Mehr als 100 verschiedene Weine von lieblich bis barriquebetont
Beim dritten Weindorf im Schlosspark bieten elf Weingüter und Genossenschaften ihre Produkte an. Die Besucher genießen die Stimmung und die unterschiedlichen Tropfen.

Ein Klassiker der Black Music schallt am Samstagabend durch den Schlosspark in Bad Rappenau. "No diggity" von Blackstreet ertönt, und obwohl es noch hell ist, wagen die ersten Besucher ein Tänzchen und lassen sich vom Sänger der Band "Me & the Heat" zu lautem Mitsingen und Armeschwenken animieren. Die Stimmung ist sehr gut beim dritten Weindorf. Hunderte Menschen genießen das Angebot in besonderem Ambiente.
Am Abend zuvor hatte es zwischendurch geregnet. "Es waren trotzdem so 300 Leute da, die auch ausgelassen gefeiert haben", freut sich Organisator Jörg Huster. Man sei nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Eigentlich gehe es ihm bei dem Fest nicht ums Geldverdienen, sondern mehr darum, die Weine und ihre Erzeuger vorzustellen. "Wir erleben eine tolle Resonanz. Die Leute kommen danach und kaufen die Weine, die ihnen am besten geschmeckt haben", erklärt der Inhaber der Weinbar Invino.
Regionale und ausländische Weine
Elf verschiedene Weingüter und Genossenschaften verkaufen auf dem Weindorf mehr als 100 verschiedene Weine, ergänzt durch ausländische Tropfen von der Weinbar. Sie stellen das Personal und ihre Stände zur Verfügung, verkaufen aber in Husters Namen, um das Weindorf zu finanzieren. Das Angebot hat der Organisator selbst ausgesucht und stellt einen Mix aus dem Sortiment des Invino sowie Neuerungen der Anbieter vor. "Außerdem hab ich geschaut, dass wir eine möglichst große Rebsortenvielfalt haben, von lieblich bis barriquebetont alles dabei ist."
Zum ersten Mal dabei ist Alex Schwank aus Varnhalt, der einzige Badener. Seit 20 Jahren baut er im Nebenerwerb Weine aus. "Mein Idealbild ist, wenn sich der Boden unmittelbar im Wein widerspiegelt. Denn wenn ich die Lage schon drauf schreibe, soll er auch danach schmecken", findet er.
Bier gehört als Abrundung dazu
Angela Bindereif aus Heilbronn-Sontheim ist zum Probieren da. "Ich bleibe bei Lemberger, teste den aber von verschiedenen Weingütern", erklärt sie. Das Ambiente sei sehr schön. "Das ist ja das einzige Fest im Schlosspark", stellt Begleiter Jürgen Harrer aus Treschklingen fest. Der wiederum ist froh, dass es hier auch einen Bierstand gibt. Wein sei so gar nicht sein Ding, gesteht er.
Besucher wie er sind aber aber nicht der einzige Grund, warum Huster sich dazu entschieden hat, den Gerstensaft zusätzlich zum Rebenprodukt anzubieten. "Ich trinke selber gern mal ein Bier, nachdem ich zwei Weine probiert habe, das gehört für mich zur Abrundung dazu." Genauso wie das vielseitige Essen vom Braten über die rote Wurst bis hin zum Falaffelwrap.
Wer Gläser mitbringt, spart Geld
Kira und Bernd Blessinger sind zum ersten Mal beim Weindorf und schwer begeistert. "Es ist wie in Heilbronn, nur im Kleinformat", meint die Frau aus Obergimpern. Und genau wie dort, sind sie auch hierher mit dem Vorsatz gekommen, verschiedene Tropfen zu probieren. Er hat einen Samtrot im Glas, sie einen Acolon. "Ich hab' schon ein Foto gemacht, den wollen wir im Nachgang auch kaufen", verrät Bernd Blessinger.
Das Paar hat sich extra Zehntelegläser mitgebracht, dadurch müssen sie keins der neuen Weindorfgläser kaufen, in die Huster investiert hat. "Letztes Jahr haben wir noch gespült, aber dafür ist die Infrastruktur hier eigentlich nicht geeignet." Volker Schorner nutzt das gern. "Wir kommen ursprünglich aus dem Weinort Erlenbach und sind stolz, dass es sowas jetzt auch in Bad Rappenau gibt."
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