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Eppingen

Senioren-Tagespflege stößt an Grenzen

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Nach schwerem Start vor fünf Jahren hat sich die Senioren-Tagespflege Jungbrunnen in Eppingen etabliert. Angesichts der großen Nachfrage würde Geschäftsführerin Daniela Fusco gerne am Standort in der Katharinenstraße erweitern.

Von unserem Redakteur Alexander Hettich

Nach schwerem Start vor fünf Jahren hat sich die Senioren-Tagespflege Jungbrunnen in Eppingen etabliert. Angesichts der großen Nachfrage würde Geschäftsführerin Daniela Fusco gerne am Standort in der Katharinenstraße erweitern. Die Stadt hält es für sinnvoller, diese Räume für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen, will aber Alternativen aufzeigen. "Die Türe", betont Rathaussprecher Sönke Brenner, "ist keinesfalls zu."

Fusco und ihr achtköpfiges Team bieten im ehemaligen Schwesternwohnheim ein Angebot an der Schnittstelle zwischen Heimbetreuung und betreutem Wohnen. Die Senioren kommen morgens in die Gruppe, es gibt Frühstück, gemeinsame Zeitungslektüre, Gespräche oder Bewegungsangebote, am Nachmittag gehen die Besucher wieder nach Hause oder zu ihren Angehörigen. "Die Gruppe umfasst mittlerweile 18 Personen", erklärt Fusco. Mehr geht nicht im Erdgeschoss des Gebäudes. Ältere Menschen, die an Demenzerkrankungen leiden, sind in die Gruppe integriert. Für sie würde die Geschäftsführerin gerne eine separate Gruppe aufmachen und hat dafür zehn zusätzliche Plätze ins Auge gefasst, aus ihrer Sicht idealerweise im Obergeschoss desselben Gebäudes, in dem sie bereits das Erdgeschoss von der Stadt angemietet hat.

Morgendliche Runde in der Tagespflege: Nach schwerem Start hat sich das Angebot von Daniela Fusco (stehend, zweite von rechts) und ihrem Team etabliert. Foto: privat
Morgendliche Runde in der Tagespflege: Nach schwerem Start hat sich das Angebot von Daniela Fusco (stehend, zweite von rechts) und ihrem Team etabliert. Foto: privat

Einen entsprechenden Antrag habe sie schon vergangenes Jahr gestellt. Ende Februar kam dann der Anruf des städtischen Liegenschaftsamtes, dass daraus wahrscheinlich nichts wird. Und so kam es auch. Der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, die leeren Räume im Obergeschoss für die sogenannte Anschlussunterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Eppingen sucht zu diesem Zweck händeringend nach Platz. Mangels privater Angebote bleiben Immobilien, die im städtischen Besitz sind.

Nach Abschluss des Asylverfahrens ist die meist in Wohncontainern gewährleistete vorläufige Unterbringung vorbei. Dann sind die Gemeinden in der Pflicht. Für 2016 geht die Fachwerkstadt davon aus, das 120 Menschen untergebracht werden müssen. Neben dem Schwesternwohnheim ist auch das ehemalige Kesselhaus der Palmbräu-Brauerei nahe dem Rathaus als Unterkunft im Gespräch. In diesem Fall hat der Gemeinderat die Entscheidung aber vertagt. "Bei der Anschlussunterbringung haben wir einen ungeheuren Druck", bestätigt Rathaussprecher Sönke Brenner. Keinesfalls wolle man aber Wohnungen für Flüchtlinge und andere Nutzungen gegeneinander ausgespielt sehen. Für die Entscheidung gebe es gute Gründe.

Hätte man Fuscos Antrag entsprochen, wäre der Einbau eines Aufzugs nötig gewesen, erklärt Brenner. Geschätzte Kosten: 70 000 Euro. "Außerdem wäre die Einrichtung zerrissen, das macht aus unserer Sicht keinen Sinn." Jetzt sollen im Obergeschoss nach einstimmigem Votum des Gemeinderats drei Familien unterkommen. Brenner betont, die Stadt habe die "segensreiche Einrichtung" der Tagespflege von Anfang an unterstützt. Schon lange stehe ein Termin für ein Gespräch über Alternativen, heute soll es stattfinden. Dann werde man auch über einen möglichen Anbau im Erdgeschoss reden. "Das ist denkbar", so Brenner.

 
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