Zurück zum wirklich persönlichen Geschenk

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Kindergartenkinder wichteln mit Feingefühl für den Geschmack des anderen

Von Susanne Walter
Wichteln der etwas anderen Art. Im Ittlinger Kindergarten schenkt man sich Dinge aus dem eigenen Fundus – eine spannende Idee.Foto: Susanne Walter
Wichteln der etwas anderen Art. Im Ittlinger Kindergarten schenkt man sich Dinge aus dem eigenen Fundus – eine spannende Idee.Foto: Susanne Walter

Ittlingen - Alle Jahre wieder kommen nicht nur der Nikolaus und das Christkind und bringen reichlich Geschenke mit. Jedes Jahr aufs Neue steigen auch die Erwartungen vieler Kinder, was den Inhalt der inzwischen schon verschiedenen Adventskalender angeht. In diese Konsumspirale bewusst einmal die Bremse reinhauen, das wollten Ilka Lackner und Ramona Pohl und mit ihnen weitere Erzieherinnen im gemeindeeigenen Kindergarten von Ittlingen.

„Wirkliches Schenken bedeutet, sich Gedanken darüber zu machen, was dem anderen auch tatsächlich gefallen könnte und vielleicht sogar etwas herzugeben, was einem selbst nicht so ganz leicht fällt”, sagten sie sich und riefen wieder das persönliche Adventswichteln aus. Die Grundidee dabei ist, nur Dinge zu verschenken, die im eigenen Zimmer der schenkenden Kinder bereits zu Hause waren.

Und das läuft jetzt im Advent so ab: „Im Vorfeld haben alle Kinder Sterne mit Namen gezogen und hatten dann Zeit, sich in Ruhe zu überlegen, was der oder die Gezogene bekommen soll“, sagt Erzieherin Ilka Lackner. Das Ergebnis hängt derzeit an einer Leine mitten im Raum: Große und kleine Päckchen schaukeln da und warten darauf, von neugierigen Kinderhänden ausgepackt zu werden. „Die Idee kommt bei unseren Kindern sehr gut an, und wir finden das einfach auch klasse, dass sich jeder mal Gedanken macht“, erklärt Erzieherin Ramona Pohl, die schon zum zweiten Mal im Kindergarten das etwas andere Wichteln anbietet. Im vergangenen Jahr habe gar ein Kind ein Stofftier hergegeben, weil es genau wusste, dass das andere Kind dafür auch eine Schwäche hat. „War ganz schön schwierig, etwas Passendes zu finden“, verrät Anna-Lena Vetter, fünf Jahre alt . „Ich hab mein ganzes Kinderzimmer durchgekramt.“

Freude strahlt um die Lippen von Robin Trunk. Der Junge hat ein Uno-Spiel bekommen, wie er es sich immer gewünscht hat; ob das neu oder gebraucht ist, juckt ihn wenig. Doch nicht jeder der 27 Vorschüler ist bereit, ein Schätzchen zu opfern. Alexa Scheuermann gibt zu, dass sie davon nichts hält. „Ich will lieber etwas kaufen, weil ich nichts herschenken will“, sagt sie ganz offen. Sie ist nicht die Einzige, die so denkt – auch damit müssen die Verfechter der etwas anderen Wichtel-Idee leben.

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