Stimme+
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Wandern, Radfahren, Einkehren

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Das Fünfmühlental ist ein Idyll, das viel zu bieten hat

Die Schnepfenhardter Mühle ist das Elternhaus von Wirtin Anette Schmitt. Das Lokal ist bei Wanderern beliebt.
Die Schnepfenhardter Mühle ist das Elternhaus von Wirtin Anette Schmitt. Das Lokal ist bei Wanderern beliebt.

Serie: Ausflugsziele

Von unserer Redakteurin Ulrike Plapp-Schirmer

Es gibt Zimmerhöfer, die kennen das Fünfmühlental nicht, obwohl es direkt vor ihrer Haustür beginnt, über Siegelsbacher Gemarkung führt und auf Neckarmühlbacher Gemarkung endet. Die Kugelmühle, Bartsmühle, Sommersmühle, Schnepfenhardter Mühle und die Maysack’sche Mühle geben dem Tal den Namen. Eine sechste existierte im 18. Jahrhundert nur wenige Jahrzehnte lang etwa in Höhe des heutigen Kurparks. Alle anderen sind älter. Sie reihen sich wie Perlen einer Kette am Mühlbach entlang auf. Wer hier wohnt, ist umgeben von Wiesen und Wald, von plätscherndem Wasser, röhrenden Hirschen, von Vogelgezwitscher und von gut gelaunten Ausflüglern. "Man hat hier immer nette Begegnungen", erzählt Jutta Ries-Müller: "Die Leute, die hier vorbeikommen, sind immer gut drauf."

Nachwuchs Sie und ihr Mann Manfred Bauer leben auf der Sommersmühle. Manfred und Bernd Bauer gehört das Damwild, zu dem es vor allem die Kinder zieht. Seit kurzem steht ein Futterautomat am Gehege. Doch nicht einmal damit lassen sich die Tiere tagsüber locken, wenn sie sich mit ihrem Nachwuchs unter die schattigen Bäume zurückziehen. Um diese Jahreszeit geht es erst abends auf den Wiesen bei der Sommersmühle rund. Dann spielen die Jungen Fangen. "Wenn die Hirsche nicht da wären, wäre sicher weniger los", weiß Jutta Ries-Müller um die Attraktivität der Tiere. Die Familie hat Ziegen, Pferde, Gänse und einen Hund, der das Wild jagen würde, wäre der Zaun nicht dazwischen. "Die Gänse merken, wenn jemand Angst hat", sagt Jutta Ries-Müller und empfiehlt, einfach forsch draufloszugehen. Sie und ihr Mann haben einen Tipp für Spaziergänger: am Kurtbrunnen Richtung Siegelsbach abbiegen und auf der Höhe zurück zur Kläranlage laufen.

Begrenzt ist das Fünfmühlental von zwei belebten Straßen, von denen man nichts ahnt, wenn man die acht Kilometer vom Fischersee bis zur Mühlenschenke und wieder zurück geht, fährt oder im Kinderwagen geschoben wird. Denn natürlich ist das Tal auch ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Die Touristikgemeinschaft Heilbronner Land bettet das Tal in eine 18,3 Kilometer lange Rundwanderung ein, die am Bahnhof Bad Wimpfen beginnt und über die Heinsheimer Bergkirche und Burg Guttenberg ins Fünfmühlental führt. Geht man am Neckar entlang zurück, kann man auf 20,7 Kilometer erhöhen. Sechs Stunden ist man dann unterwegs. Nicht mitgerechnet die Einkehr in der Mühlenschenke. Dienstags bis sonntags ist sie ab 11.30 Uhr geöffnet.

Wanderung An manchen Tagen ist der Biergarten komplett besetzt. Pärchen, Radfahrer und Busgruppen kehren dort ein. Vor dem Landgasthof liegen etliche Parkplätze. Wirtin Anette Schmitt ist hier aufgewachsen. Sie erzählt von Zeiten, als es im Fünfmühlental noch keinen Strom gab. Vom Brand der Schnepfenhardter Mühle am 4. Juni 1957. Von den Anfängen der Wirtschaft in den frühen 60er Jahren, vom Wiederaufbau und von dem Wildschweingehege ihres Vaters: "Das wissen viele noch."

Anette Schmitt muss weiter, ihre Gäste bedienen. Kindergartenkinder und Erzieherinnen aus Diedesheim essen zum Abschluss ihres Ausflugs ein Eis. Abgekühlt haben sie sich zuvor unweit des Kurtbrunnens an einer wunderschönen Flachstelle des Mühlbachs. Zum Mittagessen ist eine Abteilung der Firma Bosch bei Anette Schmitt zu Gast. Auf E-Bikes fährt die Gruppe den Salz- und Sole-Radweg entlang. Wie ein Teil des Neckarsteigs führt auch er durchs Fünfmühlental. "Die ganze Fahrt ist abwechslungsreich", sagt Teamleiter Martin Rudat. Die Umgebung gefällt ihm und seinen Kollegen. "Man bekommt was von der Region mit." Kann abschalten und entspannen.

Das Fünfmühlental bei Bad Rappenau ist eine beliebte Wanderroute. Diese Damen bringen den Proviant für eine Ausflugsgruppe aus Osterburken.Fotos: Ulrike Plapp-Schirmer
Das Fünfmühlental bei Bad Rappenau ist eine beliebte Wanderroute. Diese Damen bringen den Proviant für eine Ausflugsgruppe aus Osterburken.Fotos: Ulrike Plapp-Schirmer
Der Hund der Familie Ries-Müller/Bauer würde das Damwild jagen, wäre der Zaun nicht dazwischen. Für ihn ist das Fünfmühlental eine einzige Spielwiese.
Der Hund der Familie Ries-Müller/Bauer würde das Damwild jagen, wäre der Zaun nicht dazwischen. Für ihn ist das Fünfmühlental eine einzige Spielwiese.
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben