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Anbau Hellbergschule
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Schulanbau in Eppingen wächst in Riesenschritten

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Vorgefertigte Module beschleunigen die Montage des Erweiterungsbaus der Eppinger Hellbergschule. Die Fertigstellung ist im August vorgesehen. Das passiert gerade auf der Baustelle: 

Blick in das neue Foyer: Von hier aus erschließt eine Teppe die weiter höher gelegenen Stockwerke. Wegen der Barrierefreiheit wird auch ein Fahrstuhl eingebaut.
Blick in das neue Foyer: Von hier aus erschließt eine Teppe die weiter höher gelegenen Stockwerke. Wegen der Barrierefreiheit wird auch ein Fahrstuhl eingebaut.  Foto: Jörg Kühl
Behalten den Durchblick: Klaus Grübnau von der Architekturagentur Stuttgart (links) und Thomas Frey, Leiter der Abteilung Hochbau in der Stadtverwaltung.
Behalten den Durchblick: Klaus Grübnau von der Architekturagentur Stuttgart (links) und Thomas Frey, Leiter der Abteilung Hochbau in der Stadtverwaltung.  Foto: Jörg Kühl
Holzkonstruktion: Diese mehrlagigen Binder zeigen, wie massiv die tragenden Elemente ausgeführt sind.
Holzkonstruktion: Diese mehrlagigen Binder zeigen, wie massiv die tragenden Elemente ausgeführt sind.  Foto: Jörg Kühl

Beim Erweiterungsbau der Eppinger Hellbergschule geht es mit Riesenschritten voran. Dank teilweise vorgefertigter Holzmodule, die aus Östereich angeliefert und von der Eppinger Firma Ziegler Bauservice montiert  werden, ist die Grundstruktur des Anbaus schon zu erkennen. Binnen 14 Tagen, so rechnet Hochbauleiter Thomas Frey von der Stadtverwaltung, wird der Anbau bereits wetterdicht sein. 

Was bei der Baustelle ins Auge sticht, ist das Baumaterial. Es handelt sich um massive Fichte. „Bei den tragenden Strukturen, wie den Bindern, sind mehrere Lagen übereinander angeordnet, um die Stabiliät zu erreichen“, erläutert Klaus Gübnau von der Architekturagentur Stuttgart. Im Anschluss wird die Holzstruktur mit bronzefarben eloxierten Aluminiumblechen verkleidet. Materialproben sind im Eingangsbereich der Schule an einer Betonwand angebracht. Der Architekt verspricht „eine Fassade, die hundert Jahre hält“.  

Das ist die größte Herausforderung bei der Erweiterung der Eppinger Hellbergschule

Grübnau würdigt Holz als Baustoff. Es handele sich um das älteste und dauerhafteste Baumaterial.  Die Elemente, die mit schweren Kranen bewegt werden, wiegen bis zu drei Tonnen. Nicht nur Decken und Wände sind modulartig vorgefertigt, auch die Fenster. Sie stammen von der Firma EMF aus dem Odenwald. 

Die größte Herausforderung sei, Alt und Neu millimetergenau zusammenzufügen, erläutert Grübner. Daher musste das bestehende Schulgebäude im Vorfeld millimetergenau ausgemessen werden. „Je sorgfältiger diese Arbeit getan ist, desto weniger muss nachgearbeitet werden“, so der Architekt. 

Zwischen dem Bestandsgebäude und dem Neubau ist eine Glasfuge geplant, die beide Teile optisch trennt und gleichzeitig für Lichteinfall in der Mitte beider Gebäudeteile sorgt. Hier soll auch der zentrale große Saal entstehen, den die Schule später für Begegnungen, Bewegung oder für schulinterne Veranstaltungen nutzen kann.

So wird künftig der Eingangsbereich aussehen

Zuletzt hatte sich der Technische Ausschuss der Stadt Eppingen im Februar mit dem Schulbau befasst. Das Gremium hatte in der Sitzung eine Variante für das Außengelände beschlossen. Da das Gelände zu zwei Seiten hin geneigt  ist, müssen einige Steigungen zwischen dem Berliner Ring und dem Schulhügel überwunden werden. Mit der Planung ist Büro Hink Landschaftsarchitektur aus Schwaigern beauftragt.

Um den Höhenunterschied auszugleichen, werden Sitzstufen aus Betonfertigteilen vorgesehen. Die entstehenden Terrassen werden begrünt und bepflanzt. Hierdurch entsteht ein repräsentativer Eingangsbereich mit Aufenthaltscharakter. Das Außengelände soll auch Unterricht im Grünen ermöglichen. Die Zahl der Parkplätze wird in der gewählten Variante nur unwesentlich verkleinert. 

Darum muss die Eppinger Hellbergschule vergrößert werden

Zur Fassadengestaltung hatte der Technische Ausschuss im Dezember sein letztes Urteil gesprochen. Der Anbau erhält demnach eine Fassadenverkleidung aus Falzblech. Vorgestellt wurden zwei Varianten von Blechverkleidungen: Eine mit rechteckigen vertikalen Knicken sowie eine mit trapezförmigen unregelmäßigen Falzen. Die vorgestellten Farbbeispiele unterscheiden sich nur in Nuancen. die Variante mit den ungleichmäßigen Knickern fand im Gremium Gefallen.

Der Anbau der Hellbergschule ist nötig, um den zusätzlichen Platzbedarf abzudecken, der sich aus dem gesetzlich vorgeschrieben Ganztagsschulbetrieb ab August 2026 ergibt. Mit der Erweiterung soll eine Fläche von insgesamt rund 300 Quadratmetern geschaffen werden. Die Investitionssumme beträgt rund 4,8 Millionen Euro. Aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau erhält Eppingen 2,8 Millionen Euro Fördergelder.

Diese neuen Räume sind geplant

Für den Ganztagsbetrieb der Eppinger Hellbergschule sind ein Bewegungs- und ein Ruheraum sowie ein Bereich für Arbeitsgemeinschaften und ein Besprechungszimmer geplant. Das Gebäude wird komplett barrierefrei gebaut, unter anderem mithilfe eines Aufzugs. Der Spatenstich für den neuen Schulanbau fand im Juli 2025 statt. Bis August 2026 muss der Anbau fertig sein, da ab diesem Zeitpunkt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung greift.

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