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Bad Rappenau

Tempo 30 verlängern, Parken beschränken

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Anwohner der Heinsheimer Straße in Bad Rappenau fordern Maßnahmen zur Reduzierung von Lärm und Schadstoffen: In der Verlängerung der 30er Zone und der Streichung aller Parkplätze auf einer Straßenseite sehen sie eine Möglichkeit, ihrem Ziel näher zu kommen.

Von Ulrike Plapp-Schirmer
Anwohner Fritz Kroiher schlägt vor, die 50er Zone zu verlängern und das Parken auf einer Seite der Heinsheimer Straße zu verbieten.
Foto: Ulrike Plapp-Schirmer
Anwohner Fritz Kroiher schlägt vor, die 50er Zone zu verlängern und das Parken auf einer Seite der Heinsheimer Straße zu verbieten. Foto: Ulrike Plapp-Schirmer  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Fritz Kroiher ist kein Querulant. Er ist gebürtiger Rappenauer. Aufgewachsen und als Erwachsener sesshaft geworden in der Heinsheimer Straße. Doch jetzt begehrt Fritz Kroiher auf. Die Verkehrsbelastung in einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt geht ihm mehr und mehr im Kopf rum.

Vor allem, seit sich die Stadt Bad Rappenau mit einem Lärmaktionsplan beschäftigt.

Geplante Maßnahmen gehen nicht weit genug

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden bereits Verbesserungsmaßnahmen diskutiert. Doch die gehen Fritz Kroiher nicht weit genug.

Er hat schon im Januar eine Unterschriftenaktion initiiert, 159 Personen fordern mit ihm die Verlängerung der 30er-Zone Richtung Zimmerhof bis zur Tankstelle und die Streichung von Parkplätzen. Jedes Haus hat unterschrieben.

Geht es nach den Unterzeichnern, soll in der Heinsheimer Straße nur noch halbseitig geparkt werden. Dadurch werde außer Lärm auch der Ausstoß von Schadstoffen vemieden.

"Verkehr ist ein ständiges Ärgernis"

In der Bad Rappenauer Kernstadt gehört die Heinsheimer Straße zusammen mit der Babstadter, der Kirchen- und der Siegelsbacher Straße zu den am meisten belasteten Straßen. Knapp 450 Anwohner tagsüber und 370 Anwohner nachts sind dort dauerhaft Geräuschen über 70 (60) Dezibel ausgesetzt.

Bei weiteren 640 (580) Anwohnern wurden 65 (55) Dezibel gemessen. "Der Verkehr ist ein ständiges Ärgernis", sagt Fritz Kroiher.

Lärm machen täglich 14 000 Fahrzeuge. Lärm machen Pkws vor allem morgens und abends sowie Schwerlastverkehr, Busse oder Traktoren in der Erntezeit. Wegzaubern könne man das nicht, sagt Kroiher. Doch die Situation verbessern, das könne man, indem man den ständigen Rückstau in der Heinsheimer Straße vermeide: "Der Verkehr muss fließen."

Umso weniger versteht Fritz Kroiher, dass Tempo 30 in der Heinsheimer Straße nur für ein kurzes Stück gilt: Ab dem Wilddieb dürfen Fahrzeuge wieder 50 fahren. Die Unterzeichner seiner Initiative fordern eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf weiteren 200 Metern. Vor allem wollen sie ein einheitliches und kontrolliertes Tempo vom Kreisel bis zur Tankstelle.

Parkplätze bremsen Verkehr zusätzlich aus

Eine Lösung wollen sie auch für die parkenden Autos auf der Nordseite der Heinsheimer Straße. Die Fahrzeuge stehen dort halb auf der Straße und bremsen so den Verkehr ständig ab.

Bei Begegnungen müssen die fahrenden Autos hinter den parkenden anhalten. Beim Anfahren machen sie nicht nur Lärm: Sie stoßen auch mehr Schadstoffe aus, so Kroiher.

Erst im November 2017 war Bad Rappenau in die öffentliche Kritik geraten, weil bei einer Schadstoffmessung des SWR erhöhte Stickstoffdioxid-Werte aufgedeckt wurden: vor allem in der Heinsheimer Straße.

"Mein Ziel ist es, die Situation der Anwohner zu verbessern", betont Fritz Kroiher. "Ich habe das alles durchgespielt, habe die Konsequenzen durchdacht." Und er hat mit Stadträten gesprochen. Die meisten, sagt er, seien seiner Meinung.

Kroiher verweist dabei auch auf zwei Haushaltsreden: "Luftverschmutzung können wir uns auf Dauer nicht leisten", sagte Klaus Hocher (CDU) damals. "Lasst uns den Verkehr auf der Heinsheimer Straße endgültig einschränken, lasst uns mindestens ein einseitiges Halteverbot auf der Nordseite der Heinsheimer Straße einrichten", beantragte Robin Müller (GAL).

 

 

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