Neues Konzept für Eppinger Hochwasserschutz
Vor eineinhalb Jahren standen in Eppingen Keller unter Wasser, Straßen waren überflutet. "Es war dramatisch ", erinnert sich Stadtrat Georg Heitlinger. Um künftig besser gegen Starkregen gewappnet zu sein, hat die Verwaltung eine Hochwasserschutzkonzeption ausgearbeitet.
Vieles wurde bereits umgesetzt, betont Bürgermeister Peter Thalmann im Technischen Ausschuss des Gemeinderats. Doch an Bräunling, Lohnbach, in der Bodelschwinghstraße, am Speyrer Weg sowie in Adelshofen besteht noch Handlungsbedarf. In den kommenden zwei Jahren werde man die Schwerpunkte ermitteln, so Thalmann. "Da kommt viel auf uns zu." Über die Kosten "wage" er jedoch noch keine Aussage.
Um fundierte Lösungsansätze zu finden, werde man jetzt tiefer in die Planungen einsteigen. Dazu hat das Ingenieurbüro Wald und Corbe aus Hügelsheim die Areale untersucht und Maßnahmen vorgeschlagen. Für das Konzept gibt es Zuschüsse vom Land.
Hangflächen am Bräunling sind einer der Brennpunkte
Am Bräunling wurden bereits im Juni Sofortmaßnahmen eingeleitet, nachdem bei einem Regen erneut das Wasser Richtung Bräunlingstraße stürzte. Die vom Acker abgespülte Erde sammelte sich im Graben, das Wasser floß nicht ab.
Der Bereich sei Eppingens größter Brennpunkt, sagt Ingenieurin Catharin Schäfer. Sie schlägt eine Rententionsfläche vor. Die Verdolung des Bachs sei leistungsfähig, Schwierigkeiten mache die landwirtschaftliche Nutzung. "Es sind immer die Sonderkulturen, die uns Probleme bereiten", erklärt Schäfer.
Stadträte wollen stärker mit Landwirtschaft zusammenarbeiten
Mit dem ansässigen Landwirt habe man bereits in Absprache mit Landwirtschafts- und Umweltschutzamt vereinbart, die Hangflächen nicht mehr zu bewirtschaften, erklärt Thalmann. "Das ist mehr, als wir in anderen Gebieten erreichen", meint Schäfer. Die Stadt habe schnell reagiert.
Trotzdem fordern einige Stadträte, die Landwirtschaft auch weiterhin als Verursacher mit ins Boot zu holen. "Der Boden wird vergewaltigt", schimpft Michael Mairhofer (SPD). Das Problem im Juni 2016 sei der Schlamm gewesen, meint auch Hartmut Kächele (SPD). Reinhard Keller (CDU) nimmt den Landwirt in Schutz: "Niemand macht das mit Absicht."
Man müsse entscheiden, ob man das Sediment ableiten oder zurückhalten will, sagt Thalmann. Derzeit sei die Stadt dabei, die nötigen Grundstücke zu erwerben. Einzelne Maßnahmen für den Hochwasserschutz werde die Verwaltung allerdings vor der Umsetzung im Gemeinderat vorstellen.
Querrinnen am Lohnbach
Auch am Lohnbach ist laut Untersuchung die Verdolung ausreichend. Allerdings schlagen die Experten vor, die Bäume aus dem Graben zu entfernen und zwei Querrinnen anzulegen, die das Wasser von der Straße leiten. Außerdem soll ein Grobrechen am Wassereinlauf den Dreck zurückhalten.
Vergleichsweise gering ist der Aufwand am Speyrer Weg. Ein neuer Wassereinlauf und ein höherer Bordstein an der Georg-Friedrich-Händel-Straße könnten im Ernstfall das Wasser besser bewältigen. Auch im Gewann Henne empfehlen die Ingenieure die Anlegung von Graben und Querrinnen. Ähnlich sehen die erforderlichen Maßnahmen am Alten Richener Weg in Adelshofen aus. Die Verdolung sei auch hier ausreichend, sagt die Expertin.
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