Pizza-Streit landet vor Gericht

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Eppingen - Eine Pizza bezahlen, eine weitere gibt es gratis dazu. Hört sich gut an. Doch Kunden der Kette Panther-Pizza, die auch einige Filialen im Landkreis Heilbronn unterhält, blieben auf ihren Gutscheinen sitzen. Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen den Pizza-Bäckern und einem Marketing-Unternehmen. Dieses, so die Vorwürfe, soll mehrere Zehntausend statt der vereinbarten 1000 Rabattmärkchen verkauft haben. Bei der Werbefirma war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Ende August befasst sich das Landgericht Heilbronn mit dem Fall.

Von Alexander Hettich
Pizza-Zubereitung bei Panther-Pizza in der Eppinger Filiale: Die Kette wirft einem Marketing-Unternehmen vor, viel mehr Gutscheine in Umlauf gebracht zu haben, als vereinbart gewesen sei.Foto: Alexander Hettich
Pizza-Zubereitung bei Panther-Pizza in der Eppinger Filiale: Die Kette wirft einem Marketing-Unternehmen vor, viel mehr Gutscheine in Umlauf gebracht zu haben, als vereinbart gewesen sei.Foto: Alexander Hettich

Eppingen/Landkreis - Eine Pizza bezahlen, eine weitere gibt es gratis dazu. Hört sich gut an. Doch Kunden der Kette Panther-Pizza, die auch einige Filialen im Landkreis Heilbronn unterhält, blieben auf ihren Gutscheinen sitzen.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen den Pizza-Bäckern und einem Marketing-Unternehmen. Dieses, so die Vorwürfe, soll mehrere Zehntausend statt der vereinbarten 1000 Rabattmärkchen verkauft haben. Bei der Werbefirma war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Ende August befasst sich das Landgericht Heilbronn mit dem Fall.

Enttäuschung

Bernd Robitschko ist sauer. Vier Rabattheftchen hat der Eppinger Physiotherapeut für je 20 Euro einer Marketing-Firma abgekauft, ein fünftes gab es kostenlos dazu. Insgesamt 100 Gratispizzen sollten dafür winken. Seinem Sohn und seiner Tochter seien die Dreingaben jedoch bei Vorlage der Hochglanzmarken verweigert worden. „Das stinkt einem schon“, schimpft der Eppinger. Schließlich habe er 80 Euro investiert. Panther-Pizza-Filialen in Eppingen, Güglingen, Neckarsulm und Heilbronn bestätigten auf KS-Nachfrage, dass sie Kunden mit Gutscheinen des besagten Unternehmens derzeit abblitzen lassen. Notgedrungen, wie sie sagen.

Zweite Instanz

„Die meisten Kunden“, meint Salvatore La Rocca, Inhaber der Kette mit Geschäftssitz in Kirchheim am Neckar, „haben Verständnis, wenn man ihnen die Sache erklärt.“ Die Sache ist kompliziert. Ende 2007, so berichte La Rocca, habe er das Marketing-Unternehmen beauftragt, 1000 Gutscheine für Pizzen zu drucken. „Als Belohnung für unsere Kunden in der Vorweihnachtszeit.“ Die Gutscheine sollten die Werber nach Gutdünken verkaufen, als Gegenleistung genügte dem Panther-Chef der Werbeeffekt. Kernpunkt seiner Darstellung: 1000 einzelne Gutscheine seien ausgemacht gewesen. Gedruckt und verkauft habe das Werbeunternehmen ein Vielfaches dieser Menge. Von bis zu 1500 Heftchen à 20 Coupons, also 30 000 Gutscheinen ist die Rede.

Mittlerweile sind nach Angaben des Pizza-Chefs bereits 24 000 Gratismahlzeiten über die Theke gegangen, bis die Einlösung ausgesetzt worden sei. Den Schaden beziffert er auf 150 000 Euro. Auch das Image der Kette habe Schaden genommen. Die Werber hätten Abnehmern erzählt, um die Kette stehe es wirtschaftlich schlecht. „Uns geht es keinesfalls schlecht“, betont La Rocca, der seit 1991 am Markt ist und mittlerweile 20 Filialen in den Landkreisen Heilbronn und Ludwigsburg sowie in Stuttgart zählt. Bei der Markting-Firma war trotz mehrmaliger Versuche niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Eine schriftliche Vereinbarung über die genaue Menge der Gutscheine, das räumt La Rocca ein, gebe es nicht. Er pocht auf die mündliche Zusage, hatte mit dieser Argumentation aber vor dem Amtsgericht Besigheim keinen Erfolg. Dieses erließ auf Klage der Marketing-Firma hin eine einstweilige Verfügung, die Panther-Filialen verpflichtet, Pizzen für die Coupons herauszurücken. La Rocca ging in Berufung und will Zeugen aufmarschieren lassen, die seine Sicht der Dinge bestätigen. Der Pizza-Zwist geht nun am 27. August vor dem Heilbronner Landgericht in die zweite Runde.

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