Stadt: Unwetter bisher unbekannten Ausmaßes
Starke Regenfälle haben am Wochenende vor allem Eppingen sehr stark getroffen

Schäden, die in die Hunderttausende gehen. Dutzende überflutete Keller, Garagen und tiefer gelegene Wohnungen: Das ist die Bilanz der schweren Unwetter am Wochenende. Eppingen hat es in der Nacht auf Samstag stark getroffen. Die Stadt spricht von einem Unwetter bisher unbekannten Ausmaßes, das verbunden mit Starkregen enorme Schäden angerichtet hat.
"Als wir gegen 1 Uhr den ersten Einsatz bekommen haben, konnten wir die Spitzgärten schon nicht mehr erreichen", schilderte Thomas Blösch, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, die Lage. Die Helfer erlebten, wie kleine Bäche immer größer wurden. "Binnen 20 Minuten stieg der Wasserspiegel um mehr als 20 Zentimeter."
Autos schwammen im Wasser davon
In der Bräunlingstraße sahen die Einsatzkräfte, wie Fahrzeuge durch die Wucht des Wassers mitgerissen und nur durch Zäune gebremst wurden. "Im Bereich Talstraße, Bräunlingstraße, Emil-Thoma-Straße stand das Wasser teilweise bis zu einem Meter oder höher in den Kellern und Garagen", so Blösch, der sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Klaus Holaschke am frühen Samstagmorgen ein Bild vom Ausmaß der Schäden machte.
"Wir sind bereits dabei, Bestandsaufnahmen zu machen, die Schäden zu begutachten, um später die Lage analysieren zu können", sagte Holaschke. Ob weitere Hochwasserschutzmaßnahmen nötig sind, das ließ sich am Wochenende noch nicht abschätzen. "Wir können jedoch sagen, dass unsere Regenrückhaltebecken ihren Zweck zu 100 Prozent erfüllt haben." Sie seien voll gewesen, aber nicht übergelaufen. "Aber jede Kanalisation stößt irgendwann an ihre Grenzen, wenn in weniger als einer Stunde mehr als 50 Liter Wasser fallen."
Schlamm in die Stadt gespült
Nicht nur die Niederschläge seien das Problem gewesen. Die Nordstadt wurde vom Schlamm, der von den umliegenden Feldern weggeschwemmt wurde, überzogen. "Wir haben uns sofort darum gekümmert, dass Container geliefert werden, damit der Schlamm entsorgt werden kann", sagte Holaschke. Er berichtete von dramatischen Szenen in der Unwetternacht. "Einen Anwohner konnten wir gerade noch davon abhalten, ins Hochwasser zu gehen, um einen Schachtdeckel zu öffnen." Klaus Holaschke versprach: "Wir versuchen, den Menschen unbürokratisch zu helfen."
Der OB war geschockt von der Zerstörung. So war der Kreisel zwischen Bad Rappenauer Straße/Talstraße/Scheuerlestraße ebenso unpassierbar wie die Talstraße. Über das Wochenende blieb sie gesperrt, ebenso die Emil-Thoma-Straße − wegen der Aufräumarbeiten. Zentimeterdick hatte sich der Schlamm über die Fahrbahnen, die Gehwege und die Einfahrten gelegt. Um Folgeschäden durch weitere Regenfälle vorzubeugen, verteilte die Feuerwehr am Samstagabend Sandsäcke im Bereich der Talstraße.
B 293 gesperrt In eine Seenlandschaft hatten sich die Bahnhofswiesen sowie der Fußweg entlang des Mühlkanals verwandelt. Neben der Kernstadt waren Adelshofen, Mühlbach, Kleingartach und Rohrbach betroffen, die Bundesstraße 293 bei Eppingen musste zweimal gesperrt werden. Auch die Kreisstraße zwischen Richen und Berwangen sowie ein Teil der Berwanger Ortsdurchfahrt wurden überschwemmt. In Heinsheim musste die Feuerwehr unter anderem in der Nacht zum Samstag ausrücken, um eine überflutete Straße zu reinigen und Keller auszupumpen.
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