WC-Benutzer rümpfen die Nase
Eppingen - Für alle offen, aber nicht immer einladend: Der Zustand der Toilette am Bahnhof lässt Benutzer die Nase rümpfen. „Das ist eine Schande für Eppingen“, schimpft die Mühlbacherin Marita Friedel, nachdem sie die Anlage kürzlich verdreckt vorfand. Eine Momentaufnahme? Die Stadt versichert, dass täglich der Reinigungstrupp anrückt. Andere Gemeinden haben öffentliche WCs längst abgesperrt und setzen auf ein System, das die Gaststätten einbindet.

Eppingen - Für alle offen, aber nicht immer einladend: Der Zustand der Toilette am Bahnhof (Foto: Alexander Hettich) lässt Benutzer die Nase rümpfen. „Das ist eine Schande für Eppingen“, schimpft die Mühlbacherin Marita Friedel, nachdem sie die Anlage kürzlich verdreckt vorfand. Eine Momentaufnahme? Die Stadt versichert, dass täglich der Reinigungstrupp anrückt. Andere Gemeinden haben öffentliche WCs längst abgesperrt und setzen auf ein System, das die Gaststätten einbindet.
„An jedem Tag um 20 Uhr wird die Toilette am Bahnhof gereinigt, auch sonntags“, erklärt Rathaussprecher Sönke Brenner. Auch er räumt ein: Ohne Kontrolle sei es schwierig, alles makellos zu halten. Am zweiten öffentlichen WC am Kleinbrückentorplatz gibt es keine Klagen. Dort rückt der Kioskbetreiber den Schlüssel nur auf Nachfrage raus. Keinesfalls sei es so, dass sich Beschwerden über das Bahnhofs-WC häuften, betont Brenner: „Sonst hätten wir längst reagiert.“
Vandalismus in Bad Rappenau
Bad Rappenau hat schon vor einigen Jahren reagiert, und die öffentliche Örtchen im Einkaufszentrum am Kirchplatz für immer abgesperrt. Um Vandalismusschäden zu beheben, musste die Stadt Jahr für Jahr fünfstellige Beträge aufwenden, berichtet Sprecherin Eva Goldfuß-Siedl. Besucher verlassen sich nun auf die „Freundliche Toilette“. Gaststätten weisen durch einen Aufkleber an der Tür darauf hin, dass ihre Toiletten auch denen offen stehen, die nichts kaufen.
Eine Idee, die sich laut Goldfuß-Siedl bewährt hat. Ähnliches ist aus Sulzfeld zu hören, wo Gaststätten unter dem Etikett „Nette Toilette“ ihre Hintertürchen öffnen (siehe Hintergrund). Große Unterschiede gibt es bei der Versorgung mit Behinderten-WCs. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat meist einen bundesweit einheitlichen Schlüssel, mit dem sich besonders gekennzeichnete Toiletten öffnen lassen.
Eine solche gibt es im Häuschen am Eppinger Bahnhof. Dazu das Hotel Villa Waldeck am Stadtrand, das Rathaus, zählt Eveline Vögeli auf. „Sonst gibt es nichts“, bemängelt die Vorsitzende der Kontaktgruppe „Trotz Behinderung aktiv“. Rollstuhlfahrer überlegten sich zweimal, ob sie zum Altstadtfest kommen, wo die Gruppe einen Stand aufbaut. Der Weg zur Toilette sei zu weit, so Vögeli. In den Gaststätten im Zentrum gebe es keine barrierefreien WCs. Das Rathaus ist am Wochenende geschlossen, bestätigt Sprecher Brenner. Wenn Behinderte einen Rathaus-Mitarbeiter auf dem Fest ansprechen, würden sie eingelassen.
Grundsätzlich besser findet Vögeli die Situation in Bad Rappenau, wo die vielen Kliniken entsprechende Möglichkeiten für Gehbehinderte bieten. Seit Langem kämpft die Gruppe für mehr Behinderten-WCs in den Gemeinden. Die Gemmingerin ist aber realistisch: „Ich weiß, dass das eine sehr teure Sache ist.“
Stichwort: Städtische WCs
In Rappenau unterhält die Stadt keine öffentliche Toilette mehr. In Eppingen öffnet die Anlage am Bahnhof morgens mit dem ersten Stadtbahnzug und schließt abends gegen 20.30 Uhr. Das WC an der Bahnhofstraße öffnet mit dem Kiosk montags bis freitags von 5 bis 18 Uhr, samstags von 6 bis 13 Uhr.
Nette Toilette
Die Idee stammt aus Aalen und findet bundesweit Nachahmer: Gaststätten öffnen ihre Toiletten, ohne dass Benutzer etwas essen oder trinken müssen. Für die Wirte gibt es eine Entschädigung, 120 Euro pro Jahr sind es in Sulzfeld. Unter anderem setzt Heilbronn auf das Konzept, in Bad Rappenau heißt es „Freundliche Toilette“. ah
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Stimme.de
Kommentare
am 22.07.2009 21:11 Uhr
Wieso Schande für Eppingen? Die Stadt Eppingen müsste hinter jeden Benutzer eine Reinigungskraft stellen. Eine Schande ist es für die Benutzer, welche die Toiletten so zurichten! Bei den Damentoiletten scheint dies noch schlimmer zu sein, als bei den Herren. Wenn die Stadt dann beschimpft wird, einfach abschließen, fertig!