Neue Förster braucht der Wald
Das Waldnetzwerk will in einer sechsteiligen Veranstaltungsreihe in Bad Rappenau Kindern den Beruf des Försters näherbringen. Auch Bäume werden gepflanzt. Start ist am 30. April.

Grüne Jacke, eine fesche Kopfbedeckung und ein Gewehr quer über den Rücken: So stellen sich viele Menschen den Stereotypen eines Försters vor. Doch was sie genau machen, wie breitgefächert ihr Aufgabengebiet ist, wissen wohl nur wenige. Damit wird auch Manuela König immer wieder konfrontiert. Sie ist nicht nur Geschäftsführerin des Waldnetzwerks, sondern auch Försterin. Und hat sich deshalb ein Konzept überlegt, um das Berufsbild für Kinder transparenter zu machen.
Im Wald hängt alles zusammen
Am Samstag, 30. April, startet die Reihe "Kids Go Förster". "Das Thema beschäftigt mich seit rund drei Jahren", sagt König. Während der Hochphase der Corona-Pandemie habe sie viele Begegnungen im Wald gehabt, die ihr gezeigt hätten, wie wichtig Aufklärung ist. Denn der Beruf sei viel mehr, als man denke. An sechs Terminen sollen die Aufgaben eines Försters vorgestellt und erlebbar gemacht werden. Übernehmen werden das zwei Waldpädagogen, die über das Jahr verteilt und an die verschiedenen Jahreszeiten angelehnt gemeinsam mit den Kindern immer einen anderen Aspekt in den Fokus rücken. "Und am Ende soll klar werden: Egal, was man tut, es hängt alles zusammen", erklärt Manuela König.
Das Fällen von Bäumen wird genauso beleuchtet wie die vielfältige Tierwelt. Vögel, Eichhörnchen oder Rehe seien sehr interessant für junge Menschen, nicht nur, weil sie kuschelig aussehen: "Man muss sie dort abholen, wo sie gerade stehen."
Kein späterer Einstieg möglich
Mindestens acht Jahre alt müssen die Teilnehmer sein. Und höchstens 18 Kinder können mitmachen. Ein Einstieg erst zum zweiten Termin ist nicht möglich. "Damit soll der Gruppenaspekt gestärkt werden", sagt die Försterin.
Das Mindestalter wurde gewählt, da die Kinder erst dann die erforderlichen motorischen Voraussetzungen mitbringen. Denn so viel darf verraten werden: Es wird auch mit Werkzeugen gearbeitet, die eine gewisse Kraft voraussetzen. "Ab dem Grundschulalter haben sie einen selbstständigen Unternehmergeist", sagt König. Ein wenig Zweifel hatte sie, als es um die Dauer der Reihe ging. Mehrere Termine über das Jahr verteilt bedeutet eben auch, sich frühzeitig festzulegen. Doch der Kurs ist fast ausgebucht, einige Plätze gibt es aber noch. "Außerdem würde man innerhalb einer Woche keine Veränderungen im Wald sehen. "Und darum geht es ja."
Treffpunkt ist immer samstags im Bad Rappenauer Stadtwald in der Nähe des Waldsees. Nur die geplante Baumpflanz-Aktion zum Ende der Reihe findet an einem anderen Ort statt. Nämlich dort, wo die Setzlinge auch benötigt werden.
Ein Traumberuf mit Zukunft
Mindestens ein Gast wird im Laufe der Zeit zur der Gruppe stoßen: Förster Claus Schall ist fest eingeplant. "Es gibt in Bad Rappenau nur wenige Kinder, die ihn nicht kennen", ist König überzeugt. Schall sei ein interessanter Mensch, der sehr bildhaft erklären und viel von seinem Beruf erzählen könne. Der ist laut Manuela König nämlich ein richtiger Traumberuf mit Zukunft. "Und auch cool."
Auch wenn die Bäume bei regnerischem Wetter ausreichend Schutz bieten, gibt es die Möglichkeit, in die Hütte unweit des Sees umzuziehen. Das wäre aber nur bei Gewitter und sehr starkem Wind nötig, sagt König, die hofft, junge Menschen mit den Veranstaltungen begeistern und für das Thema Wald sensibilisieren zu können.
Auch wenn der Begriff Nachhaltigkeit ein wenig angestaubt sei, stehe er im Wald im Fokus. Denn Förster steuern durch ihre Entscheidungen die Waldbewirtschaftung und den Fortbestand des Forsts. Die Arbeit sei sehr dynamisch, betont Manuela König. "Und wenn Bäume gefällt werden, dann wird das mit Bedacht gemacht." Auch das ein Aspekt, mit dem die Kinder vertraut gemacht werden sollen.
Anmeldung
Der Auftakt der Reihe "Kids Go Förster" am Samstag, 30. April, in Bad Rappenau steht unter dem Motto "Förster, Förster? was machst Du?". Um 9 Uhr geht es in den Wald, um die Aufgaben der Förster kennenzulernen - zuerst heißt es sich zu orientieren und die Geheimsprache der Forstleute zu entschlüsseln. Insgesamt gehören sechs Termine bis November zu dieser Reihe und immer steht eine andere Aufgabe im Fokus. Eine Teilnahme kostet 60 Euro (für sechs Termine). Alle Infos zur Veranstaltungsreihe und Anmeldung unter 07131/9941181 und info@waldnetzwerk.org.
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