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Bad Rappenau

Umfassende Hilfe bei Burnout

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Bad Rappenau - 130 000 Menschen waren laut AOK-Fehlzeitenreport im vergangenen Jahr wegen eines Burnouts krank geschrieben. Betroffene müssen bis zur Behandlung jedoch oft lange warten. Die Vesaliusklinik in Bad Rappenau will das durch eine Kooperation mit den Burnout-Helpcentern der Löwensteiner Sali Med GmbH ändern.

Von Stefanie Pfäffle

Kooperieren künftig bei der Hilfe für Burnout-Patienten (von links): Jürgen Loga, Petra Seiter, Christian Frenzel und Dr. Charalabos Salabasidis.Foto: Stefanie Pfäffle
Kooperieren künftig bei der Hilfe für Burnout-Patienten (von links): Jürgen Loga, Petra Seiter, Christian Frenzel und Dr. Charalabos Salabasidis.Foto: Stefanie Pfäffle

Bad Rappenau - 130 000 Menschen waren laut AOK-Fehlzeitenreport im vergangenen Jahr wegen eines Burnouts krank geschrieben. Das summierte sich zu 2,7 Millionen Fehltagen. Weil Burnout in Deutschland keine anerkannte Krankheit ist, müssen Betroffene bis zur Behandlung jedoch oft lange warten. Die Vesaliusklinik in Bad Rappenau will das durch eine Kooperation mit den Burnout-Helpcentern der Löwensteiner Sali Med GmbH ändern. Stationäre Hilfe soll in der Klinik, ambulante Therapien, Vor- und Nachsorge in den Helpcentern stattfinden.

Lotsen

Derzeit betreibt Sali Med drei Burnout-Helpcenter in Löwenstein, Sonnenbühl und Glashütten. Anfang nächsten Jahres soll diese Zahl auf 13 ausgeweitet. "Wir haben bundesweit 300 Burnoutlotsen ausgebildet, die Menschen schnell und unmittelbar an die Hand nehmen können", erläutert Institutsleiter Jürgen Loga. Mit Hilfe eines ganzheitlichen Fragebogens mit 330 Fragen werden die Betroffenen begutachtet und im Falle einer Akutsituation, etwa einer Depression, künftig an die Vesalius-Klinik verwiesen.

Das ambulante Zentrum, das sich mit Informationstagen in Firmen auch stark für die Prävention einsetzt, arbeitet ganzheitlich und das ist Loga auch bei den ärztlichen Partnern wichtig. "Es gibt viele Schnittstellen", betont Dr. Charalabos Salabasidis, Chefarzt der Psychosomatik. "Wir haben neben der psychologischen Betreuung auch die Möglichkeit, die psychiatrische Seite abzuklären. Dank der orthopädischen Abteilung können wir zusätzliche Maßnahmen in die Wege leiten." Durch die Kooperation können die Patienten schneller aufgefangen werden als zuvor.

Betreuung

Die Zahl der Betten in der Psychosomatik ist zuletzt auf 75 gestiegen. Die Betroffenen kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, deshalb ist eine Nachbetreuung kaum möglich. Auch hier können die Helpcenter einspringen. "Ohne Nachbetreuung hat Burnout eine Rückfallquote von 60 Prozent", weiß Sali-Med-Geschäftsführerin Petra Seiter. Sie will Hilfe zur Selbsthilfe leisten, damit Patienten nicht wieder im Hamsterrad landen.

Derzeit lernen sich die Mitarbeiter gegenseitig kennen, damit die Zusammenarbeit möglichst reibungslos funktioniert. Laut Verwaltungsleiter Christian Fenzel will die Klinik zu Beginn des neuen Jahres selbst zwei Burnout-Lotsen ausbilden. Jürgen Loga erklärt: "Wir schaffen eine Struktur für Nordwürttemberg, die die Menschen von der ersten Prävention bis zur Nachsorge betreut."

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