Neues Ärztehaus in Fürfeld wird im kommenden Jahr bezogen
Arztpraxis, Kindertagesstätte sowie Physio- und Ergotherapeuten: Das Ärztehaus im Bad Rappenauer Ortsteil Fürfeld bietet eine breite Palette. Bei den geplanten Wohnungen gab es eine Änderung.

Wenn eine Rolle mit Tapeband, Nägel, Münzgeld, Tageszeitungen und eine Trinkflasche in ein Edelstahlrohr gepackt werden, mutet das zwar wie eine absurde Mischung an. Kann in den meisten Fällen aber nur eins bedeuten: Hier wird gerade eine Zeitkapsel befüllt. So geschehen am Mittwochnachmittag beim Richtfest des Ärztehauses an der Ecke Bonfelder Straße und Mühlweg in Fürfeld, das immer mehr Formen annimmt.
Als einen „wesentlichen Meilenstein“ bezeichnet Lothar Bauer das Ereignis, das für den Bad Rappenauer Ortsteil auf mehreren Ebenen ein Schritt in die Zukunft ist. Denn neben der ärztlichen Versorgung finden in dem Gebäude nicht nur Praxen für Physio- und Ergotherapie eine neue Heimat.
Neubau verspricht Entspannung bei Kinderbetreuung in Fürfeld
Auch für die jüngsten Fürfelder wird sich ab Herbst einiges ändern, denn über zwei Etagen entsteht eine zweigruppige Kindertagesstätte mit Ü3- und U3-Bereich. Beides laut Oberbürgermeister Sebastian Frei „Megathemen“ im Ort. Denn die Betreuungssituation ist seit Jahren angespannt, Räumlichkeiten werden dringend benötigt.
Dass bald auch noch mit Dr. Mark Glasauer ein Mediziner nach Fürfeld kommt, freut nicht nur den Rathauschef, sondern auch Glasauer selbst. „Mein Team und ich fiebern dem Arbeiten in den neuen Räumen entgegen“, erzählt er. Bisher ist der Internist in Kirchhausen angesiedelt und arbeitet dort mit zwei weiteren Ärzten unter erschwerten räumlichen Bedingungen. 150 bis 200 Patienten kommen pro Tag. „In Zukunft können wir sie in einem geschützten Rahmen besser versorgen.“
Aus den geplanten Wohnungen wird nichts
Das Gebäude sei auf effektive Abläufe ausgerichtet, die Technik auf dem neusten Stand. Damit das auch wirklich so ist, stehen als nächstes die Trockenbauarbeiten für die Zwischenwände auf dem Plan, dann könne mit der Installation begonnen werden, erklärt Architekt Martin Oszter. Nur mit den angedachten Wohnungen wird es nichts. Eigentlich waren fünf Einheiten geplant. „Aber dann kamen Anfragen von Ergotherapeuten, später dann von Physiotherapeuten“, so Oszter, der mit der Entwicklung nicht unzufrieden ist und das Ganze als „runde Sache“ und „Ärztedienstleistungshaus“ bezeichnet.
Ähnlich sieht es auch Mark Glasauer und spricht von einem „Gesundheitszentrum“. Gerne hätte er es gesehen, wenn noch weitere Kollegen, etwa einen Kinderarzt, mit auf den Zug aufgesprungen wären. Er habe sich umgehört, „aber keiner wollte aufs flache Land“. Theoretisch könnte er in den neuen Räumen weitere Mediziner mit aufnehmen. „Wir bleiben vorerst allerdings in der jetzigen Größe.“ Denn auch vor diesem Sektor mache der Fachkräftemangel nicht Halt.
Viel Arbeit bis zum Einzug
Solche Gedanken sind zurzeit allerdings noch weit weg. Momentan hat Glasauer ganz andere Dinge im Kopf. Zum Beispiel den Antrag auf Verlegung bei der kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg oder den Umzug der neuen und größeren Computeranlage. Schließlich müssen heutzutage innerhalb einer Praxis alle miteinander vernetzt sein. Die Liste mit den anstehenden Aufgaben sei mehrere Din-A-4-Seiten lang, sagt Mark Glasauser lachend.
Mehrmals pro Monat fährt er an der Baustelle vorbei und schaut sich den Fortschritt des Gebäudes, das auf einem städtischen Grundstück steht, an. Praxis und Kita befinden sich ebenfalls im Besitz der Stadt.
Ortsvorsteher Marcel Mayer freut sich über den Neubau
Die Bauarbeiten seien im Plan, bestätigt Martin Oszter, das nasse Wetter im Frühling habe kaum zu Verzögerungen geführt. Mittlerweile werden auch die Fenster bereits produziert und konstruiert.
Einer, der sich mindestens genauso freut, wie Mark Glasauer, ist Fürfelds Ortsvorsteher Marcel Mayer. Für die ganze Stadt Bad Rappenau sei der Bau eine Win-Win-Situation. „Wann hat man schon mal das Glück, dass ein Arzt aufs Land kommt und noch dazu eine Kita Platz findet?“ Nicht nur die Fürfelder werden profitieren, „sondern wir alle haben etwas davon“.
„Wir werden alle etwas davon haben.“Marcel Mayer

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