Palmbräu Eppingen: Höherer Bierausstoß und neuer Braumeister
Lieferengpässe, Personalwechsel, Investitionen: "Es war ein sehr anstrengendes Jahr", räumt Palmbräu-Besitzer Wolfgang Scheidtweiler ein. Trotz aller Widrigkeiten hat die Eppinger Brauerei beim Bierausstoß ein Plus von knapp acht Prozent erzielt.

Rund 35.000 Hektoliter Gerstensaft werden bis Ende Dezember in ihren Sudkesseln produziert sein. Personell musste sich die Palmbräu neu aufstellen, weil ihr Braumeister gekündigt hatte. Mit Zdenek Prokop fand das Unternehmen einen Nachfolger. Der 32-jährige Tscheche hatte sich bei einem Praktikum derart bewährt, dass er nach seiner Hochzeitsreise eine feste Anstellung erhielt. "Er hat einen unheimlichen Einsatz hier im Sommer gebracht", bescheinigt Scheidtweiler.
Prokop ist gelernter Lebensmittellaborant. "Das Bier war mir aber immer näher", bekennt er. Fünf Jahre lang hat Prokop an der Universität in Prag Brauereiwesen studiert und sechs Jahre Berufserfahrung in Budweis gesammelt. "Ich mag Herausforderungen", sagt der Diplom-Ingenieur.
Die gab es in diesem Jahr reichlich. "Wir haben einfach unsere Kunden strapaziert, weil wir nicht genug Bier für alle hatten", erläutert Mitgesellschafter Lionel Berger. Dass sich die Brauerei so schnell entwickle, habe keiner gedacht.
Ein Problem: der Leergutmangel
Ein Engpass war auf Leergutmangel zurückzuführen - gerade bei den Drittelliter-Bügelflaschen, auf die ein Hersteller das Patent hat. Hier gab es ein Jahr Lieferzeit. Im Herbst trafen die Flaschen endlich in Eppingen ein. Geschäftsführer Scheidtweiler: "Das dauert ewig."
Personell war die Brauerei deutlich unterbesetzt. Darauf hat das Management reagiert: Ein Brauer kommt aus Pforzheim, ein neuer Mitarbeiter von Kronen-Bräu in Heilbronn-Biberach verstärkt die Mannschaft in der Flaschenfüllerei. "Wir haben mit 16 Leuten angefangen, jetzt sind wir bei 28", verdeutlicht Scheidtweiler.
"Ziel ist, schon im Januar mit dem Zwei-Schicht-Betrieb in der Füllerei zu beginnen", kündigt Betriebsleiter Oliver Kohler an. Ein neuer Bottle-Inspektor überprüft dort Bügelflaschen und ihre Gummis, die Reinigungs- und die Etikettiermaschine wurden generalüberholt. Der Palmbräu-Chef: "Das hat schon die Leistung deutlich verbessert." Um die 42.000 Hektoliter Flaschenbier aus den verschiedenen Scheidtweiler-Brauereien werden mittlerweile in Eppingen abgefüllt. Um den Transport zu bewerkstelligen, schafft das Unternehmen einen zweiten Tankwagen an. Fast 50.000 Kisten, verteilt auf verschiedene Gebindegrößen, wurden neu gekauft.
"Unser Bestes" bleibt das Eppinger Flaggschiff. Es ist auch die Lieblingssorte des Braumeisters. Dahinter folgen Hefeweizen, Export und Pilsner in der Beliebtheitsskala - auf ähnlichem Niveau. Naturradler und das neue Helle werden ebenfalls gut angenommen.
Auch für das neue Jahr hat sich Zdenek Prokop einiges vorgenommen: "Ich will eigentlich keine Ruhe, sondern Vollgas."
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