Planungen für Logistikhalle schreiten voran
SIEGELSBACH Gemeinderat stimmt Vorentwurf für Bebauungsplan zu – Neubau von Mann&Schröder soll Verkehr entlasten

Der Gemeinderat Siegelsbach hat in seiner Sitzung am Dienstagabend einem Vorentwurf für den Bebauungsplan eines Mann&Schröder-Neubaus einstimmig zugestimmt. Rund 20 interessierte Bürger kamen zur Sitzung, um mehr über das Projekt auf dem Areal Petersäcker zu erfahren – darunter Anwohner des angrenzenden Wohngebiets. Kritik am Vorhaben des Kosmetik-Unternehmens am östlichen Ortsrand als Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets gibt es offenbar bislang keine oder nur kaum.
Anwohnerin Bianca Hofmann sagte im Anschluss an die Gemeinderatssitzung, ihr sei das Logistikgebäude einfach „zu groß“. So massiv-brachial wirke es. Und bislang habe sie nur wenige Informationen dazu bekommen könne, wie es beispielsweise mit dem Abwasser und starkem Regenfall sein werde, wenn die etwas höher gelegene Ackerfläche versiegelt ist. Wie andere Anwohner verliert aber auch sie nicht aus dem Blick: „Siegelsbach profitiert natürlich von Mann&Schröder.“
Verkehrssituation in Siegelsbach soll durch Neubau deutlich entlastet werden
Stefan Martin, Technikleiter des Unternehmens, sagte nach der Sitzung, in Siegelsbach sei die Stimmung dem Neubauprojekt gegenüber „bislang nur positiv“. Jedenfalls habe er nichts anderes gehört. Zumal einer der großen Pluspunkte des Logistikzentrums in dieser Ortsrand-Lage sein soll, dass die Hauptstraße und Siegelsbach insgesamt deutlich von Lkw-Verkehr entlastet werden soll. Auch Bürgermeister Tobias Haucap spricht von einer Entspannung. Die Situation mit Lkw in der Hauptstraße, die am Produktionsstandort auf Entladung warten und den übrigen Verkehr blockierten, werde es in Zukunft so nicht mehr geben.
Gemeinderatsmitglied und Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Kraus merkte an, dass er sich eine Lösung „nicht so nah am Ort“ besser hätte vorstellen können – mehr im Nordosten, Richtung Wald. „Da hätte man vielleicht auch mehr Erweiterungsmöglichkeiten gehabt.“ Doch Andreas Braun vom zuständigen Vermessungsbüro sagte, man habe hier gar keine andere Wahl gehabt, denn nur die jetzt beplante Fläche sei für so etwas vorgesehen. „Wir können nicht einfach sagen, wir schaffen jetzt 500 Meter weiter eine neue Insellage.“
Braun beschrieb in seinem Vortrag noch einmal, was Mann&Schröder plant und welche maximale Gebäudehöhe zugelassen sein wird. So darf das Hochregallager im südlichen Teil maximal 23 und ein Aussichtsturm mit Arbeitstreppe maximal 25 Meter hoch sein. Die angrenzenden Büro- und Sozialräume dürfen maximal zehn Meter hoch werden. Um sich besser ins Gesamtbild einzufügen, soll der Komplex mit hochwachsenden Zitterpappeln umpflanzt werden. Die Betriebserweiterung sei für die Firma Mann&Schröder nötig, „um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und wohnortnahe Arbeitsplätze zu sichern“, fasste Braun zusammen. Die Produktionsstandorte in Siegelsbach und Hüffenhardt bleiben vom Bau des Logistikzentrums unberührt und erhalten.
Hochregallager soll „logistische Drehscheibe“ für Mann&Schröder werden
Auch Braun betonte: „Der größte Vorteil ist, bisherige Probleme mit den vielen Lkw im Ort können mit dem Neubau behoben werden.“ Der komplette Lkw-Verkehr im Zusammenhang mit Mann&Schröder werde sich künftig nach Norden bewegen.
Klar sei: Die Staugasse, im Ort besser bekannt als alte Neckarmühlbacher Straße, in Richtung der Kreisstraße 2037 zwischen Siegelsbach und Neckarmühlbach müsse aufgeweitet und ausgebaut werden, damit die Lkw dort fahren können. Gemeinderatsmitglied Torsten Weidemann warf die Frage auf, ob man in der Einmündung auf die Kreisstraße denn einen Kreisverkehr bauen könnte. Er könne sich vorstellen, dass dies sinnvoll sei, so Weidemann, da die Lkw ansonsten stark ausholen müssten. Man nehme diese Anregung mit, sagte Bürgermeister Haucap.
Anwohnerin Bianca Hofmann hofft ebenfalls auf die versprochene Verkehrsentlastung, befürchtet aber bereits jetzt, dass die Siegelsbacher Entspannung andernorts – wie in Neckarmühlbach – zu einer steigenden Belastung führen könne.
Der geplante Logistik-Ausbau des Kosmetikherstellers Mann&Schröder war bereits im Dezember im Siegelsbacher Gemeinderat vorgestellt worden. Das Gesamtbudget liege bei rund 30 Millionen Euro, hatte Geschäftsleiter Technik und Organisation Matthias Wörner vor dem Gremium ausgeführt. „Das ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte von Mann&Schröder.“ Produziert wird im Hochregallager – mit automatisiertem Palettenlager – allerdings nichts, das Gebäude ist ein reiner Logistikbau. Von einer „logistischen Drehscheibe“ ist die Rede. Man wolle so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen. Für Anfang 2027 ist das anvisiert. Mit der Zustimmung des Gemeinderats am Dienstag zum Vorentwurf wurden die planungsrechtlichen Grundlagen dafür geschaffen.
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