Klima-Arena Sinsheim: 36.000 Besucher trotz Corona
Die Klima-Arena Sinsheim zieht im ersten Jahr eine positive Bilanz - obwohl sie nach einem verheißungsvollem Auftakt von der Pandemie ausgebremst wurde. Sie hat sich als Ausflugsziel in der Region etabliert.

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich den Startschuss gibt, muss es sich um ein außergewöhnliches Projekt handeln. Und tatsächlich betraten die Verantwortlichen mit der Eröffnung der Sinsheimer Klima-Arena im Oktober 2019 Neuland. Das interaktive Lern- und Erlebniszentrum, das sich ausschließlich dem Thema Klimawandel und dessen Folgen widmet, ist bundesweit das erste seiner Art. Die Klimastiftung für Bürger als Träger der Einrichtung zieht nach ziemlich genau einem Jahr eine erste positive Bilanz – der Covid-19-Pandemie zum Trotz, die eine zweimonatige Schließung erforderlich machte.
"Erstmal den Menschen vermitteln, was wir machen"
"Mit dem Start sind wir sehr zufrieden", sagt Bernd Welz, der mit Christian Ledig der Stiftung vorsteht. "Natürlich mussten wir zunächst erst einmal bekannt werden und den Menschen im Land vermitteln, was wir machen." Neben Schulklassen, die die Arena als außerschulischer Lernort dezidiert anspricht, sei man auch rasch ins Blickfeld von Unternehmen gerückt, die etwa bei Tagungen das Haus besucht haben sowie von Vereinen und Gruppen, die es als Ausflugsziel für sich entdeckt haben. Welz: "Wir waren also auf einem sehr, sehr guten Weg – doch dann kam Corona."
Vom Start des Publikumsbetriebs am 12. Oktober 2019 bis zur Zwangspause, als die Arena von Mitte März an für zwei Monate schließen musste, hatten nach Angaben der Stiftung gut 26.000 Menschen die Einrichtung besucht. Nach der Wiedereröffnung im Mai nutzten bis Ende September nochmal gut 10.000 Besucher das Angebot.
Anfängliche Bedenken, dass die Sommerferien zur einer "Sauregurkenzeit" werden könnten, hatten sich laut Welz rasch zerstreut: "Wir werden inzwischen auch von Familien als Ausflugsziel wahrgenommen." Das liege auch am gut 14.000 Quadratmeter großen Außenbereich der Arena, der mit Spielplätzen, Erlebnisbereichen oder Angeboten wie einer E-Kartbahn gerade Kindern und Jugendlichen Spaß und Abwechslung biete. "Ein Erkenntnisgewinn soll natürlich auch hier stets mit dabei sein", sagt Welz; etwa indem der Strom zum Betrieb der E-Karts vor der Nutzung erst erzeugt werden muss.
Über allem stehe der gemeinnützige Auftrag, den Besuchern wissenschaftlich fundiert ein besseres Verständnis für die Themen Klima, Umwelt und Ressourcenschutz zu vermitteln. Dass die Bemühungen des inzwischen rund 30 Köpfe zählenden Kernteams Früchte tragen, sei für ihn eines der Highlights des Jahres gewesen: "Die Führungen durch den Innen- und Außenbereich waren meist schnell ausgebucht."
Mit eigenem YouTube-Kanal
Um die Wissensvermittlung auch über die Metropolregion hinauszutragen haben die Verantwortlichen nach der Wiedereröffnung zwei neue Projekte an den Start gebracht: Der YouTube-Kanal "klima:neutral" präsentiert seit Juni jede Woche ein Video, in dem es um Klimaschutz oder nachhaltiges Leben geht. Zusammen mit der Dietmar-Hopp-Stiftung, der Klaus-Tschira-Stiftung und dem Rhein-Neckar-Kreis wurde zudem die auf sechs Jahre angelegte Initiative "Prio1 – Das Klima-Netzwerk" ins Leben gerufen. "Wir wollen damit jungen Leuten eine Plattform bieten, damit sie ihre Zukunftsthemen formulieren und diese auch mit Entscheidern aus Politik und Wirtschaft diskutieren können", erläutert Welz. Den Auftakt bildet ein zweitägiges digitales Herbstcamp im November.
Darüber hinaus wird es 2021 Sonderausstellungen geben, zunächst zu Erneuerbaren Energien. Im Sommer dann geht es um das Thema Gletscher als Indikatoren des Klimawandels. "Wir werden zudem die Dauerausstellung auf den neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis bringen", so Welz.
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