Stimme+
Bad Rappenau/Gundelsheim

Schleuse Gundelsheim: Straße wird erst einmal nicht saniert

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Dreimonatige Sperrung der Neckarquerung droht: Das Regierungspräsidium in Stuttgart hält an Arbeiten fest. Die Sanierung sollte bereits Ende 2018 erfolgen.

Von Simon Gajer
Das Land wollte die Straße über die Schleuse bei Gundelsheim bereits im vergangenen Jahr sanieren, doch die Ausschreibung der Arbeiten wurde aufgehoben.
Foto: Simon Gajer
Das Land wollte die Straße über die Schleuse bei Gundelsheim bereits im vergangenen Jahr sanieren, doch die Ausschreibung der Arbeiten wurde aufgehoben. Foto: Simon Gajer  Foto: Gajer, Simon

Die wichtige Neckarquerung bei Gundelsheim wird wieder einmal für den Verkehr gesperrt. Für gut drei Monate werden weder Laster noch Autos die Brücke über die Schleuse passieren können. So viel steht für das Regierungspräsidium (RP) in Stuttgart fest. Die Unbekannte daran: Derzeit ist unklar, wann es soweit ist.

Das RP hat 2018 die Ausschreibung aufgehoben

Nach der Sperrung ist vor der Sperrung: Nachdem der Übergang wegen des Kreiselbaus für die neue Brücke bei Gundelsheim lange Zeit gesperrt war, sollte es bereits Ende 2018 wieder kein Drüberkommen geben. Allerdings konnte das Land die Straße nicht wie zunächst geplant im Herbst sanieren.

"Die Ausschreibung wurde 2018 aufgehoben, weil kein wirtschaftliches Angebot vorlag", beantwortet RP-Pressereferentin Désirée Bodesheim eine Stimme-Anfrage.

Unklar ist, wann die Straße saniert wird

Wann die Straße repariert wird, lässt sich nicht abschätzen. "Ein genauer Zeitpunkt beziehungsweise Zeitraum steht derzeit nicht fest", ergänzt die Sprecherin. "Dies hängt von den verfügbaren Personalkapazitäten ab."

Zum Maßnahmenpaket gehört unter anderem die Instandsetzung der sogenannten Schrammborde. Auch die Asphaltbetondeckschicht sowie die Fahrbahnübergänge müssen erneuert werden.

Das Geländer soll instand gesetzt werden. Wenn die Bautrupps tatsächlich einmal anrücken, dauern die Arbeiten vermutlich drei Monate, heißt es beim RP. Die Straße könne nur gerichtet werden, wenn sie für den Verkehr gesperrt ist, betont Désirée Bodesheim.

Den Bad Rappenauer Teilort Heinsheim trifft es wieder einmal hart

Davon betroffen ist wieder einmal der Bad Rappenauer Teilort Heinsheim, dessen direkte Verbindung nach Gundelsheim schon mehrmals in den vergangenen Jahren abgeschnitten war: Erst wurde die Straße entlang des Neckars saniert, dann kam dort der Radweg, zuletzt folgte die Sperrung wegen des Kreisels bei Gundelsheim.

Das ist eine Reaktion aus Heinsheim

Dass die für Ende 2018 geplante Straßensanierung ausfiel, kann Reinhard Künzel, der für Heinsheim im Bad Rappenauer Gemeinderat sitzt, nur ein wenig beruhigen. "Irgendwann werden die Arbeiten ausgeführt."

Menschen aus seinem Heimatort seien auf den Anschluss nach Gundelsheim angewiesen, auch er mit seinem Siegelsbacher Betrieb. "Wir bekommen unsere Baustoffe von der anderen Neckarseite." Sand, Kies, Schotter: Alles müsse über die Schleuse. Und auch zur Entsorgung passieren seine Laster den Fluss. "Heinsheim ist wieder der Verlierer", sagt Künzel.

Über Mosbach geht es am schnellsten nach Gundelsheim

Dass die Sperrung für den gesamten Verkehr vermieden werden kann, bezweifelt Stadtrat Künzel. "Ich habe keine Hoffnung." Für ihn bedeutet das: Um über den Fluss zu kommen, nimmt er einen mehrere Kilometer langen Umweg über das Bundesstraßen-Kreuz bei Mosbach in Kauf.

Die Fahrt über Bad Wimpfen ist für ihn nur bedingt eine Alternative: "Da kommt der Verkehr zu Stoßzeiten zum Erliegen." Konkret heißt das: Frühmorgens gehe es gar nicht, zwischen 10 und 12.30 Uhr schon, aber danach folge schon wieder der Audi-Verkehr. Die Route hängt von der Tageszeit ab: "Man schaut auf die Uhr."

Das sind Auswirkungen auf Gundelsheim

In Gundelsheim wünscht sich unterdessen Irene Schuster von den Baden-Württembergischen Steinbruchbetrieben eine klare Transparenz seitens des Landes, wann die Brücke für den Verkehr gesperrt wird. "Wir brauchen den Vorlauf." Das sei unter anderem bei der Kalkulation von Arbeiten notwendig. Da müsse das Unternehmen rechtzeitig wissen, ob zusätzliche Fahrtkosten auf den Betrieb zukommen oder nicht. "Das Regierungspräsidium sollte uns mindestens drei Monate vorher informieren", sagt Irene Schuster.

Bei der letzten Sperrung bot der Gundelsheimer Betrieb seinen Kunden auf der anderen Neckarseite einen besonderen Service an und errichtete ein Außenlager in Haßmersheim an, wo die Firmen eine abgespeckte Produktpalette vorfanden: Dazu gehörten Schottertragschichten, Mineralgemische sowie Schotter und Splitte. Das sei wieder geplant, wenn die Schleuse nicht zu passieren ist, verspricht Schuster.

 

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben