Langsame Fahrt lässt das Herz schneller schlagen

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Quickly-Freunde Eppingen eint die Liebe zum Moped aus der Nachkriegszeit - Fachgespräche verbinden die Generationen

Von Heike Kinkopf
Noch jung ist der Zusammenschluss der Quickly-Freunde Eppingen. Sie kommen aus dem ganzen Kraichgau und planen Ausfahrten abseits der Hauptverkehrsadern. (Fotos: Kinkopf)
Noch jung ist der Zusammenschluss der Quickly-Freunde Eppingen. Sie kommen aus dem ganzen Kraichgau und planen Ausfahrten abseits der Hauptverkehrsadern. (Fotos: Kinkopf)

Von Heike Kinkopf

Mit Quicklys düsen sie durch die Gegend. Wobei düsen das falsche Wort ist. Auf gut 40 Stundenkilometer schafft es so ein altes Vehikel. Die Kraichgauer Hügellandschaft tuckern die Männer mit Tempo 22 bergauf. Die Quickly-Freunde Eppingen genießen die Ausfahrten, lassen die Hektik des Alltags hinter sich. Von Zimmerhof und Ittlingen kommen sie, sie stammen aus Obergimpern, Eppingen, Adelshofen und Bad Wimpfen, aus Gochsheim, Rappenau, Richen, Sinsheim und Haag. Was die Männer eint? Die Liebe zu einem besonderen Moped.

Die Motoren knattern, Abgase steigen in die Nase. Los geht’s: Von Richen über Ittlingen, Siegelsbach und Untereisesheim nach Neckarsulm ins Brauhaus. Wie könnte es anders sein, steht ein Besuch im Zweirad- und NSU-Museum auf dem Programm, bevor es - ganz gemütlich - nach Hause geht. Der Zusammenschluss Gleichgesinnter ist noch jung. Einheitliche T-Shirts hat Initiator Jürgen Rubey aus Richen allerdings schon drucken lassen. „Damit man weiß, wer wir sind.“ Die Kontaktaufnahme gelingt leicht: „Man kommt übers Moped ins Gespräch“, erzählt Jürgen Rubey. Die Männer fachsimpeln: „Meine zieht im Berg nicht so gut.“ „Ich hab’ neulich erst die Zündkerzen ausgetauscht.“ Einige von ihnen haben bereits jahrelange Erfahrung mit Quicklys. So wie Helmut Jaksch aus Richen beispielsweise. Andere sind relativ neu im Geschäft. Jürgen Rubey kaufte sein erstes NSU-Moped erst 2003. Das Gefährt hatte einen Plattfuß, war verrostet und und und. 350 Euro legte Rubey dafür auf den Tisch. Zusammen mit seinem Vater zerlegte der 38 Jahre alte Richener die Maschine in ihre Einzelteile. Liebevoll und sorgfältig setzten sie die Teile wieder zusammen. Heute erstrahlt die alte Quickly in neuem Glanz. Seitdem ist jedes Jahr ein weiteres Modell dazugekommen.

„Ich bin noch harmlos“, schmunzelt Rubey, der von einem Zimmerhöfer erzählt, der sieben, acht Modelle in seiner Garage stehen hat. „Da gibt es viel Verrücktere.“ Obwohl - als verrückt empfindet oder bezeichnet sich kein Quickly-Fan. So wie andere ihr Herz an einen Fußballclub hängen, Briefmarken sammeln oder Skat spielen, so genießen die Quickly-Freunde das Instandsetzen der Mopeds, das Herausputzen. Wenn dann die Maschine gleich beim zweiten Pedaltritt anspringt, ist das Musik in den Ohren der Männer. Die Quickly-Freunde planen weitere Ausfahrten. Dann geht es mit kühnen 40,50 Sachen die Hügel hinab, und im ersten Gang langsam hinauf. Ein kleines Abenteuer hat Jürgen Rubey im Visier: Nächstes Jahr soll es nach Cavallino bei Venedig gehen.

„Quickly-Fahren ist ein Kinderspiel“, hieß es einst in der Werbung. Eins für gestandene Männer, die auch ein kleines Kapitel Alltagsgeschichte bewahren.

Kontakt bei Jürgen Rubey, Telefon 0151/ 19711185, E-Mail: Quicklyfreunde-Eppingen@web.de.

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