Vier Sterne für Rosentritt- und Salinenklinik
Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und der baden-württembergische Heilbäderverband vergeben auch an Reha-Einrichtungen Zertifikaten. Zum nunmehr vierten Mal wurden die Rosentritt- und die Salinenklinik in Bad Rappenau mit vier Sternen ausgezeichnet.

Der Erfolg einer Rehabilitation wird von Patienten nicht nur an medizinisch-therapeutischen Maßnahmen festgemacht. Gutes Essen, eine schöne Umgebung und ein wohnliches Zimmer tragen, wie Befragungen zeigen, dazu bei, dass eine Maßnahme als gelungen angesehen wird. Die Einrichtungen der Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau stellen sich daher immer wieder der Qualitätskontrolle von Verbänden oder Magazinen wie dem Fokus. Ziel ist es, Standards sichtbar zu machen
Hotelstandard in den Kliniken
Seit 2012 halten die Rosentritt- und die Salinenklinik ihre vier Sterne. Vier Sterne, wie der Hotel- und Gaststättenverband sie auch an Hotels vergibt. Doch zusammen mit dem baden-württembergischen Heilbäderverband zeichnet der Dehoga auch Kliniken aus, die Hotelstandard anbieten.
Den fünften Stern, sagt Ingmar Schiedel als Leiter des Patientenmanagements, gebe es nicht, weil derzeit kein Bademantelgang zur Rappsodie existiert: Die dortigen Wellnesslandschaften könnten bei künftigen Bewertungen aber eine Rolle spielen.
Die Ausstattung der Zimmer, Aufenthaltsräume oder Schwimmbäder werden bei einer Bewertung genau unter die Lupe genommen. Zum ersten Mal dabei: Das renovierte Haus der Gesundheit, das einst zu der Bad Rappenauer Saline gehörte und mit seinen 18 neuen Zimmern der Salinenklinik zugeschlagen wurde.
Mit ihrem gemeinsamen Zertifikat wollen die beiden Verbände vor allem Einrichtungen im ländlichen Raum stärken. Kostenträger verlangen nur funktionale Zimmer, etwa mit verstellbaren Pflegebetten. Die gibt es auch noch in den Häusern der Kur- und Klinikverwaltung, würden aber "sukzessive ausgetauscht" werden, so Schiedel.
Darüber hinaus verfolge man den Hotelgedanken seit 2009: "Es geht auch ums Wohlfühlen: kulinarisch, räumlich und optisch."
Mehr als Kostenträger fordern
In den Zimmern hängen Bilder, in einem kleinen Kühlschrank können Getränke oder Medikamente gekühlt werden, Teppichböden ersetzen Böden in zeitgemäßer Holzoptik. Statt Pflegebetten stehen im Haus der Gesundheit bereits verstellbare Boxspringbetten. Der Krankenhauscharakter entfällt.
Seit der Einweihung der neuen geriatrischen Sophie-Luisen-Klinik 2017 und dem Abschluss der großen Umstrukturierung 2019 ist die Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau gut aufgestellt. "Aber die Umbauten sind eine Daueraufgabe", sagt Ingmar Schiedel. "Die wird uns immer wieder begleiten."
Und so seien auch Fragebögen wie die von dem Dehoga und dem baden-württembergischen Heilbäderverband nur eine Moment-Aufnahme. Eine, die motiviert, weiterzumachen: Auf Ladestationen für E-Bikes folgen Ladestationen für Autos. Die Kissenauswahl werde vergrößert. Für alle Zimmer würde die Senderliste überarbeitet. Kleine Maßnahmen, großen Wirkung.
Noch ein Weile begleiten wird die KuK das Thema Corona. Sechs der 18 Zimmer im Haus der Gesundheit sind provisorisch mit Stellwänden zur Covid-Station umgebaut worden - und stehen aktuell leer.
Dort könnten im Notfall infizierte Patienten untergebracht werden. Die Pflegekräfte verfügen über einen separaten Eingang. Die Rahmenbedingungen sind optimal, das Konzept ist mit dem Gesundheitsamt abgestimmt.
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