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Eppingen

Kraichgau-Raiffeisen-Zentrum seit 120 Jahren im Dienst der Bauern

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Das Kraichgau-Raiffeisen-Zentrum mit Hauptsitz in Eppingen hat sich vom Primär-Vermarkter zum Multi-Dienstleister mit regionaler Verwurzelung entwickelt. An diesem Wochenende wäre das 120-jährige Firmenjubiläum gefeiert worden.Warum darus nichts wurde:

Vorstand Stephan Buchholz (l.) und Vorstandssprecher Jürgen Freudenberger vor einem Schlepper.
Foto: KRZ
Vorstand Stephan Buchholz (l.) und Vorstandssprecher Jürgen Freudenberger vor einem Schlepper. Foto: KRZ  Foto: Kühl, Jörg

An diesem Sonntag hätte das Kraichgau-Raiffeisen-Zentrum in Eppingen eigentlich groß seinen Geburtstag gefeiert. 120 Jahre sind schließlich ein stolzes Jubiläum. Doch Corona machte diesem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung. Dennoch lohnt sich ein Blick zurück in die für den Agrarsektor bewegte Zeit im Kraichgau.

Im Jahr 1900 wird in Eppingen der landwirtschaftliche Consum- und Absatzverein mit 108 Mitgliedern gegründet. Am 2. Mai erfolgt die Eintrag beim Amtsgericht Eppingen. Der Verein macht sich schnell unentbehrlich. 1910 werden bereits 100 Waggon Getreide erfasst. Ab 1922 wächst das Filialnetz. Die ersten Tochterbetriebe entstehen in Richen, Ittlingen, Elsenz, Kirchardt und Berwangen. Es folgen Sulzfeld und Gemmingen.

Was mit der Fusion beabsichtigt war

1950 feiert das "Das Getreidelagerhaus Eppingen eGmbH" sein 50- jähriges Bestehen. 49 Mitarbeiter (24 Angestellte und 25 Arbeiter) erzielen einen Umsatz von 3,3 Millionen DM. Die Genossenschaft ist auf 1338 Mitglieder angewachsen.

Zum Jahresbeginn 1996 fusioniert das Kornhaus Sinsheim-Bad Rappenau Raiffeisen eG mit dem Lagerhaus Eppingen Kraichgau Getreide eG. Das neue Unternehmen firmiert als Kraichgau Raiffeisen Zentrum eG. Der Sitz ist Eppingen. Mit diesem Schritt wollen die Fusionspartner Kosten sparen, die Schlagkraft im Einkauf erhöhen und die flächendeckende Versorgung der Landwirte, Mitglieder und Kunden im Kraichgau sicherstellen.

KRZ wächst und konsolidiert sich

Weiterhin stehen die Zeichen auf Wachstum. Im Jahr 2000, dem 100. Jahr seines Bestehens, erwirtschaftetet das KRZ mit 169 Mitarbeitern einen Umsatz von 61,6 Millionen Euro. 1516 Mitglieder halten 3947 Geschäftsanteile.

Die 2015 begonnene Erweiterung des Raiffeisen Marktes Bau & Garten in Bad Rappenau mit einer neuen Verkaufsfläche von rund 5200 Quadratmeter wird abgeschlossen. Der Markt wird am 6. Dezember 2017 eröffnet.

Die Jahre 2018 und 2019 stehen im Zeichen der Konsolidierung. Mit der Konzentration auf weniger Standorte sollte die Schlagkraft der verbleibenden Einrichtungen erhöht werden, so Vorstandssprecher Jürgen Freudenberger.

Was die Tankstellen dem Unternehmen bringen

Im Frühjahr 2018 wird der seit Jahren vermietete Standort in Wiesloch-Schatthausen verkauft. Der Raiffeisen-Markt in Hüffenhardt war im September geschlossen worden. Im November beginnt der Abbruch der Siloanlage in Sinsheim-Adersbach. Der Standort wird im Frühjahr 2019 veräußert.

Freudenberger fasst die Geschichte des KRZ zusammen: "Wir haben uns vom Vermarkter bäuerlicher Primärprodukte zu einem breit aufgestellten Handels- und Dienstleistungsunternehmen entwickelt." Am Beispiel des Energiebereichs werde dies besonders deutlich: So entfällt inzwischen ein Viertel des Umsatzes auf das Tankstellengeschäft und den Verkauf von Heizöl.

Weshalb es weiter schlagkräftige Allianzen braucht

"Wir als Kraichgau-Raiffeisen-Zentrum wünschen uns, dass wir in 120 Jahren auch noch für unsere Partner da sein dürfen. Dazu bedarf es aber wesentlich kürzere Zeiträume, uns neu aufzustellen, als in den vergangenen Jahrzehnten", sagt Jürgen Freudenberger. Gesellschaftliche und politische Vorgaben sowie niedrige Erzeugerpreise verschärften den Überlebenskampf der Bauern und nachgelagerter Bereiche. Deshalb seien auch in Zukunft schlagkräftige Allianzen gefragt. "Hier wollen wir als KRZ weiterhin ein verlässlicher Partner sein."

Das Kraichgau Raiffeisen Zentrum (KRZ) verfügt über die Hauptstandorte Eppingen, Bad Rappenau, Meckesheim und Sinsheim sowie über 14 weitere Standorte. 262 Mitarbeiter generieren einen Jahresumsatz in Höhe von 142,7 Millionen Euro. Die 1778 Mitglieder halten 4112 Genossenschaftsanteile. Im Dienstleistungs- und Produktportfolio ist der Handel mit Treibstoff und Heizöl größter Umsatzfaktor (24,6 Prozent). Die Vermarktung von Agrarprodukten steht mit 23,2 Prozent an zweiter Stelle, gefolgt von Handel mit Landtechnik (13,1 Prozent). Die abgesagten Feierlichkeiten werden 2021 nachgeholt.

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