Tagespflege verschickt Hilferuf an Stadt und Gemeinderat
Eppingen - Die Tagespflege Jungbrunnen in Eppingen hat wirtschaftliche Probleme, Chefin Daniela Fusco hat deshalb einen Hilferuf verschickt

Eppingen - Die Tagespflege Jungbrunnen in Eppingen hat wirtschaftliche Probleme, Chefin Daniela Fusco hat deshalb einen Hilferuf verschickt: "Ich habe mich an den Oberbürgermeister gewandt", erzählt die 43-Jährige. Vor zweieinhalb Jahren hat sie die Einrichtung gegründet.
Mit den gesetzlich festgeschrieben Pflegesätzen rechne sich der Betrieb nur bei Vollbelegung, sagt die Chefin. Deshalb hat sie bei der Stadt um Mietminderung gebeten, außerdem hat sie jeden Stadtrat angeschrieben.
Elf Gäste hat der Jungbrunnen im Schnitt pro Tag, die meisten finanzieren die Betreuung über die Pflegekasse. Viele kommen nicht regelmäßig, klagt Daniela Fusco, oft werde kurzfristig abgesagt. Damit fehlen Einnahmen. Nur wenn alle 14 Plätze dauerhaft belegt seien, trage sich die Einrichtung, in der Senioren gemeinsam basteln, singen, kochen und vor allem miteinander reden. Die Persönlichkeit stehe im Vordergrund, sagt die Daniela Fusco. Viele ihrer Kunden wären ohne den Jungbrunnen tagsüber allein. "Der Bedarf ist da", ist sie sicher. Auch Oberbürgermeister Klaus Holaschke weiß: "Wir brauchen dringend eine solche Einrichtung."
Die Betreuung sei hervorragend, erklärt Holaschke. "Wir haben höchstes Interesse daran, dass die Tagespflege von Frau Fusco weitergeführt wird." Deshalb gebe es bereits seit einem Jahr Gespräche, auch Diakonie und Caritas sitzen mit am Tisch, um ein "stabiles Fundament" für das Angebot zu schaffen. "Altenpflege muss Hand in Hand gehen", sagt auch Daniela Fusco.
Würde sie schließen, würde etwas fehlen: "Es gibt sonst wenig für Senioren", meint sie. Holaschke will eine "dauerhafte Perspektive" schaffen, die auch wirtschaftlich auf festen Beinen stehen soll. Auch in den Fraktionen des Gemeinderates herrscht Konsens darüber, dass die Tagespflege erhalten bleiben soll - wenn auch vielleicht in anderer Form, sagt Hartmut Kächele. "Man muss das auf gesunde Füße stellen", meint der SPD-Rat. "Die Gespräche dazu laufen", betont Holaschke.
Stimme.de
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