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Unwetter hinterlässt Schäden in Millionenhöhe

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Das Unwetter, das in der Nacht auf Samstag in ungekannter Heftigkeit über Eppingen niedergegangen ist, hat Schäden in Millionenhöhe hinterlassen. "So eine Situation habe ich hier noch nicht gesehen", erklärt Oberbürgermeister Klaus Holaschke.

Von Alexander Hettich und Tanja Ochs
 Foto: Tanja Ochs

Das Unwetter, das in der Nacht auf Samstag in ungekannter Heftigkeit über Eppingen niedergegangen ist, hat Schäden in Millionenhöhe hinterlassen. "So eine Situation habe ich hier noch nicht gesehen", erklärt Oberbürgermeister Klaus Holaschke. Die Höhe der Schäden in Eppingen wird erst nach und nach deutlich.

Betroffen ist auch die Landwirtschaft. Seit gestern Morgen gibt es eine Anlaufstelle im Rathaus, die Hotline wird rege genutzt. Bauhof und Feuerwehr waren auch am am Montag noch im Einsatz. "Aber es gilt Entwarnung", sagt der OB. Die Stadt hilft Anwohnern, unbrauchbares Mobiliar zu entsorgen.

Helfer waren 22 Stunden im Dauereinsatz

"Ich erinnere mich nicht an etwas Vergleichbares", meint auch Ordnungsamtsleiter Günter Brenner. Nicht nur die Intensität der Niederschläge, auch die Dauer des Unwetters war außergewöhnlich. Rund 22 Stunden lang waren die Einsatzkräfte vor Ort, von Samstagnacht bis in den späten Abend.

Am Samstagnachmittag ging ein zweites Unwetter über dem Kraichgau nieder und ließ Keller volllaufen. In Adelshofen war binnen zehn Minuten die Richener Straße erneut voll Schlamm, auch in Gemmingen gab es Überschwemmungen. Zu vermeiden waren die Schäden kaum: "Bei den in kürzester Zeit angefallenen Wassermassen ist jede Rückhalteeinrichtung, jede Kanalisation, jede Schutzmaßnahme überfordert", heißt es in einer Pressemeldung der Stadt.


Stadt hat Container für Hochwasser-Müll aufgestellt

Jetzt geht es überall ans Aufräumen. "Wir haben am Festplatz, an der Bräunlingstraße und in Adelshofen Container aufgestellt", berichtet Brenner. Es gebe viele materielle Schäden, sagt der OB. Bis gestern waren fast 700 Kubikmeter unbrauchbarer Möbel und anderer Müll abtransportiert, das entspricht in etwa dem Volumen, das ins Eppinger Hallenbadbecken passt. Besonders betroffen sind der Stadtteil Adelshofen und in der Kernstadt die Gegend um Tal-, Bräunling und Georg-Thoma-Straße.

Weiter östlich in der Brandströmstraße gelangte Wasser in Wohnungen. "Wir mussten Menschen in städtischen Wohnungen unterbringen", sagt Holaschke. Die Solidarität sei sensationell gewesen: "In der Not hält der Mensch zusammen." In der Altstadt lief die Gaststätte Georgskeller voll. "Das Grundwasser drückte rein und stand zehn Zentimeter hoch", berichtet Wirt Rame Shala. Der Wassereintritt wurde rasch bemerkt, die Pumpen taten ihren Dienst. Der Georgskeller kann wieder öffnen.

Hotline der Stadtverwaltung

Relativ glimpflich kam die Genossenschaft Familienheim, der größte Vermieter der Stadt, davon. Zwei Wohnungen nördlich der Scheuerlesstraße seien betroffen, berichtet Geschäftsführer Anton Varga, der von der Heftigkeit des Unwetters überrascht war: "Ich hätte nicht gedacht, dass wir solche Probleme kriegen." Varga lobte die Feuerwehr, die anderen Einsatzkräfte und die Stadt. Alle hätten umgehend und umsichtig reagiert.

Die Stadt hat unter 07262 9201174 oder 07262 920 1228 eine Hotline eingerichtet, die dutzendfach in Anspruch genommen wurde. "Der Abtransport des Mobiliars ist für viele eine brennende Frage", weiß Ordnungsamtsleiter Brenner. Die Stadt ersucht Betroffene dringend, ihre Versicherung zu kontaktieren, sofern sie das bisher nicht getan haben.

Ernte ist stellenweise zerstört

Die Schäden in der Landwirtschaft seien noch nicht abzuschätzen, berichtet Dieter Schleihauf: "Es gab einiges an Erosion, Getreide liegt am Boden", so der Fachmann vom Kraichgau Raiffeisenzentrum. Dort wo mit Mulchsaat gearbeitet wird, also vor allem bei Mais und Zuckerrüben, sei der Schaden geringer. Bei diesem Verfahren bleiben Pflanzenreste einer Zwischenfrucht wie Senf auf dem Acker und sorgen dafür, dass die Erosion in Grenzen gehalten wird.

Anders sieht es bei Zwiebeln, Karotten oder Kartoffeln aus, die anfälliger für Flutschäden sind. "Wir brauchen ein paar Tage, um das Ausmaß der Schäden auf den Kartoffeläckern zu erheben", schätzt Thomas Ostertag vom Eppinger Großvermarkter Wild. Dort wo die Pflanzen aufgedeckt wurden, fällt die Ernte flach.

 

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