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10.000 Teelichter
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Bad Rappenauer Parkfest trotzt dem Wetter mit Charme, Musik und Lichterzauber

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Dem Wetter zum Trotz: Das Parkfest in Bad Rappenau ist wie immer ein Besuchermagnet. Am Sonntag stehen die kleinsten Besucher im Mittelpunkt.


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Thomas Wachno ist auf alles vorbereitet: Zwei Regenschirme hat der Bad Rappenauer dabei – man weiß ja nie, ob es entgegen der Wettervorhersage doch noch regnet. „Der Regen ist mir aber egal“, sagt der Braumeister lachend und läuft zielsicher in den Kurpark. Dort ist am Samstagabend gegen 20 Uhr gefühlt der halbe Ort unterwegs, denn trotz der kühlen Temperaturen lässt man sich das Parkfest nicht entgehen. Das wird traditionell zu Beginn der Sommerferien gefeiert.

Über 10.000 Teelichter lassen den Bad Rappenauer Kurpark leuchten

Drei Tage herrscht Ausnahmezustand in dem sonst so beschaulichen Park. Der Höhepunkt ist wie immer das Lichtermeer aus über 10.000 Teelichtern. Die werden wie immer vom Obergimperner Carnevalsverein entzündet. „Leider wollen die Kerzen aber nicht so, wie wir wollen“, sagt Carmen Werner. Um 9 Uhr haben sie, 15 Mitglieder der Juniorengarde und einige Eltern die Becher aufgestellt.


Zwei Mal hat es seitdem stark geregnet, teilweise über 40 Minuten. Auch wenn große Folienplanen zum Schutz aufgespannt wurden: „Sie haben leider nicht alles abgedeckt“, erzählt Sandra Bühler vom Kulturamt der Stadt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Sabrina Uka hat sie das Parkfest, das aus dem Lichterfest hervorging und unter diesem Namen bereits zum fünften Mal stattfindet, organisiert.

Parkfest im Kurpark: Die Lichterbecher werden jedes Jahr wieder genutzt

Die Dochte der Teelichter sind nass, in den Bechern steht das Wasser. Doch die Helfer lassen sich nicht beirren und versuchen ihr Bestes, um mit Stabfeuerzeugen doch noch Flammen zu erzeugen. Am Ende, erzählt Carmen Werner, sollen die Wappen aller Bad Rappenauer Ortsteile abgebildet werden. Ohne die, so Werner, gehe es schließlich nicht im Ort. Die Becher werden jedes Jahr wieder genutzt und je nach dem aktuellen Thema mit bunter Kreidefarbe angemalt. Einmal, erinnert sich Sandra Bühler, habe man es mit Papierformen versucht. „Die waren allerdings nicht stabil genug, als einige Kinder darüber liefen.“ 

Nach und nach sehen auch die Festbesucher, was der OCV sich in diesem Jahr ausgedacht hat. „Toll“, sagt eine Frau, die es sich hinter dem Absperrband bequem gemacht hat und an einem Sarti nippt. Die Mischung aus rosafarbenen Wermut, Prosecco und Mineralwasser gilt als das neue In-Getränk. Wem das nicht schmeckt, der kann sich ganz klassisch mit Bier, Wein oder Bowle versorgen und an einem der zahlreichen Food Trucks zuschlagen. Ganz und gar nicht ruhig sind die Mitglieder der Band Rockzylla, die auf der Parkbühne mit härteren Klängen unterhalten.

Parkfest am Samstag: Am Abend kann der Regenschirm in der Tasche bleiben

Das gefällt auch den Kurgästen: „Ich finde es super, dass ich nach ein paar Schritten schon mittendrin bin“, erzählt Margit Braun. Ihre Begleitung beißt beherzt in eine Bratwurst im Brötchen und kann gerade noch so dem Senf ausweichen, der droht, auf die Hose zu tropfen. Den mitgebrachten Regenschirm brauchen die beiden nicht, der Wettergott hat endlich Erbarmen und der Himmel reißt auf.

„Das Wetter ist leider unberechenbar“, weiß Bad Rappenaus Oberbürgermeister, der gemeinsam mit seiner Frau über das Gelände schlendert. Dass trotz der so gar nicht sommerlichen Temperaturen so viele Menschen gekommen sind, freut den Rathauschef: „Das Fest gehört einfach zu Bad Rappenau.“ Genauso wie der Markt der schönen Dinge, auf dem von Seife über Schmuck bis hin zu Gedrechseltem angeboten wird.

Am Sonntag kommen die kleinsten Besucher auf ihre Kosten, können sich auf einer Hüpfburg und einem Kletterturm austoben oder auf einer Rodeo-Ente reiten. Aus dem Alter ist Thomas Wachno raus. Ein bisschen Wehmut schwingt noch mit, wenn er an das Lichterfest aus der Zeit vor der Gartenschau 2008 zurückdenkt. Das sei schon eine andere Nummer gewesen: „Aber das Parkfest, das hat auf jeden Fall viel Charme und macht Spaß.“ 

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