppe geben, bestehend aus Architekten, Verwaltung, Gemeinderatsmitgliedern, Schulleitung, Elternbeiratsvorsitzenden und den Betreuungskräften für Kernzeit. In dieser Gruppe sollen unter anderem das Raumkonzept sowie die Umsetzung der Mindeststandards erarbeitet werden.
Hauptamtsleiterin Daniela Quintana sagte, man sei bereits kommende Woche im Gespräch mit einem Anbieter für Containerlösungen für den Zeitraum der Sanierung. Man wolle schnell planen, „damit wir zeitnah in die Sanierung gehen können.“
Darauf drängt auch Gemeinderatsmitglied Torsten Weidemann. „Ich will kein Stuttgart 21“, sagte er. Bernd Widmann machte sich keine falsche Hoffnungen: „Baubeginn ist nicht vor einem halben Jahr.“ Felix Mann kritisierte, dass das weitere Vorgehen schon verhältnismäßig festgezurrt ist. „Ausgemacht war, dass wir vorher darüber sprechen.“
Elternbeirätin Stefanie Streib: „Kann nicht sein, dass Kinder sich umsetzen müssen, weil sie sonst einen nassen Popo haben“
Die Astrid-Lindgren-Schule ist knapp 30 Jahre alt. Bisher gab es laut Verwaltungsangaben keine relevanten Modernisierungen. Eine generelle Modernisierung soll im Zuge der Sanierung stattfinden. Es soll auch eine Mensa mit Küche errichtet werden. Bisher war die Essensausgabe behelfsmäßig in einem Klassenzimmer. Die Sanierung wird vom Land gefördert. Das Regierungspräsidium Stuttgart sicherte im Oktober 2025 eine Förderung von 1,87 Millionen Euro aus dem Ganztagessonderprogramm zu.
Mutter Stefanie Streib blickt gespannt auf die kommenden Monate. Man habe schon Ordner mit nach Hause nehmen müssen, weil sie sonst nass geworden wären, sagte die Elternbeirätin im Anschluss an die Sitzung. „Und es kann auch nicht sein, dass Kinder sich umsetzen müssen, weil sie sonst einen nassen Popo haben.“
Am Mittwochvormittag regnet es stark. Eine Lehrerin stellt in einem Klassenzimmer der Astrid-Lindgren-Grundschule vorsorglich Eimer auf - auch auf den Schulbänken. Die Schüler seien das schon gewohnt, sagt sie. Schulleiterin Anna Fischer berichtet, es könne auch sein, dass es bei starkem Regen erstmal gar nicht durch das Dach tropfe und dann erst Stunden oder Tage später. Das Wasser sucht sich seinen Weg. Wie Eltern auch sieht sie einer Sanierung der Grundschule mit Freude entgegen. Die Zeiträume seien lang, sagt sie. Alleine bis die Förderung bewilligt worden sei, sei viel Zeit vergangen. Vor allem ein Klassenzimmer sei stark von der Problematik betroffen. Fischer: „Fakt ist, es soll ja gemacht werden.“
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