Vertraute Klänge aus einem noch fremden Land
Wie kommt man eigentlich nach Slowenien? Kretscheks Oberkrainer wiesen den Weg und präsentierten in Volksmusik aus ihrer Heimat

Bad Rappenau - Wie könnte es anders sein? Mit dem Trompetenecho eröffneten Kretscheks Oberkrainer Musikanten aus Slowenien ihre Show im Kurhaus. Vor gut besuchtem Haus präsentierten sie eine große Bandbreite an Volksmusik aus ihrem Heimatland und der ganzen Alpenregion.
Sloweniens Charme Dabei kam Hinko Kretschek, dem Gründer der Kapelle, die Rolle des Clowns und Conferenciers zu. Er erzählte Witze und verbreitete im Saal gute Laune. Slavko Stuhec sorgte am Akkordeon für den guten Ton. In Kombination mit Kretscheks Können an der Trompete strahlten sie den Charme ihrer slowenischen Heimat aus. Die, so ließen sie wissen, liegt genau im Herzen Europas und ist nun auch schon eine Weile in der Europäischen Union. Da wird es Zeit, dass die Leute wissen, wie sie hinkommen. „Einfach runter nach Salzburg, dann nach Villach und über die Berge. Da ist dann Slowenien und das Oberkrain“, witzelte Hinko Kretschek.
Eher stumm war Klarinettist Brane Kuharic. Er konzentrierte sich voll auf sein Instrumentenspiel, und das fand Anklang. Er avancierte im Verlauf des Abends zum heimlichen Helden. Sein Vater Branko Kuharic war für die Gitarre zuständig. Oft benötigte er bei der simplen Oberkrainer Musik nur ein paar Akkorde, zelebrierte diese aber souverän und beeindruckte die Gäste. Vor allem wenn es darum ging, die gute alte Polka wiederzubeleben, waren die Musiker sehr versiert. Nur dass niemand tanzte, machte Kretschek dann doch etwas zu schaffen. „Ich habe Sie dazu eingeladen, aber Sie haben die Tanzfläche gar nicht genutzt“, stellte er fest.
Rezept geht auf Doch er vertrieb das kleine Gefühlstief mit einem weiteren Zug aus seiner Pulle voller bajuwarischer Rhythmen und heimatlicher Klänge. „Der Wind bringt mein Lied zu dir“ bestach durch sanften Klang und gefühlvollen Ansatz. Die ersten Takte erinnerten sogar an den Jazz des frühen 20. Jahrhunderts, bis die obligatorischen alpinen Klangversatzstücke einsetzten. An der Qualität des Vortrags änderte das nichts. Die Slowenen blicken weit über den eigenen Tellerrand hinaus und bleiben doch in der für sie gewohnten alpinen Region verhaftet. Musikalische Anleihen aus Österreich, Bayern und der Schweiz sind ihnen nicht fremd.
In Rappenau ging ihr Rezept der guten Laune auf, und die Gäste im Kurhaus waren begeistert. Vor allem Gitarrist Branko Kuharic war als Rückgrat und zurückhaltender Mann am Bühnenrand Garant dafür, dass die anderen drei Musikanten niemals aus dem Takt gerieten und ihr Programm ohne Fehl und Tadel beschwingt zu Ende spielen konnten.
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